Rücktritt im Bundesrat – SRF im Tiefschlaf
In Bundesbern wird seit Monaten gemunkelt, dass Bundespräsident Parmelin in der Herbstsession seinen Rücktritt bekanntgeben werde. Die Gerüchte scheinen die Journalisten des Schweizer Fernsehens nicht erreicht zu haben.
Am Freitagmorgen tritt Guy Parmelin um 11 Uhr vor die Medien. Die einstündige Konferenz bestreitet er auf Französisch. Auch Fragen auf Deutsch beantwortet Parmelin in seiner Muttersprache.
Automatisch erzeugte, leicht zeitversetzte deutsche Untertitel wären problemlos möglich. Die gibt es aber nicht. SRF erwartet offenbar, dass alle Zuschauerinnen und Zuschauer in der Deutschschweiz das waadtländisch gefärbte Französisch des Bundespräsidenten verstehen.
Es gibt nicht nur keine Übersetzung. Es gibt auch keine Moderation, kein Gespräch mit Experten, keinen Rückblick auf Parmelins Amtszeit. Nichts.
Die Journalisten sind vor Ort – aktiv werden sie nicht
Das Schweizer Fernsehen zeigt den Livestream der Bundeskanzlei, wie es viele privat geführte Nachrichtenportale tun. Dabei wäre der Rücktritt für einen gebührenfinanzierten Fernsehsender die Gelegenheit, dem Publikum einen journalistischen Mehrwert zu bieten. Kosten würde das nicht viel. SRF hat Studios, Büros und viele Journalisten im Bundesmedienzentrum, in dem Guy Parmelin gerade spricht.
Bei öffentlich-rechtlichen Sendern im Ausland lässt sich beobachten, wie Redaktionen bei wichtigen Ereignissen innert kürzester Zeit fundierte Einschätzungen liefern und mit passenden Einspielungen Hintergründe aufzeigen.
Dafür ist das Schweizer Fernsehen zu träge. Zeigte der Sender wenigstens sogleich nach Parmelins Medienkonferenz eine kurze «Tagesschau» mit Fakten und Einordnungen? Nein. SRF strahlte zunächst eine Folge von «Mini Chuchi, dini Chuchi» aus. Mahlzeit!
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben






Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.