Das ist die krasseste Drohne der Schweizer Armee
Da sind zuallererst die Aufklärungsdrohnen. Die Armee stellt den Journalisten an einem Fachgespräch drei Typen vor, die sie mit der Rüstungsbotschaft 2025 nachbeschafft hat. Anders als noch vor kurzem will sie die Namen der Systeme nicht mehr preisgeben - nach voller Transparenz in Friedenszeiten ist wieder Verschwiegenheit gefragt. Ein Feind soll möglichst wenig erfahren.
Trotzdem ist der Name der extravagantesten Schweizer Aufklärungsdrohne bekannt. Es handelt sich um die Mikrodrohne Black Hornet der US-Firma Teledyne FLIR Defense. Mit dem Rüstungsprogramm 2025 dürfte die Schweiz wohl auch die neuste Version, Black Hornet 4, beschafft haben.
Die Mikrodrohnen sehen aus wie Miniaturhelikopter. Sie wiegen 70 Gramm, fliegen 30 Minuten und erreichen Geschwindigkeiten von 36 Stundenkilometern. Ihr Markenzeichen: Sie sind nur schwer zu entdecken und so leise, dass man sie selbst dann nicht hört, wenn man sich nur drei Meter entfernt befindet. Black Hornet wird in Häusern eingesetzt. Wieviel sie kostet, gibt die Armee nicht bekannt. Klar ist: Es geht um einen Betrag, für den man einen Kleinwagen kriegt.
Die neuen Angriffsdrohnen der Armee
Am Fachgespräch zeigt die Armee auch drei Systeme von Angriffsdrohnen. Sie wurden neu beschafft. Das einfachste System ermöglicht den Milizangehörigen einen schnellen Know-how-Aufbau. Die komplexeste Angriffsdrohne fliegt 150 bis 200 Stundenkilometer. Gesteuert wird sie über «First-person View» (FPV): mit Brille. Armeeangehörige benötigen fünf Wochen Schulung für sie. Dazu kommt eine Taktik-Schulung von fünf Tagen.
Am Montag testete die Armee die Angriffsdrohnen in einem Feldversuch mit dem Panzerbataillon 13 auf dem Schiessplatz Wichlen im Kanton Glarus. Geklärt werden sollen viele Fragen: Wie integriert man Angriffsdrohnen in Kampfverbände? Wo stellt man Drohnenpiloten hin? Wie funktioniert die Kommunikation?
«Drohnen sind nicht mehr wegzudenken aus dem militärischen Gefechtsfeld», sagt Divisionär Yves Gächter, der Nachfolger von Benedikt Roos als Kommandant Heer. «Sie tragen wesentlich dazu bei, dass das Gefechtsfeld transparent wird. Dazu kommt, dass sie auf immer grössere Distanz sehr präzise Wirkung erzielen.» Das zeige sich in allen aktuellen Konflikten - von der Ukraine über den Südlibanon bis nach Mali.
Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich? «Es gibt Armeen, die weiter sind als wir», sagt Divisionär Gächter. Mit der Armeebotschaft 2026 mache die Schweiz aber einen grossen Schritt: Die Armee will für 70 Millionen Franken Abwehrsysteme beschaffen gegen Mini-Drohnen. Damit sollen militärische Verbände, Zivilbevölkerung und kritische Infrastrukturen geschützt werden. «Dieser Schritt ist überfällig», sagt Divisionär Gächter, «das gebe ich schon zu.»
Im Juli 2023 hatte die Armee das «Kompetenzzentrum Drohnen und Robotik» gegründet. Ein Jahr später kam eine Task Force Drohnen von Verteidigungsdepartement und Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) hinzu. Ziel ist es, ein Drohnen-Ökosystem für die Schweiz zu entwickeln.
Noch braucht es aber ausländische Systeme, um den Kompetenzaufbau zu sichern. Ein Beispiel ist die spektakuläre Mikro-Aufklärungsdrohne Black Hornet 4.
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