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Nach Brandkatastrophe: Leuthard übernimmt Opfer-Stiftung ++ Neue Aufnahmen zeigen Brandausbruch

Bei einer Silvesterfeier in Crans-Montana kam es zu einem verheerenden Brand. Vierzig Personen kamen ums Leben, viele Verletzte mussten in Spitäler im Ausland verlegt werden. Hier gibt es laufend Updates.
Beatrice Pilloud und Francesco Lo Voi geben nach dem Treffen vor den Medien Statements ab. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
Schwere Vorwürde gegen Jessica Moretti. (Bild: Keystone)
Jessica Moretti bricht vor der Anhörung in Sitten zusammen. (Bild: Screenshot TF1)
Der Besitzer der Bar «Le Constellation», Jacques Moretti, bei einer Einvernahme am 9. Februar 2026. (Bild: Keystone)
Anhörungen in Aula verlegt: Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud. (Bild: Keystone)
Blick auf die verriegelte Terrasse der Bar Le Constellation in Crans-Montana (28. Januar). (Bild: Keystone)
Der Walliser Staatsrat verspricht rasche Hilfe: Regierungspräsident Mathias Reynard (SP) spricht am 2. Januar in Sitten vor den Medien. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)
Tatortskizze des Forensischen Instituts Zürich. (Bild: Bild)
Kommt auf Kaution frei: Jacques Moretti, Betreiber der Bar Le Constellation (Sion, 9. Januar). (Bild: Keystone)
Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, steht unter Druck. Bild: EPA/Cyril Zingaro
Jacques und Jessica Moretti. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)
Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana, an einer Medienkonferenz am 6. Januar. (Bild: Keystone)
Sein Kanton will den Brandschutz verbessern: Stéphane Ganzer  (FDP), Sicherheitsdirektor des Kantons Wallis, am 1. Januar in Crans-Montana. (Bild: Alessandro Della Valle/Keystone)
Eric Dosdo, ehemaliger Betreiber der Bar «Le Constellation» von 2005 bis 2015. (Bild: Screenshot: RTS)
Micheline Calmy-Rey am 4. Januar während der Sonntagsmesse in der katholischen Kapelle Saint-Christophe, die den Opfern des Brandes in Crans-Montana  gewidmet war. (Bild: Keystone)
Jacques Moretti sitzt in U-Haft. (Bild: Keystone)
Jacques und Jessica Moretti mit einem Anwalt (rechts) bei ihrer Ankunft in Sitten. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

14:41 Uhr

Dienstag, 24. Februar

Nach Brandkatastrophe: Leuthard übernimmt Opfer-Stiftung

Alt Bundesrätin Doris Leuthard übernimmt den Vorsitz der Stiftung «Beloved», die nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana gegründet wurde, wie der Kanton Wallis mitteilt. Leuthard wurde von den Mitgliedern des Walliser Staatsrats ernannt. Die Stiftung soll Angehörige der Opfer, Verletzte sowie Einsatzkräfte finanziell unterstützen.

Das Startkapital der Stiftung umfasst eine Million Franken für den laufenden Betrieb sowie Spendenzusagen in Höhe von derzeit 17 Millionen Franken. Darin enthalten sind auch die 10 Millionen Franken, die der Staatsrat beisteuern will. (cam)

21:43 Uhr

Montag, 23. Februar

Neue Aufnahmen zeigen Brandausbruch im «Le Constellation»

Wie die italienische Zeitung «Corriere della Sera» berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Sitten am Montag ein neues Video in ihr jüngstes Dossier aufgenommen. Darin ist zu sehen, wie das Feuer im «Le Constellation» in Crans-Montana gelegt wurde: Eine Kellnerin mit Helm – dabei soll es sich um die verstorbene Cyane handeln – hält Champagnerflaschen in den Händen; auf jeder der beiden Flaschen brennt eine pyrotechnische Kerze.

Dabei sitzt sie auf den Schultern eines Kollegen und bringt den Wein zu den Tischen. Als sie den rechten Arm hebt, streifen die Funken der brennenden pyrotechnischen Kerzen – sogenannte Partyfontänen – die Decke. Es ist deutlich zu erkennen, dass die leicht entzündlichen Schallschutzmatten aus Schaumstoff sofort Feuer fangen.

Die Flammen breiten sich rasch aus – es folgt eine Tragödie, bei der 41 junge Menschen ums Leben kommen. (cam)

06:39 Uhr

Samstag, 21. Februar

Sondierungen des Bundesrats für runden Tisch

Um die Brandkatastrophe von Crans-Montana zu bewältigen, will der Bundesrat auf einen runden Tisch setzen. Am Freitag fand ein erstes Sondierungsgespräch statt. Das teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) mit, wie der «Blick» berichtet.

Am runden Tisch sollen die Opfer, ihre Angehörigen, betroffene Versicherungen und zuständige Behörden zusammenkommen. Dies soll helfen, den Dialog zu vereinfachen und mit der Zustimmung der Betroffenen Vergleichsverhandlungen zu unterstützen. (has)

06:33 Uhr

samstag, 21. Februar

Nach Brandnacht: Fussballprofi (19) ist zurück bei der Mannschaft

Der 19-jährige Fussballer Tahirys Dos Santos, der im «Le Constellation» schwere Brandverletzungen erlitt, ist zurück bei seiner Mannschaft. Das berichtet «20 Minuten». Er wurde mit Applaus in der Umkleide begrüsst.  Ein T-Shirt mit den Worten:  «On est avec toi Tahirys» – «Wir stehen hinter dir, Tahirys», wurde ihm als Geschenk überreicht.

Trotz des Besuchs kann Tahirys derzeit noch nicht spielen. Er ist noch immer in Behandlung. (has)

13:11 Uhr

Freitag, 20. Februar

Unangekündigte Kontrollen in Genf

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana hat die Genfer Feuerpolizei damit begonnen, unangekündigte Kontrollen in Bars und Diskotheken durchzuführen. Eines der Lokale entsprach vollständig den Vorschriften, zehn von elf wiesen Mängel auf. Eine sofortige Schliessung wurde nicht angeordnet.

Damit bestätigte die Sprecherin des Departements für Raumplanung (DT), Pauline de Salis-Soglio, am Freitag eine Meldung der Zeitung «Le Temps». Zu den festgestellten Unregelmässigkeiten gehörten nicht normgerechte Dekorationsmaterialien, das berichtet der «Blick». Diese wurden sofort entfernt. Einige Einrichtungen hätten ausserdem Sitzplätze entfernen müssen, damit die Zahl zulässiger Gäste eingehalten werden kann. Gemäss «Le Temps» mussten eine Diskothek und zwei Tanzbars so lange ihre Kapazität reduzieren, bis die geforderten Änderungen umgesetzt wurden. (has)

16:34 Uhr

Donnerstag, 19. Februar

Crans-Montana: Italien und Wallis wollen sich stärker koordinieren

Am Donnerstag haben sich die Strafverfolgungsbehörden Italiens und des Kantons Wallis in Bern zu Gesprächen getroffen. Beschlossen wurde eine «verstärkte Koordination» bei den Ermittlungen zur Brandkatastrophe von Crans-Montana. Grundlage ist das von Italien gestellte Rechtshilfeersuchen.

An einem Point de Presse im Bundesamt für Justiz gaben sowohl die Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud als auch Francesco Lo Voi, der die italienischen Ermittlungen zu Crans-Montana leitet, kurze Statements ab. Sie wurden mit Spannung erwartet, weil es seit Woche heftige Kritik aus Italien an der Aufarbeitung der Brandkatastrophe durch die Schweizer Behörden gibt. Die Regierung um Giorgia Meloni hat nach der Entlassung aus der U-Haft von Jacques Moretti sogar den Botschafter nach Rom zurückberufen.

Beatrice Pilloud und Francesco Lo Voi geben nach dem Treffen vor den Medien Statements ab. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)

Beatrice Pilloud und Francesco Lo Voi waren bemüht, die Wogen zu glätten und schüttelten sich demonstrativ die Hände. «Es war ein sehr konstruktives Treffen», sagte die Walliser Staatsanwältin. «Es war eine sehr fruchtbare und produktive Session», sagte der Römer Staatsanwalt. Inhaltlich gaben sie wenig preis. Einzig, dass es bei der verstärkten Zusammenarbeit darum gehen wird, erhobenes Beweismaterial zu teilen - und zwar in beide Richtungen. Was Rom im Rahmen der Aufarbeitung der Brandkatastrophe bereits an Akten zusammengestellt habe, könne man den Schweizer Kollegen übermitteln, sagte Francesco Lo Voi. Gleichzeitig werde man auf Unterlagen der Walliser zurückgreifen können, die für die italienische Justiz von Interesse seien.

Offiziell sprachen weder Pilloud noch ihr Römer Kollege von der Einsetzung einer gemeinsamen Ermittlergruppe, wie sie Giorgia Meloni gefordert hatte. Man werde aber weiter im Gespräch bleiben und schliesse weitere Treffen nicht aus. «Wir gehen zufrieden heim», sagte Francesco Lo Voi. (jus)

13:00 Uhr

Donnerstag, 19. Februar

Italienische Strafverfolgungsbehörden treffen in Bern ein

Im Rahmen der Ermittlungen zum Brand in Crans-Montana findet am Donnerstag in Bern ein Treffen zwischen den Strafverfolgungsbehörden Italiens und des Kantons Wallis statt. Ziel des Treffens ist die Klärung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Staatsanwaltschaften, das berichtet der «Blick».

14:54 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Security belastet Jessica Moretti: «Die Notausgänge mussten zu bleiben»

Wie «Rai News» berichtet, hat ein Security-Mitarbeiter bei seiner Befragung Jessica Moretti schwer belastet. Seiner Aussage nach erhielt das Personal die klare Anweisung, die beiden Notausgänge geschlossen zu halten. Gäste durften nur über den Haupteingang hinein- oder hinausgehen. «Ich habe gehört, wie Jessica Moretti mit ihren Kollegen sprach. Sie sagte, die Türen sollten verschlossen bleiben», so der Security gemäss «Rai News». Damit soll Moretti die Sicherheitstüren der« Le Constellation» gemeint haben.

Schwere Vorwürde gegen Jessica Moretti. (Bild: Keystone)

Auch die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet über die Befragung und zitiert den Security-Mitarbeiter: «Jessica Moretti hatte Angst, dass die Kunden gehen würden, ohne zu bezahlen.» (cam)

10:17 Uhr

Mittwoch, 18. Februar

Personelle Verflechtung gefährdet Unparteilichkeit der Staatsanwaltschaft

Die Walliser Staatsanwaltschaft ermittelt in der Brandkatastrophe von Crans-Montana, wo in einer Bar 41 Menschen starben. Nun sorgt eine personelle Verflechtung für Diskussionen. Gemäss Informationen verschiedener Zeitungen sind sowohl Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud wie auch Gemeindepräsident Nicolas Féraud Mitglieder der Walliser Weinzunft «Ordre de la Channe» .

Der «Ordre de la Channe» zählt rund 600 Mitglieder, darunter Vertreter aus Kultur, Wirtschaft und Sport - und natürlich der Politik, wie Präsident Patrick Bérod gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt. Pilloud sei seit Jahren Mitglied. Von Férauds Mitgliedschaft habe sie nichts gewusst.

Opferanwälte sehen die Verbindung allerdings kritisch. Die Staatsanwaltschaft untersucht mögliche Versäumnisse bei Brandschutzkontrollen, für welche die Gemeinde verantwortlich ist. Zwei Gemeindevertreter wurden bereits einvernommen. Aus Sicht der Opferanwälte könnte die Nähe zum Problem werden, weil die Unparteilichkeit infrage gestellt wird.

Pilloud reagierte, indem sie ihre Teilnahme als Schirmherrin einer Gala absagte. Sie erklärte gegenüber der NZZ, sie wolle damit ihre Familie schützen. (chm)

10:28 Uhr

Dienstag, 17. Februar

Hornbach: Morettis können Schaumstoff nicht 2015 gekauft haben

Der Schaumstoff an der Decke der Bar «Le Constellation» hat das Inferno mit verursacht. Jacques Moretti hat in einer der Befragungen angegeben, diesen 2015 bei Hornbach gekauft zu haben. Die Mitarbeiter hätten ihn sogar beraten. Doch dem widerspricht nun der Baumarkt. Das sei nicht möglich, wie Hornbach gegenüber «Le Temps» angibt. Die entsprechende Schaumstoffplatten seien erst ab Ende März 2016 erhältlich gewesen. (chm)

14:56 Uhr

Montag, 16. Februar

Beamter im Fall von «Le Constellation» bereits früher juristisch belangt

Nach der Tragödie der «Le Constellation» steht die fehlende öffentliche Auflage der Renovationsarbeiten von 2015 in der Kritik. Verantwortlich war Herr D., ein leitender Beamter der Gemeinde Crans-Montana. Dieser genehmigte damals lediglich die Veranda, nicht jedoch die umfangreichen Umbauten im Untergeschoss, wie RTS berichtet. So wurden diese als geringfügige Innenanpassungen eingestuft – das, obwohl Wände entfernt, Treppen verändert und Lagerräume in einen erweiterten Barbereich umgewandelt wurden.

Laut Opferanwälten führte diese Einstufung zu einem vereinfachten Verfahren – insbesondere beim Brandschutz im Untergeschoss, wo sich der gefährliche Schaum befand.

Gemäss RTS geriet der besagte Beamte 2019 erneut in die Kritik. Nach einer Brandschutzkontrolle wurde eine nachträgliche Bewilligung für einen ohne Genehmigung erweiterten Raucherraum verlangt. Obwohl dies im Inspektionsbericht festgehalten war, wurde kein Verfahren eingeleitet.

Im gleichenJahr war Herr D bereits in einen anderen Fall verwickelt: 2019 stürzte ein Mann in Crans-Montana über ein nicht normgerechtes Geländer und wurde querschnittsgelähmt. Ein Geschäftsinhaber hatte die Gemeinde zuvor auf die Gefahr hingewiesen. Herr D. wurde erstinstanzlich wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung verurteilt, in der Berufung jedoch freigesprochen, da sich das Geländer auf privatem Grund befand und nicht erwiesen war, dass ein Eingreifen den Unfall verhindert hätte, so RTS weiter.

Herr D.  ist weiterhin im Amt und im Fall von «Le Constellation» bislang nicht beschuldigt. Die Gemeindebehörden wollten keine Stellung nehmen. (cam)

10:24 Uhr

Montag, 16. Februar

Moretti soll weiter Kontakte zur Rotlichtszene pflegen

Immer mehr Details über das Betreiber-Ehepaar Moretti kommen im Zuge der Ermittlungen ans Licht. Jacques Moretti sass in Frankreich 2005 wegen Anstiftung zur Prostitution in Haft. So soll er junge Frauen angeworben haben, um in einem Genfer Massagesalon zu arbeiten, den er während dreier Monate führte.

Moretti hat seine Rotlicht-Vergangenheit jedoch nicht ganz hinter sich gelassen. Wie RTS berichtet, erhielt er für die Renovation des «Le Constellation» 50'000 Franken von einem ehemaligen Geschäftspartner, der in denselben Prostitutionsfall verwickelt war.

Recherchen von RTS haben ergeben, dass es sich bei Morettis dubiosem Financier um einen mehrfach strafrechtlich verfolgten Mann handelt, der in der Westschweiz mehrere Massagesalons führt. Gegen ihn wird unter anderem wegen Wuchers zum Nachteil von Prostituierten ohne Papiere ermittelt.

Bei den 50'000 Franken blieb es nicht. Der in der Westschweizer Prostitutionsszene bekannte Mann soll angeboten haben, die Kaution der Morettis zu stellen. Gegenüber RTS erklärte er jedoch, dass die Morettis eine andere Lösung gefunden hätten.

Wie RTS weiter ausführt, haben Jacques Morettis Anwälte seine Rotlicht-Vergangenheit als «Jugendsünde» dargestellt. Auch erklären sie, die Vergangenheit ihrer Mandanten sei für den Fall «Le Constellation» kein Thema. Weiter wollten sie keine Stellung zu den Verstrickungen der Morettis ins Rotlichtmilieu nehmen. (cam)

13:39 Uhr

Samstag, 14. Februar

Emotionale Szene: Brandopfer legt in Crans-Montana Blumen nieder

Am Samstagvormittag organisierten Angehörige der zahlreichen Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana eine Gedenkfeier. Dutzende Menschen nahmen daran teil, darunter auch eines der Opfer.

13:41 Uhr

Freitag, 13. Februar

Brisante Mail aufgetaucht: «Moretti fand feuerfesten Schaumstoff zu teuer»

Inmitten der Strafuntersuchung zur Brandkatastrophe von Crans-Montana ist eine E-Mail mit brisantem Inhalt aufgetaucht. Wie mehrere italienische Medien berichten, hat der Lieferant des Schaumstoffmaterials, das in der Bar «Le Constellation» Feuer fing, eine Nachricht an die Polizei von Crans-Montana weitergeleitet.

Darin erklärt der Lieferant namens Robert Borbiro, dass sich «Le Constellation»-Wirt Jacques Moretti aus Budgetgründen gegen die Installation einer feuerfesten Schaumstoffverkleidung für sein Lokal entschieden habe. «Moretti fand den feuerfesten Schaumstoff zu teuer», zitieren die italienischen Medien aus der Nachricht. Das Ehepaar Moretti sei überzeugt gewesen, dass die anderweitig gekauften Paneele ebenfalls feuerfest seien.

Darüber hinaus soll Borbiro angeboten haben, als Zeuge auszusagen. Dies, weil er «La Constellation» nach dem Umbau im Jahr 2015 besichtigt und dabei eklatante Sicherheitsmängel festgestellt habe. Darunter auch die zu enge Treppe aus dem Untergeschoss nach oben, eine unzureichende Lüftung sowie der schwer zugängliche Notausgang. (luk)

17:06 Uhr

Donnerstag, 12. Februar

Jessica Moretti bricht vor Anhörung zusammen

Wie ein Video des französischen Senders «TF1» zeigt, ist Jessica Moretti vor der Befragung in Sitten zusammengebrochen. Ihr Mann Jacques Moretti musste sie auffangen.

Jessica Moretti bricht vor der Anhörung in Sitten zusammen. (Bild: Screenshot TF1)

Vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft wurde das Betreiberpaar der Unglücksbar «Le Constellation» von wütenden Angehörigen der Opfer konfrontiert. Es kam zu einem Gerangel. Die Anwälte der Morettis kritisierten die Situation vor Ort. (fan)

10:56 Uhr

Donnerstag, 12. Februar

Unruhige Szenen in Sitten: Morettis werden von wütenden Angehörigen konfrontiert

Bei einer Anhörung in Sitten wurde das Ehepaar Moretti, das die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana betrieb, von wütenden Angehörigen der Opfer konfrontiert. Vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft kam es zu einem Gerangel.

14:36 Uhr

Mittwoch, 11. Februar

Französischer Sender veröffentlicht Bilder: So sah es nach dem Brand aus

Der französische TV-Sender BFM TV hat erstmals Aufnahmen aus dem Innern der Katastrophenbar «Le Constellation» veröffentlicht. Auf den Bildern ist zu sehen, wie das Feuer im Lokal gewütet haben muss. Bisher gab es noch keine Aufnahmen aus der Bar. Bei dem verheerenden Brand in der Silvesternacht kamen 41 Menschen ums Leben. Das jüngste Opfer war 14 Jahre alt, das älteste 39. (fan)

12:12 Uhr

Mittwoch, 11. Februar

Barbetreiber wird erneut vernommen

Jacques Moretti, der Betreiber der Bar «Le Constellation», wird nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana erneut von der Justiz vernommen. Es ist die dritte Vernehmung für den gebürtigen Korsen, bei der er nun vor allem den Anwälten der Opfer gegenübersteht.

18:08 Uhr

Dienstag, 10. Februar

Brandopfer von Crans-Montana: «Ich lebe nicht mehr, ich überlebe»

Die 32-jährige Mélanie Van de Velde gehört zu den 115 Schwerverletzten aus der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, die nur knapp mit ihrem Leben davonkamen. Auf Facebook hat sie sich nun mit einem «Offenen Brief» an die Öffentlichkeit gewandt. «Seit diesem Tag lebe ich nicht mehr, ich überlebe», schreibt sie. «Mein Körper gleicht einem Schlachtfeld. Jeder Verbandswechsel ist eine Tortur. Der Schmerz verschwindet nie wirklich. Er nimmt alles ein.»

Eine der grössten seelischen Herausforderungen sei, dass sie sich fast selbst nicht mehr wiedererkenne: «Mein Gesicht wird nie mehr dasselbe sein. Das Gesicht, das ich im Spiegel sah, existiert nicht mehr. Das Gesicht, das meine Tochter kannte, auch nicht.» Für die junge Mutter sei dies ein intimer und stiller Verlust, den man kaum in Worte fassen könne. Auch, dass sie nach Nantes in Frankreich verlegt wurde, belastet sie: «Ich bin weit weg von zu Hause. Und vor allem weit weg von meiner Tochter, die ich nicht einmal in den Arm nehmen kann, wenn die Schmerzen unerträglich werden.»

Neben ihrer Geschichte lässt Mélanie aber auch klare Kritik in ihrem Text durchblicken. In den Kommentaren zum Post gehen viele davon aus, dass sie dabei die Betreiber der Bar «Le Constellation» anspricht: «Wo ist die Gerechtigkeit, wenn das Opfer die sichtbaren und unsichtbaren Spuren ein Leben lang trägt, während die Verantwortlichkeiten unklar, still, verwässert bleiben?»

Trotzdem schreibe sie den Text nicht aus Rache: «Ich schreibe, weil Schweigen eine zweite Verbrennung ist. Weil Vergessen unerträglich ist, wenn man mit bleibenden Narben lebt. Weil Überleben niemals bedeuten sollte, zu schweigen.» In der kurzen Zeit, in der der Facebook-Post bisher online ist, hat er bereits über 5500 Menschen erreicht und wurde 900 Mal geteilt. (sav, watson) 

16:12 Uhr

Dienstag, 10. Februar

Mildere Strafe für Beschuldigte wegen öffentlicher Diskussion?

Der Besitzer der Bar «Le Constellation», Jacques Moretti, bei einer Einvernahme am 9. Februar 2026. (Bild: Keystone)

Im Fall Crans-Montana vertreten rund 50 Anwältinnen und Anwälte etwa 130 Opfer und Angehörige. Dass sie aktiv mit den Medien kommunizieren, könnte laut SRF zu milderen Strafen für die Beschuldigten führen. Das Verfahren ist zwar nicht öffentlich, wirkt aber durch die intensive öffentliche Diskussion wie eines.

Und die Klägerschaft dürfte ein Interesse daran haben, dass die Öffentlichkeit über mögliche Versäumnisse im Fall Crans-Montana informiert wird. Dies erhöht sowohl den öffentlichen als auch den politischen Druck. Gleichzeitig kann die intensive öffentliche Ausschlachtung des Verfahrens jedoch zu einer Vorverurteilung der beschuldigten Personen führen. Eine solche Vorverurteilung kann vom Gericht als strafmindernd berücksichtigt werden, was sich entsprechend auf das Strafmass auswirken kann. (fak, watson)

09:41 Uhr

Dienstag, 10. Februar

Staatsanwaltschaft nennt neue Beschuldigte und Zahlen zu Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hat ein Update zu ihren Ermittlungen veröffentlicht. Die Ermittlungen zur Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung seien auf den aktuellen Leiter des Sicherheitsdienstes der Gemeinde Crans-Montana sowie auf den ehemaligen Sicherheitsbeauftragten und Leiter des Sicherheitsdienstes der Gemeinde ausgeweitet worden, heisst es in einer Mitteilung.

Anhörungen in Aula verlegt: Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud. (Bild: Keystone)

Die beiden Personen wurden am Freitag und am Montag als Beschuldigte während 12 Stunden einvernommen. Die Befragungen sollen später fortgesetzt werden.

Am Mittwoch und Donnerstag muss auch das Betreiberpaar der Bar zu weiteren Einvernahmen antreten. Ziel dieser Einvernahmen sei es, «den Rechtsvertretern der Zivilparteien zu ermöglichen, jene Fragen zu stellen, die bisher nicht gestellt werden konnten», schreibt die Staatsanwaltschaft.

Aus der Mitteilung wird weiter deutlich, wie umfangreich das Verfahren ist: Das Dossier umfasst nahezu 2’000 Seiten und mehr als 8’500 physische Aktenstücke. 263 Zivilparteien sind involviert und werden durch 74 Rechtsanwälte vertreten. Die Sitzungen wurden in die Aula der Fachhochschule Westschweiz in Sitten verlegt.

Schliesslich steht nun auch der Termin fest für ein Treffen der italienischen und der Walliser Strafverfolgungsbehörden. Es findet auf Einladung des Bundesamts für Justiz am 19. Februar in Bern statt. Ziel sei es, «die geplanten Vorgehensweisen zu erläutern und die Grundlagen der Rechtshilfe weiterzuentwickeln». (sbü.)

14:33 Uhr

Sonntag, 8. Februar

Brand an Crans-Montana-Gedenkort wohl durch Kerzen

An einer Gedenkstätte für die Opfer des Silvesternachtbrandes im Schweizer Skiort Crans-Montana ist am Sonntag ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr löschte die Flammen nach Angaben der Polizei schnell. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Brand auf einem Tisch ausbrach, auf dem zahlreiche Kerzen stehen. Sie geht nicht von Brandstiftung aus. «Eine Dritteinwirkung kann zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen werden», teilte sie mit.

Die Flammen brannten ein grosses Loch in das Dach des Zeltes, das hunderte Kerzen, Blumen, Briefe und Teddybären vor dem Wetter schützt. In dem Zelt an der Rue Central gedenken Besucherinnen und Besucher der 41 Todesopfer, die am 1. Januar bei dem Brand in der Bar Le Constellation ums Leben gekommen waren. Rund 80 überwiegend junge Menschen wurden teils schwer verletzt. Viele sind mehr als fünf Wochen nach dem Drama mit schweren Verbrennungen und Rauchvergiftungen immer noch auf Intensivstationen.

Bei dem Brand an der Gedenkstätte wurde in den frühen Morgenstunden nach Angaben der Polizei niemand verletzt. Zwar seien mehrere Gedenkobjekte beschädigt worden, aber «das Kondolenzbuch konnte erhalten werden», teilte sie mit. Der Wiederaufbau der Gedenkstätte sei im Gange. (dpa)

07:32 Uhr

Sonntag, 8. Februar

Schwere Vorwürfe: Fehlende Brandschutz-Kontrollen wegen IT-Chaos

Die Walliser Staatsanwaltschaft untersucht derzeit, warum im Lokal seit 2019 keine Brandschutzkontrollen mehr durchgeführt worden waren. Neben dem Betreiber-Ehepaar Jacques und Jessica Moretti, richtet sich das Strafverfahren auch gegen Verantwortliche der Gemeinde Crans-Montana.

Im Zentrum steht dabei der ­Sicherheitschef der Gemeinde, der am Freitag mehrere Stunden von der Staatsanwaltschaft einvernommen wurde. Nach Angaben von Anwälten, die bei der Befragung anwesend waren, führte der Sicherheitschef zwei Hauptgründe für die ausgebliebenen Kontrollen an: ein kantonsweites Informatikdebakel sowie akuten Personalmangel. Das habe dazu geführt, dass niemand genau gewusst habe, wo und wann Kontrollen durchgeführt wurden. Gemeindepräsident Nicolas Féraud habe davon gewusst, die Stellen aber nicht bewilligt, wie die Sonntagszeitung mitteilt.

Die fehlenden Kontrollen beschränkten sich nicht auf Gastronomiebetriebe. Laut einer internen Liste, die der Sonntagszeitung vorliegt, wurden auch mehrere Schulen in Crans-Montana nie auf Brandschutz überprüft. Eine ­Jugendherberge wurde zuletzt 2018 kontrolliert, ebenso wie die später ausgebrannte Bar. Dutzende Hotels und Restaurants sollen überhaupt nie kontrolliert worden sein. Auf die Frage, ob die betroffenen Schulen geschlossen würden, reagierten die Behörden laut Sonntagszeitung bislang nicht.

Die jüngsten Enthüllungen haben bereits konkrete Konsequenzen: Ein Hotel wurde wegen mangelhafter Brandschutzkonformität geschlossen. Zudem reduzierte die Gemeinde die zu­lässigen Kapazitäten in öffentlichen Gebäuden, darunter Turnhallen und Versammlungslokale. Dies bestätigte Bruno Huggler, Direktor von Crans-Montana Tourismus.

07:28 Uhr

Sonntag, 8. Februar

Kanton Waadt und Bundespräsident Parmelin planen Treffen

Der Kanton Waadt und Bundespräsident Guy Parmelin planen nach Informationen von SonntagsBlick ein Treffen für die Opfer, Verletzten und Angehörigen der Silvester-Tragödie von Crans-Montana. Der Grund: Sehr viele Betroffene stammen aus der Waadt. Ziel sei es, sich mit den Betroffenen auszutauschen und Anteilnahme zu zeigen.

«Wir sind an der Planung von weiteren Treffen im kleinen wie im grösseren Kreis», sagt Parmelins Sprecher Urs Widmer zu SonntagsBlick. Auch arbeitet der Bund unter Hochdruck daran, die betroffenen Familien besser zu unterstützen. Am Donnerstag fand hierzu eine Sitzung zwischen dem Departement von Bundespräsident Guy Parmelin, Justizminister Beat Jans und der Bundeskanzlei statt. Die Bundeskanzlei bestätigt die Sitzung, will sich aber nicht zum Inhalt äussern. (ala)

11:14 Uhr

Samstag, 7. Februar

Crans-Montana: Verantwortung könnte bis zum Kanton reichen

Gemäss dem Strafrechtler Laurent Moreillon könnten sich die strafrechtlichen Verantwortlichkeiten über die Gemeinde hinaus bis auf kantonale Stellen ausdehnen. Dies sagte er in der Sendung «Forum» auf RTS.  Es müsse geprüft werden, ob kommunale Funktionäre ihre Kontrollpflichten erfüllt hätten – und ob diese ihrerseits ausreichend beaufsichtigt worden seien. Gegebenenfalls könne auch der kantonale Feuerwehrdienst in den Fokus der Ermittlungen rücken, so Moreillon.

Moreillon betonte, dass im Strafrecht jede mögliche Verantwortung einzeln geprüft werde und eine Gemeinde als solche nicht strafrechtlich verurteilt werden könne. Sehr wohl aber verantwortliche natürliche Personen bei nachgewiesenem Kausalzusammenhang.

Er führte weiter aus, dass zivilrechtlich sehr hohe Schadenersatzforderungen drohen, die die Versicherungssummen übersteigen könnten. Laut RTS seien in diesem Fall verschiedene Lösungen denkbar, darunter eine Beteiligung der öffentlichen Hand oder des Kantons.

Moreillon verwies zudem auf mögliche Schadenersatzforderungen in grosser Höhe, die laut Medienberichten bis zu einer Milliarde Franken erreichen könnten. Auch ein laufendes Ausstandsbegehren gegen mehrere Staatsanwältinnen, das jedoch an hohe rechtliche Hürden geknüpft sei, wurde thematisiert. (cam)

17:10 Uhr

Donnerstag, 5. Februar

Mehrere Verstösse: Crans-Montana schliesst Grand Hotel

Bei einer Inspektion vom 4. August 2025 hatte die Gemeinde Crans-Montana im Grand Hotel du Golf & Palace mehrere Verstösse gegen die gesetzlichen Brandvorschriften entdeckt. «Trotz mehrerer Mahnungen stellte die Gemeinde fest, dass die geforderten Anpassungen nicht vorgenommen wurden», schreibt sie am Donnerstagnachmittag in einer Mitteilung. Eine letzte Frist wurde vom 16. Dezember 2025 bis zum 15. Januar 2026 gesetzt, jedoch ohne Erfolg.

Nun hat Crans-Montana das Grand Hotel mit sofortiger Wirkung geschlossen, weil es als nicht konform mit den Brandschutzvorschriften eingestuft wird. Die kantonale Feuerwehrbehörde gab nach ihrem Besuch vor Ort am Mittwoch ihre Zustimmung. Die Entscheidung wurde dann am Donnerstag vom Gemeinderat bestätigt. Die Polizei wurde damit beauftragt, die Schliessung unverzüglich durchzusetzen. Crans-Montana Tourismus unterstützt das Hotel dabei, seine Gäste bestmöglich unterzubringen. (att)

12:09 Uhr

Donnerstag, 5. Februar

Wallis zahlt erste Gelder an Brandopfer aus

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana hat der Kanton Wallis versprochen, jedem hospitalisierten Opfer sowie jeder Angehörigenfamilie der verstorbenen Personen eine Soforthilfe in der Höhe von 10'000 Franken auszuzahlen. Nun sind die ersten Gelder überwiesen worden.

Die Zahlungen betreffen bislang 48 Opfer, wie der Kanton Wallis am Donnerstag mitteilt. In vierzehn Fällen sei der Betrag ins Ausland überwiesen worden: auf sieben Konten in Frankreich, sechs in Italien und eines in Belgien. «Die Anträge werden derzeit fortlaufend bearbeitet, sobald die erforderlichen Unterlagen eingehen, und zur Zahlung an die Bank weitergeleitet», betont der Kanton. Bevor die Auszahlungen ausgelöst werden können, müsse eine ganze Reihe von administrativen Überprüfungen erfolgen. (jus)

09:37 Uhr

Donnerstag, 5. Februar

Ehepaar Moretti wendet sich an Mitarbeitende

Einen Monat nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana wendet sich das Ehepaar Moretti, welches die Bar Le Constellation betrieb, zum ersten Mal an seine Mitarbeitenden. Am Mittwochnachmittag wurde ein Brief an das gesamte Team der Bar verschickt, wie das französische Nachrichtenportal «Franceinfo» berichtet.

Darin wende sich das Ehepaar mit mitfühlenden Worten an seine Angestellten. Es gebe Beileids- und Trauerworte um die drei ums Leben gekommenen Teammitglieder. Sie hätten sich nicht früher bei ihren Angestellten melden können, schreiben Jessica und Jacques Moretti darin, weil ihnen während der laufenden Ermittlungen ausdrückliches Schweigen auferlegt worden sei.

In den vergangenen Tagen haben mehrere Angestellte der Bar Le Constellation öffentlich ausgesagt, dass Sicherheitsvorkehrungen für die Betreiber der Bar nicht an erster Stelle gestanden seien. Das Paar hatte in Verhören vor der Staatsanwaltschaft behauptet, das Personal sei zwar geschult gewesen, habe die Evakuierungsregeln aber nicht richtig umgesetzt.

Im Brief schlagen die beiden nun einen anderen Ton an. Sie würden die Verantwortung auf sich nehmen, schreiben sie gemäss «Franceinfo»: «Ihr wart unsere Schützlinge und seid es noch immer. Diese Verantwortung wollen wir in keiner Weise auf euch abwälzen.»

Morettis gehen auch auf die Frage der Löhne ein. Mitarbeitende hatten deren Ausbleiben kritisiert. Die Zahlungen seien ab dem 6. Januar 2026 veranlasst worden, heisst es nun im Brief. Jedoch seien alle Konten eingefroren. Morettis hoffen, dass die Staatsanwaltschaft einer «teilweisen Freigabe der Gelder» zustimme. (leh.)

18:10 Uhr

Dienstag, 3. Februar

Gemeinde alimentiert Opferfonds mit einer Million Franken

Crans-Montana spricht den Opfern der Brandtragödie von der Silvesternacht eine Million Franken zu. Der Gemeinderat fällte den entsprechenden Entscheid an seiner Sitzung vom Dienstag. Das Geld soll in den Fonds fliessen, den der Kanton Wallis am 26. Januar angekündigt hat. Der Gemeinderat sei überzeugt, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger von Crans-Montana bereit sei, 100 Franken pro Einwohner als Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Personen beizusteuern, sagte Gemeindepräsident Nicolas Féraud. «Wir sind uns bewusst, dass Geld keine Wunden heilen kann. Aber wir hoffen, dass wir die von der Tragödie betroffenen Familien unterstützen und Zeugnis von unserer Solidarität ablegen können», lässt sich Féraud in der Mitteilung zitieren. Die gesprochene Million stehe in keinem Zusammenhang mit späteren möglichen Schadenersatzforderungen, heisst es im Communiqué. (kä)

14:10 Uhr

Dienstag, 3. Februar

Einzelne Patienten können bald in die Schweiz verlegt werden

Einige nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana im Ausland stationäre Patienten befinden sich weiterhin in kritischem Zustand. Bei anderen wird in den kommenden Tagen eine Verlegung in die Schweiz möglich sein, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) am Dienstag mitteilte.

Aktuell seien 19 Schweizer und sechs verletzte Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz in spezialisierten Klinken in Deutschland, Belgien, Frankreich und Italien. Die Schweiz konnte diese Patienten dank des Zivilschutzmechanismus der Europäischen Union (UCPM) für Notfälle verlegen.

Die zuständigen ausländischen Fachzentren seien bereit, Patienten so lange wie nötig zu behandeln, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Dadurch sei es möglich, die Rückführung in die Schweiz zu einem therapeutisch angemessenen Zeitpunkt zu planen. So sei auch eine bestmögliche Nachsorge gewährleistet. (watson.ch)

21:28 Uhr

Montag, 2. Februar

Familien von Brandopfern gründen Verein

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana haben betroffene Eltern den Verein Swisshearts gegründet. Wie SRF berichtet, sollen Familien so unterstützt werden, sei es in finanzieller Hinsicht, wenn Kinder im Ausland im Spital sind, bei Transport- oder Unterbringungskosten.

«Wir stellten fest, dass einige Familien aus der Region nach Deutschland oder Zürich pendeln müssen oder jetzt sogar dort leben. Sie brauchen direkte und schnelle Hilfe und können nicht warten, bis eine Versicherung zahlt», sagt Stéphane Buchs, Mitgründer des Vereins. Sein eigener Sohn liegt in Lausanne im Koma. Die Aufgabe durch den Verein helfe ihm, mit dem Geschehenen umzugehen und etwas Sinnvolles zu tun. (zen)

12:34 Uhr

Montag, 2. Februar

Brandopfer Rose: «Ich glaube nicht, dass ich jemals wieder ein normales Leben führen kann»

Die 18-jährige Schweizerin Rose gehört zu den 115 Opfern, die bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana verletzt wurden. Sie wurde in einer Klinik im belgischen Lüttich behandelt. «Sie haben Haut von meinem rechten Oberschenkel genommen und sie auf meine Hände transplantiert», erzählte Rose dem französischen Fernsehsender «TF1».

Neben den körperlichen Verletzungen leidet die 18-Jährige auch unter einem psychischen Trauma. «Die Bilder kommen wieder. Ich glaube nicht, dass ich jemals wieder ein normales Leben führen kann.» (has)

10:11 Uhr

Montag, 2. Februar

Im Spital Zürich verstorbenes Brandopfer  (†18) hatte «Krankenhaus-Keim»

Der im Universitätsspital Zürich am Wochenende verstorbene A. (†18) aus Lutry infizierte sich vor seinem Tod im Spital mit dem antibiotikaresistenten «Acinetobacter baumannii», umgangssprachlich auch «Krankenhaus-Keim» genannt. Das berichtet «Inside Paradeplatz».

USZ-Sprecher Marcel Schlatter bestätigte das gegenüber «Blick». Er könne allerdings nicht bestätigen, dass er an den Folgen der Infektion verstarb. Für die genaue Ermittlung der Todesursache von A. sei die Staatsanwaltschaft Wallis zuständig. (has)

14:31 Uhr

Samstag, 31. Januar

Weiteres Todesopfer von Crans-Montana: 18-Jähriger verstirbt in Zürcher Spital

Nach mehreren Wochen ist am Samstag ein weiteres Opfer des Brands im Lokal «Le Constellation» gestorben. Damit steigt die Anzahl der Todesopfer auf 41 Personen.

10:46 Uhr

Freitag, 30. Januar

Skirennen: Crans Montana denkt an die Silvesternacht

Beim Skirennen der Frauen in Crans-Montana ist die Tragödie überall präsent und auch die Stimmung ist gedämpft. Niemand hat hier vergessen, was in der Silvesternacht passiert ist. Auf den Werbebanden wird den Opfern gedacht und auch einige Fahrerinnen sind mit Trauerflor unterwegs. (has)

09:00 Uhr

Freitag, 30. januar

Vater von Brandopfer kritisiert Schweizer Behörden

Der Vater eines der Opfer, die in der Silvesternacht beim Brand im «Le Constellation» getötet und verletzt wurden, kritisiert die Schweizer Behörden, das berichtet der «Blick». «Wir haben so gut wie gar keinen Kontakt», bemängelt er. «Im Gegensatz dazu hat sich Frankreich gemeldet, sogar mit einem Treffen bei Präsident Macron», sagt Blatti und fordert mehr Hilfe für die Opfer: «Die Versicherungssummen reichen nicht. Es braucht einen Fonds, um alle zu entschädigen.» Sein Sohn erlitt bei dem Unglück schwere Verbrennungen und liegt noch immer im Koma im Universitätsspital Waadt. Gemeinsam mit anderen Familien hat der Vater den Verein «Swisshearts» gegründet, um Spenden zu sammeln. (has)

08:56 Uhr

Freitag, 30. Januar

Verbrennungsopfer darf Spital verlassen

Eleonora P.  ist eines der Opfer von Crans-Montana. Zwar überlebte sie die Brandkatastrophe, erlitt jedoch schwere Verbrennungen. «Hier auf der Intensivstation kämpfen wir Tag für Tag, um zu heilen. Mein Gedanke gilt den Engeln, die es nicht geschafft haben. Hört niemals auf, das Leben zu ehren!», meldete sie sich Mitte Januar aus dem Spital Niguardia in Mailand.

Nun konnte die 29-jährige Tierärztin das Spital verlassen, das berichtet der «Blick.» Gegenüber dem «Corriere della Sera» sagte sie: «Die grösste Hürde ist geschafft, aber mein Weg fängt erst an.» (has)

13:24 Uhr

Donnerstag, 29. Januar

Walliser Staatsanwaltschaft eröffnet viertes Strafverfahren

Wie das Westschweizer Fernsehen und Radio RTS berichtet, hat die Walliser Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana in der Neujahrsnacht ein viertes Strafverfahren eröffnet.

Gemäss RTS richtet sich das Verfahren gegen den aktuellen Verantwortlichen für die öffentliche Sicherheit der Gemeinde Crans-Montana. Er soll nächste Woche von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigter einvernommen werden.

Bereits am Mittwoch wurde bekannt, dass der frühere Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde ebenfalls als Beschuldigter im Rahmen des Verfahrens einvernommen wird. Davor führte die Staatsanwaltschaft lediglich gegen Betreiberpaar der betroffenen Bar, Jacques und Jessica Moretti, Ermittlungen. In der Bar waren in der Neujahrsnacht 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung.

Eine zentrale Frage ist, ob die Bar Brandschutzvorschriften eingehalten hat. Die Gemeinde hatte fünf Tage nach der Katastrophe eingeräumt, dass die jährlichen Brandschutzkontrollen seit 2019 nicht mehr stattgefunden haben.

Wie RTS berichtet, hat die Staatsanwaltschaft in einer Verfügung vom Dienstag abgelehnt, die Gemeinde Crans-Montana als Nebenklägerin im Strafverfahren zuzulassen. (cbe)

13:08 Uhr

Donnerstag, 29. Januar

Dokument zeigt Mängel bei Sicherheitskontrollen in Crans-Montana

Bei der Brandkatastrophe im Le Constellation von Crans-Montana kamen in der Neujahresnacht 40 Personen ums Leben. Wie sich später zeigte, wurden im Lokal die obligatorischen Sicherheitskontrollen durch die Gemeinde nicht durchgeführt. Die letzte feuerpolizeiliche Kontrolle erfolgte 2019.

Wie sich in den folgenden Wochen zeigte, handelt es sich es sich hierbei nicht um einen Einzelfall. So wurde etwa bekannt, dass der Kanton Wallis über Jahre keine Brandschutzkontrollen in Crans-Montana einforderte. Ein neuer Bericht von «Le Nouvelliste» zeigt nun, dass 2025 die Mehrheit der öffentlichen Einrichtungen nicht richtig geprüft wurde.

Gemäss der Zeitung sind diese Mängel in einem Dokument ersichtlich, das beim Gericht eingereicht wurde. Auf diesem sind 110 Restaurants, Hotels, Bars und Kliniken aufgelistet, bei welchen die obligatorischen jährlichen Sicherheitskontrollen hätten durchgeführt werden sollen. Davon entsprachen nur 38 eindeutig den Vorschriften, wie Le Nouvelliste schreibt.

Blick auf die verriegelte Terrasse der Bar Le Constellation in Crans-Montana (28. Januar). (Bild: Keystone)

Weitere 18 Einrichtungen wurden im Dokument mit gelber Karte markiert. Diese gehören zur Kategorie «Unklar, wird geprüft». Warum der Inspektionsstatus unbekannt blieb, ist unklar – die Gemeinde Crans-Montana lehnte gegenüber der Zeitung eine Stellungnahme ab.

Fast die Hälfte des Dokuments, also 54 von 110 Betrieben, wurde mit roter Farbe markiert. Hierbei handelt es sich um Einrichtungen, deren Inspektionen nicht auf dem neusten Stand sind. Zu diesen gehört auch das «Le Constellation». Ersichtlich ist auch, wann die Kontrollen zum letzten Mal durchgeführt wurden.

Gemäss Le Nouvelliste wurde zum Beispiel ein Hotel letztmals 2009 überprüft. Und ein Restaurant wurde nach 2020 nicht mehr untersucht, obwohl es 2022 umgebaut wurde und den Besitzer wechselte. Bei 24 Betrieben fehlt das Datum der letzten Überprüfung gänzlich, bei 16 ist vermerkt, dass keine Akte angelegt worden sei.

Der Kanton Wallis verlangt eigentlich jährliche Brandschutzkontrollen. Die Verantwortung dafür, dass diese durchgesetzt werden, tragen jedoch die Gemeinden. (dab/watson)

19:13 Uhr

Mittwoch, 28. Januar

Strafverfahren gegen Ex-Sicherheitsverantwortlichen eingeleitet

Die Ermittler zur Brandkatastrophe von Crans-Montana haben nach Informationen des öffentlichen Schweizer Senders RTS ihre Strafuntersuchung ausgeweitet. Sie sollen ein Strafverfahren gegen einen ehemaligen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde eröffnet haben, berichtet der Sender. Der Anwalt des Mannes habe die Information bestätigt. Die Staatsanwaltschaft machte zunächst keine Angaben.

Bislang führte sie nur das Betreiberpaar der betroffenen Bar «Le Constellation» als Beschuldigte, Jacques und Jessica Moretti. In der Bar waren in der Neujahrsnacht 40 Menschen ums Leben gekommen. Sie ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. Frage ist, ob die Bar Brandschutzvorschriften eingehalten hat.

Die Gemeinde hatte fünf Tage nach der Katastrophe eingeräumt, dass die jährlichen Brandschutzkontrollen seit 2019 nicht mehr stattgefunden haben. Wie es dazu kommen konnte, sei unerklärlich, sagte Gemeindepräsident Nicolas Féraud. Mit dem Verfahren werde festgestellt, ob es wegen der festgestellten Versäumnisse eine strafrechtliche Verantwortung des Mannes gebe, berichtete RTS. (dpa)

18:00 Uhr

Dienstag, 27. Januar

Verschlossene Tür: Beschuldigter Mitarbeiter weist Vorwürfe zurück

Bei der Befragung durch die Justiz schoben die Geschäftsführer des «Constellation» die Verantwortung für eine verschlossene Tür im Erdgeschoss der Bar auf einen ihrer ehemaligen Mitarbeiter. Dieser wehrt sich nun.

Die vom Ehepaar Moretti als «Seiteneingang» bezeichnete Tür im Erdgeschoss war in der Nacht des Unglücks von innen verschlossen. In Begleitung von Angehörigen war es Jacques Moretti, der sie bei seiner Ankunft am Tatort öffnete. Hinter ihr fand er mehrere leblose Körper, darunter den von Cyane P., einer Kellnerin, die er als seine «Stieftochter» bezeichnet.

Was die Verantwortung für diese verschlossene Tür angeht, haben die beiden Geschäftsführer einen Schuldigen gefunden: Den Ermittlern gegenüber gaben sie an, dass es ein Saisonarbeiter gewesen sei, der Eiswürfel gebracht und die Tür verschlossen habe. Die Morettis versicherten, dass sie die Anweisung gegeben hätten, diesen Ausgang immer offenzulassen.

Gegenüber der französischen Zeitung «Le Parisien» erklärt der Koch nun, er habe in der Silvesternacht aus einem anderen Restaurant der Morettis Eiswürfel ins «Constellation» gebracht. «30 Sekunden vor Beginn des Feuerwerks» sei er gegangen. Und zwar nicht wie vorgesehen durch die besagte Seitentür – weil er diese nicht habe öffnen können. Die Tür wäre demzufolge bereits verschlossen gewesen. Das würden auch Überwachungskameras beweisen, so der Franzose.

Der junge Mann ist inzwischen nach Frankreich zurückgekehrt. Jacques Moretti wirft ihm vor, geflohen zu sein. Auch diesen Vorwurf bestreitet der Koch. Das Rätsel um die kleine Tür im Erdgeschoss bleibt derweil weiterhin ungelöst. Sie wurde gemäss der Zeitung mittlerweile versiegelt. Zudem sei sie eindeutig als Notausgang definiert. (pin/jzs)

14:14 Uhr

Dienstag, 27. Januar

Gemeindepräsident von Crans-Montana bricht Schweigen: «Ich hätte meinen Emotionen freien Lauf lassen sollen»

Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, will sich nach der Brandkatastrophe in der Silvesternacht seiner Verantwortung stellen, erklärte er im Interview mit Keystone-SDA.

In den Augen vieler Leute sei er schuldig, sagte Féraud im Gespräch mit der Nachrichtenagentur, das berichtet der «Blick». Im Falle einer Anklage werde er die Verantwortung übernehmen, die er zu übernehmen habe, so der Lokalpolitiker. Auf einer menschlichen Ebene spüre er ohnehin jene Verantwortung.

Bedauern äusserte Féraud darüber, an einer Pressekonferenz der Gemeinde am 6. Januar nicht in deren Namen um Verzeihung gebeten zu haben. In einer emotional sehr schwierigen Situation für alle habe er den Fehler begangen, statt einer Entschuldigung und Gefühlen die Vorsicht in den Vordergrund zu stellen, sagte er. (has)

13:42 Uhr

Dienstag, 27. Januar

Fasnacht Luzern: Brandschutz wird verbessert

Nach der  Brandkatastrophe von Crans-Montana wird bei der Fasnacht in Luzern die Feuerwehr neu ab Mittwoch vor dem Schmudo bis Ende Fasnacht mit drei Patrouillen statt einer unterwegs sein, um Lokale zu kontrollieren bezüglich Deko, Notausgänge und Personenbelegung. Ausserdem gibt es eine Empfehlung der Stadt. Dort heisst es unter anderem:  «Veranstaltenden, Gastrobetrieben sowie Betreibenden von Lokalen und sonstigen Innenräumen wird empfohlen, während der Fasnacht auf jegliche Formen von offenem Feuer zu verzichten.» Dazu zählen Pyroartikel oder Wunderkerzen, nicht aber Rechauds mit Sicherheitspaste. Darüber hinaus appellieren Polizei und Feuerwehr mit einer Kampagne auf Social Media an die Leute, kein Pyromaterial an die Fasnacht mitzubringen und schon gar nicht in den Gassen zu zünden. (has)

08:43 Uhr

Dienstag, 27. Januar

Akustikmatte löste sich offenbar von der Decke

Ein neues Detail wirft ein schlechtes Licht auf die Barbetreiber Jacques und Jessica Moretti: Gemäss der Sendung «Mise au point» des Westschweizer Fernsehens RTS gibt es Videobeweise, dass die Akustikschaumdecke im «Le Constellation» sich wenige Tage vor Weihnachten von der Decke der Bar löste. Das Video hatte der neue Barchef Gaëtan T. gemacht und an Jacques Moretti geschickt. Mit Billardqueues, die zwischen Decke und Barhocker geklemmt wurden, wurde demnach versucht, die Matte wieder zu befestigen.

Die Aufnahmen, zu denen auch Sprachnachrichten von Moretti an seinen Angestellten gehören sollen, seien von T.'s Familie an die französische Polizei übergeben worden. Der Barchef erlitt in der Silvesternacht schwere Verbrennungen und wird derzeit in der Nähe seines Wohnorts in Frankreich behandelt. (sf)

06:52 Uhr

Dienstag, 27. Januar

Nach Brandkatastrophe:  Meloni fordert gemeinsame Ermittlungsgruppe

Die tödliche Silvesternacht von Crans-Montana mit 40 Toten sorgt weiter für Kritik. Die Regierung in Rom fordert die Kooperation der Justizbehörden und «die sofortige Einrichtung» eines italienisch-schweizerischen Ermittlerteams, hieß es am Montag. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verlangt, dass die Verantwortung für «das Massaker von Crans-Montana vom 1. Januar 2026» «ohne weitere Verzögerungen» geklärt werden müsse.

Meloni und ihr Aussenminister Antonio Tajani hatten empört auf die Freilassung des Barbesitzers Jacques Moretti reagiert. Daraufhin wurde der Botschafter am Samstag von Rom zurückberufen, um gegen die Freilassung Jacques Morettis (49), des Besitzers der Todes-Bar «La Constellation», zu protestieren. (has)

06:48 Uhr

Dienstag, 27. Januar

«Zweifellos»: Italien-Botschafter glaubt an Beweismittelmanipulation in Crans-Montana

Der italienische Botschafter in der Schweiz hält es für wahrscheinlich, dass es im Fall Crans-Montana zu Beweismittelmanipulationen gekommen ist. Als Grund sieht er Verzögerungen und Versäumnisse der Walliser Justiz. «Zweifellos», antwortete Gian Lorenzo Cornado, Botschafter in Bern und am Samstag vom italienischen Aussenminister nach Rom zurückbeordert, auf eine Frage in der Sendung «Cinque minuti» von Rai 1. Und in Bezug auf den Betreiber der Unglücksbar «Le Constellation» in Crans-Montana sagte Cornado: «Dass man neun Tage wartete, bevor Jacques Moretti verhaftet wurde, seine Wohnung nicht durchsuchte, sein Handy nicht beschlagnahmte und die von der Gemeinde Crans-Montana verwahrten Dokumente nicht sicherstellte, hat mit Sicherheit zur Beweismittelmanipulation beigetragen.»

Die Vorwürfe von Cornado sind unbelegt. Allerdings äusserten zuvor auch bereits mehrere Opferanwälte Bedenken am Vorgehen der Walliser Justiz. (watson.ch)

12:08 Uhr

Montag, 26. Januar

Kanton Wallis: 10 Millionen Franken für Stiftung für Opfer und Angehörige

Der Kanton Wallis setze alles daran, die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana sofort und langfristig in finanzieller, rechtlicher und administrativer Hinsicht zu unterstützen, schreibt der Staatsrat in einer Medienmitteilung vom Montag. Dafür beantragt die Kantonsregierung beim Grossen Rat, eine Stiftung zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen mit 10 Millionen Franken zu dotieren. Eine entsprechende Botschaft wird dem Kantonsparlament übermittelt. Die Gründung dieser Stiftung hatte der Staatsrat bereits vorletzte Woche angekündigt.

Der Walliser Staatsrat verspricht rasche Hilfe: Regierungspräsident Mathias Reynard (SP) spricht am 2. Januar in Sitten vor den Medien. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)

Unabhängig von der finanziellen Situation der Opferfamilien übernimmt der Kanton Wallis ausserdem die Kosten für die Rückführung und Bestattung der Verstorbenen. Diese Entschädigung kommt laut der Mitteilung des Staatsrats zu den 10'000 Franken hinzu, die allen Familien der hospitalisierten Verletzten sowie der Verstorbenen als Soforthilfe ausgezahlt werden.

Auch der Vorstand der Sozialdirektorenkonferenz (SODK) hat sich am Montag mit der Unterstützung der Opfer der Brandkatastrophe und ihrer Angehörigen befasst. Als federführendes interkantonales Organ beim Thema Opferhilfe hat der SODK-Vorstand ausserordentliche Empfehlungen erlassen. Angesichts der Schwere sowie der nationalen Dimension des Ereignisses sei es unabdingbar, eine schweizweit einheitliche Praxis zur Gewährung von Soforthilfe zu etablieren, heisst es in einer Medienmitteilung.

Unter anderem empfiehlt der Vorstand der Sozialdirektorenkonferenz, dass neben verstorbenen und verletzten Personen auch jene als Opfer anerkannt werden, die zum Unglückszeitpunkt im Lokal waren oder versucht haben, Personen zu retten. Um eine Überlastung einzelner Beratungsstellen zu vermeiden, sehen die Empfehlungen eine aktive Koordination zwischen den Kantonen vor.

Ebenso empfiehlt die SODK, die übliche Subsidiaritätsprüfung vorübergehend aufzuschieben. Diese sieht vor, dass Opferberatungsstellen zunächst abklären müssen, ob beispielsweise Versicherungen die Kosten abdecken. Durch die Aufhebung dieser Subsidiaritätsprüfung soll die Hilfe rasch erfolgen können. (cbe)

11:37 Uhr

Sonntag, 26. Januar

Jacques Moretti renovierte Bar mit Schwarzarbeiter

Letzte Woche berichtete die «NZZ am Sonntag», dass Jacques Moretti wegen Schwarzarbeit vorbestraft ist. Ermittlungsakten, die dem «SonntagsBlick» vorliegen, zeigen nun, dass Moretti diese Straftat 2015 beim Umbau der Bar Le Constellation begangen hat. Während der Renovierung der Bar sei es zu «Kontrollen» gekommen, zitiert die Zeitung aus einem Verhörprotokoll. Moretti musste anschliessend eine Geldstrafe bezahlen, weil er einen Arbeiter illegal beschäftigt hatte. Laut den Aussagen Morettis handelt es sich beim Schwarzarbeiter um einen Rumänen. Mit ihm soll Moretti bereits früher zusammengearbeitet haben, zwischen 2008 und 2010 bei einem Haus auf Korsika. Ein Opferanwalt erkundigte sich im Verhör, wie der Rumäne kontaktiert werden könne. Moretti erklärte daraufhin: «Um ihn zu schützen, möchte ich diese Information nicht preisgeben.» Ob die Staatsanwaltschaft den Rumänen vernommen hat oder dies noch vorhat, geht aus den Akten nicht hervor. (chm)

11:34 Uhr

Sonntag, 25. Januar

Verriegelte Tür hätte laut Dokumenten ein Notausgang sein müssen

Über drei Wochen nach dem verheerenden Brand von Crans-Montana kommen weitere Unstimmigkeiten ans Licht. Recherchen der «NZZ am Sonntag» zeigen, dass eine Tür im Erdgeschoss der Bar, hinter der mehrere bewusstlose Menschen gefunden wurden, eigentlich ein Notausgang hätte sein sollen. Sie war jedoch verriegelt. Mindestens eine der Personen starb hinter der Tür. Die Zeitung stützt sich auf eine Vielzahl von Dokumenten aus den Untersuchungsakten der Walliser Staatsanwaltschaft. Daraus geht hervor, dass dieser Seitenausgang der Bar bei der Baubewilligung als Notausgang designiert worden war. Die Tür hätte auch als Notausgang beschildert sein müssen. Der Betreiber der Bar, Jacques Moretti, behauptet jedoch seit dem Unglück, es habe sich nicht um einen Notausgang gehandelt, sondern um eine «Servicetür». Aus den Dokumenten der Untersuchung ist indes nicht ersichtlich, ob Moretti über die Notausgänge seiner eigenen Bar informiert war und ob ihm die relevanten Dokumente zur Kenntnis gebracht wurden. Klar ist, dass bei einer Brandschutzkontrolle der fehlende Notausgang nicht bemängelt wurde, wie die Zeitung unter Berufung auf das Protokoll der Kontrolle schreibt. Das wirft wiederum Fragen über die Verantwortung der Gemeinde Crans-Montana auf. Die Gemeinde und Morettis Anwälte nahmen keine Stellung. (chm)

11:23 Uhr

Sonntag, 25. Januar

Jositsch verteidigt Moretti-Freilassung aus U-Haft

Die Entlassung von Jacques Moretti, dem Inhaber der Unglücksbar von Crans-Montana, aus der Untersuchungshaft sorgt über die Landesgrenzen hinaus für Empörung. Laut SP-Ständerat und Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch geht die Walliser Justiz aber korrekt vor. Jositsch gab seine Einschätzung auf Anfrage des Tagesanzeigers ab. Er hält die Freilassung von Jacques Moretti, der vergangene Woche unter strengen Auflagen aus der Untersuchungshaft kam, für plausibel. Aufgrund der ihm bekannten Informationen gebe es keinen Grund, Moretti weiter festzuhalten, so der Politiker.

Er habe sich bereits gewundert, dass überhaupt Untersuchungshaft angeordnet worden sei, so Jositsch. Diese sei in der Regel nur bei schweren Delikten anzuordnen – trotz der verheerenden Folgen der Brandkatastrophe von Crans-Montana sei die fahrlässige Tötung, der die Morettis verdächtigt werden, auf juristischer Ebene kein solches.

Tatsächlich hatte sich Jositsch in diesem Sinne bereits Anfang Januar gegenüber dieser Zeitung geäussert. Damals kam Kritik an der Staatsanwalt auf, weil sie Moretti zunächst nicht in U-Haft gesetzt hatte. Jositsch verteidigte das Vorgehen der Walliser Staatsanwaltschaft. (watson/dk)

06:18 Uhr

Sonntag, 25. Januar

Eine Grafik des Forensischen Instituts Zürich zeigt die Leichenfundorte nach dem Inferno

Es ist unvorstellbar, was sich in der Silvesternacht in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana abspielte. Nun kam unter anderem eine Grafik des Forensischen Instituts Zürich an die Öffentlichkeit, die der «Bild» vorliegt. Die Grafik zeigt, wo im Lokal die Leichen und wo die abgebrannten Feuerwerkskörper gefunden wurden.

Tatortskizze des Forensischen Instituts Zürich. (Bild: Bild)

Schnell lässt sich darauf erfassen, dass die rosa Fläche, welche die Leichenfundorte darstellt, gross ist. Die meisten Toten lagen vor der Treppe, die vom Untergeschoss, wo sich das Lokal befand, nach oben führt. Dieser schmale Ausgang wurde zur Todesfalle. Die Opfer müssen übereinander gelegen haben. Die Treppe wurde bei einem vorgängigen Umbau auf 1.37 Meter verschmälert.

12:12 Uhr

Samstag, 24. Januar

Italien zieht Botschafter aus der Schweiz ab

Jacques Moretti, der Betreiber der Bar «Le Constellation», ist wieder auf freiem Fuss. Das passt der italienischen Regierung gar nicht. Aus Protest gegen den Entscheid des Walliser Zwangsmassnahmengerichts beorderte sie den Botschafter nach Rom zurück.

09:45 Uhr

Samstag, 24. januar

Betreiber und Miteigentümer der Bar «Constellation» ist wieder frei

Nach der Zahlung der Kaution von 200'000 Franken soll Jacques Moretti, Betreiber und Miteigentümer der Bar «Constellation» in Crans-Montana aus dem Gefängnis von Sion entlassen worden sein. Dies berichtet der französische TV-Sender BFMTV unter Berufung auf eine Quelle. Gemäss der Zeitung «24 heures» sei Moretti jedoch bereits seit Freitag von der U-Haft befreit.

23:30 Uhr

Freitag, 23. Januar

Giorgia Meloni empört über Freilassung

Die Nachricht über die Entlassung von Jacques Moretti, des Betreibers der Unglücksbar Le Constellation, sorgt bei der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni für Empörung. Sie betrachte dies als Affront und Beleidigung gegenüber den Opfern der Tragödie und deren Angehörigen, «die wegen des Verlusts ihrer Liebsten leiden». Meloni will nun von den Schweizer Behörden Erklärungen zum Entscheid des Walliser Zwangsmassnahmengerichts. Dies teilte sie auf der Plattform X mit. Italien beklagt sechs Todesopfer, und 14 zum Teil minderjährige Personen haben beim Brand in Crans-Montana schwere Verletzungen erlitten.

Aussenminister Antonio Tajani bezeichnete die Freilassung Morettis sogar als «Schande». «Ich bin enttäuscht, beleidigt und empört wie ein Vater oder Grossvater.» Dieser Entscheid sei sinnfrei. Das Unglück von Crans-Montana sei vermeidbar gewesen, schrieb er auf X. Er kündigte an, die Eltern der Opfer weiterhin zu unterstützen, und versicherte ihnen die Solidarität des italienischen Staates. (kä)

17:39 Uhr

Freitag, 23. Januar

U-Haft aufgehoben: Jacques Moretti soll frei kommen

Das Zwangsmassnahmengericht in Sion hat die Untersuchungshaft gegen den Besitzer der Bar in Crans-Montana aufgehoben, in der vor gut drei Wochen bei einem Brand 40 Menschen ums Leben kamen. Jacques Moretti kommt gegen Auflagen auf freien Fuss. Die Auflagen sollen eine Flucht verhindern, wie das Gericht mitteilt.

Kommt auf Kaution frei: Jacques Moretti, Betreiber der Bar Le Constellation (Sion, 9. Januar). (Bild: Keystone)

Moretti muss seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen, darf nicht ausreisen, muss sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden und eine Kaution hinterlegen. 200.000 Franken seien auf dem Konto der Staatsanwaltschaft eingegangen, teilte das Gericht mit. Das Geld stamme von engen Freunden von Moretti. Für seine Frau Jessica gelten ähnliche Auflagen, sie war aber nicht in Untersuchungshaft genommen worden.

Die Morettis sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang zwar die einzigen Beschuldigten in dem Strafverfahren. Sie ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. «Die Staatsanwaltschaft behält sich jedoch ausdrücklich vor, das Verfahren auf alle Personen auszuweiten, deren strafrechtliche Verantwortung in Betracht gezogen werden könnte», teilte Staatsanwältin Beatrice Pilloud mit. (dpa)

10:18 Uhr

Freitag, 23. Januar

Kein ausserordentlicher Staatsanwalt für Brandtragödie

Die Ermittlungen zur Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation in Crans-Montana bleiben in den Händen der Walliser Staatsanwaltschaft. Das Büro der Staatsanwaltschaft lehnte den Antrag auf die Einsetzung eines ausserordentlichen Staatsanwalts ab, wie Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud am Freitagmorgen in einem Communiqué mitteilte. Eine Partei hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Für das Büro lagen jedoch weder objektive noch rechtliche Gründe vor, einen ausserordentlichen Staatsanwalt zu ernennen.

Die Staatsanwaltschaft geriet nach dem Unglück in der Silvesternacht, bei dem 40 Menschen starben und 116 schwer verletzt wurden, von verschiedener Seite unter Beschuss. Ihr wurden diverse Verfahrensmängel vorgeworfen. (kä)

09:54 Uhr

Dienstag, 20. Januar

Externes Büro hilft Crans-Montana bei der Kontrolle aller Betriebe

Seit dieser Woche unterstützt die Walliser Firma BTEE SA die Gemeinde Crans-Montana bei den Brandschutzkontrollen. Es sei «offensichtlich», dass die Kontrolleure der Gemeinde Verstärkung benötigten, um den Alltag sowie die ausserordentlichen Umstände nach der Brandkatastrophe zu bewältigen, lässt sich Gemeindepräsident Nicolas Féraud in einer am Mittwoch publizierten Mitteilung zitieren.

Der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, steht unter Druck. Bild: EPA/Cyril Zingaro

Bereits an der denkwürdigen Medienkonferenz sechs Tage nach der Tragödie in der Bar Le Constellation hatte er bekannt gegeben, ein spezialisiertes Büro zu beauftragen, um schnellstmöglich alle öffentlichen Betriebe der Gemeinde zu kontrollieren. Dazu zählen unter anderem Hotels, Restaurants und Cafés. Priorität hätten die Bars, heisst es nun in der Mitteilung. Die Kontrolle sämtlicher Betriebe werde die kommenden Monate in Anspruch nehmen.

Die Gemeinde Crans-Montana steht unter Druck, nachdem bekannt geworden war, dass ihre Sicherheitsbeauftragten die Bar Le Constellation während fünf Jahren nicht kontrolliert hatten. Zudem war der Schallschutz an der Decke, der sich in der Silvesternacht entzündete, bei den Kontrollen von 2016, 2018 und 2019 nicht beanstandet worden.(jus)

20:56 Uhr

Dienstag, 20. Januar

Behörden seit 2018 über Verstösse in der Bar Le Constellation informiert

Immer mehr Details kommen ans Licht. Wie verschiedene Medien berichten, waren die Behörden seit 2018 über Verstösse von Jacques Moretti informiert. So soll das Lokal Le Constellation in den Jahren 2016, 2018 und 2019 insgesamt dreimal kontrolliert worden sein. Bei der Kontrolle im Jahr 2016 sei allerdings lediglich die Veranda überprüft worden.

Im Januar 2018 forderte der Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde Crans-Montana den Geschäftsführer auf, die Besucherzahl auf 100 Personen pro Etage zu begrenzen. Zudem setzte er ihm eine Frist von drei Monaten, um anzugeben, wo sich die Feuerlöscher befinden. Zu diesem Zeitpunkt fehlten ausserdem Evakuierungspläne sowie eine entsprechende Schulung des Personals.

Im Mai des darauffolgenden Jahres stellte der Sicherheitsbeauftragte dieselben Forderungen erneut, da Moretti die Erwartungen der Gemeindeverwaltung nicht erfüllt hatte. Wiederum wurde eine Frist von drei Monaten gesetzt. Danach wurde die Bar nicht mehr kontrolliert. In den Berichten wird der verwendete Schallschutzschaum zudem nie erwähnt.

Jacques Moretti war in den genannten Jahren nicht Eigentümer der Räumlichkeiten, sondern Geschäftsführer des Betriebs. (cam)

19:07 Uhr

Dienstag, 20. Januar

Minuten bevor das Feuer im «Le Constellation» ausbrach, enden die Videoaufnahmen der Kameras

In der Silvesternacht um 01:26 Uhr brach in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ein Feuer aus. Beim Brand kamen 40 Menschen ums Leben, 116 wurden schwer verletzt.

Aus dem Lokal liegen Bilder der Videoüberwachungskameras vor. Diese zeigen das Nachtleben bis 01:23 Uhr. Bis drei Minuten vor dem Ausbruch des fatalen Brandes.

Doch wieso gibt es nach 1:23 Uhr keine Bilder mehr? Der Zeitung «Bild» liegen Ermittlungsakten vor. Laut diesen sagte Jacques Moretti am 1. Januar bei der Einvernahme: «Zu diesem Zeitpunkt hat sich das System aufgehängt. Ich kann es nicht mehr zurückset­zen.»

Moretti habe der Polizei Screenshots vorgelegt, die die letzten aufgezeichneten Minuten des Partylebens in der Bar zeigen, schreibt die «Bild». Elf verschiedene Einstellungen und Winkel zeigten die Bar.

Auf den Bildern von 1:23 Uhr scheint die Bar im unteren Stockwerk um einiges voller als im oberen. Hier wurde der Brand ausgelöst. Wunderkerzen entzündeten mutmasslich die Schaumstoff-Schalldämpfer, die an der Decke angebracht waren.

Eine weitere Aufnahme zeigt den Notausgang der Bar. Er scheint geöffnet, aber mit einem Möbelstück blockiert zu sein. An der Wand daneben hängt ein Feuerlöscher. Ob der Notausgang noch immer geöffnet war, als der Brand ausbrach, und ob der Feuerlöscher noch immer am selben Ort hing, ist nicht bekannt. Es gibt bis heute keinen Hinweis darauf, dass der Notausgang oder der Feuerlöscher genutzt wurden.

Jacques Moretti befindet sich zurzeit in Untersuchungshaft. Für das Betreiberpaar gilt die Unschuldsvermutung. (nib/watson.ch)

15:34 Uhr

Dienstag, 20. Januar

Derzeit noch 28 Verletzte in der Schweiz in Behandlung

Gemäss dem SRF befinden sich laut aktuellen Angaben noch 28 Betroffene des verheerenden Brandes in Crans-Montana in Schweizer Spitälern. Weitere Verletzte wurden in spezialisierte Rehabilitationskliniken verlegt. Zudem werden 38 Personen im Ausland behandelt, 15 davon sind Schweizer Staatsangehörige. Die Zahl der Patienten soll in den vergangenen Tagen rückläufig gewesen sein, heisst es weiter. (cam)

08:45 Uhr

Montag, 19. Januar

Morettis Anwälte sehen «Lügen» und «Entgleisungen»

Die Anwälte des Betreiberpaars der Bar «Le Constellation» weisen die Vorwürfe gegen ihre Mandanten nach der Brandkatastrophe in der Silvesternacht zurück. Sie sehen «Lügen» und «Entgleisungen» und beklagen gar eine regelrechte «Vendetta». Die Walliser Staatsanwaltschaft solle diesem Druck widerstehen.

Die Anwälte bestritten am Sonntagabend im Gespräch mit mehreren ausgewählten Medien, dass sich ihr Mandant nicht über die Feuerfestigkeit des an der Decke angebrachten Schaumstoffs informiert haben soll. Er habe sich beim Kauf sehr wohl vergewissert, sagte einer der Anwälte.

Auch andere Anschuldigungen seien falsch. So habe der Besitzer nie behauptet, der Notausgang sei verschlossen gewesen. Der Notausgang sei mit einem sogenannten Panikgriff ausgestattet, den man nicht schliessen oder blockieren könne. Dieser Ausgang sei also offensichtlich offen gewesen.

Zur Breite der Treppe, die angeblich verschmälert wurde, sagten die Anwälte, dass dies nicht im Ermessen der Betreiber liege. Die Breite werde durch behördliche Normen festgelegt, deren Einhaltung auch von den Behörden kontrolliert werden müsse. Die Betreiber haben sich nach eigenen Angaben an die Anweisungen bezüglich Notausgänge, Treppenbreite und Beschilderung gehalten. (chm)

07:03 Uhr

Sonntag, 18. Januar

Romandie verbietet Feuerwerk, Deutschschweiz zögert

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana haben sechs lateinische Kantone Pyrotechnik in öffentlich zugänglichen Innenräumen verboten - darunter Wallis, Waadt, Genf und Tessin. Die deutschsprachigen Kantone hingegen warten zu. «Wir sind der Meinung, dass grundsätzlich gezielte Sensibilisierung und Schulung der Verantwortlichen von Restaurationsbetrieben einen grösseren Effekt hat als generelle Verbote», schreibt der Kanton Graubünden auf Anfrage der «SonntagsZeitung». Die bernische Wirtschaftsdirektion will «zunächst die Untersuchungsergebnisse abwarten». Dennoch könnte auch in der Deutschschweiz ein Verbot von Feuerwerk in Bars und anderen Betrieben folgen. In Uri ist eine solche Massnahme «denkbar», wie die Sicherheitsdirektion bestätigt. «Eine mögliche Umsetzung wird geprüft, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Fasnachtstage.» (has)

06:59 Uhr

Sonntag, 18. Januar

Beatrice Tschanz über die Entschädigung für die Opfer von Crans-Montana: «Mit Verlaub, 10’000 Franken, das ist lächerlich!

Zwei Wochen nach der Brandkatastrophe von ­Crans-Montana schlägt die Trauer der Angehörigen immer mehr in Wut um. Stellvertretend für eine seiner Klientinnen sagt Opferanwalt ­Sébastien Fanti: «Wir müssen die Ehre der Schweiz retten.» Um der zunehmenden Kritik etwas die Spitze zu nehmen, hat der Kanton Wallis letzte Woche versprochen, den Angehörigen der Opfer je 10’000 Franken zukommen zu lassen, damit sie die dringendsten Ausgaben tätigen können. Ein Angebot, das sich der Kanton 1,5 Millionen Franken kosten lässt.

Dazu sagt Beatrice Tschanz, die ehemalige Kommunikationsverantwortliche der Swissair, im Interview mit der «SonntagsZeitung»: «Mit Verlaub, 10’000 Franken, das ist lächerlich.» Zum Vergleich: Die Swissair hat nach dem Absturz bei Halifax pro Opfer 200’000 Franken Soforthilfe geleistet. Und die Gemeinde Crans-Montana hat für die Ski-WM 2027 einen Verpflichtungskredit von rund 42 Millionen Franken aufgenommen.

Der ehemalige Tessiner Staatsanwalt Paolo Bernasconi musste die Wut der Italiener in einer Fernsehdiskussion erleben. Man liess ihn als Schweizer nicht einmal mehr zu Wort kommen. Bernasconi versteht das: «Es ist unerträglich. Das Almosen des Walliser Regierungsrats deckt nicht einmal die Bestattungs- und Reisekosten. Heute leiden die Familien der Verstorbenen und der Verwundeten. Ein engherziger Bundesrat verschiebt eine mögliche finanzielle Hilfe in die Zukunft. Meine letzte Hoffnung: ein von der Nationalbank gespeister Solidaritätsfonds für die sofortige finanzielle Hilfe an die Familien.»

Dass mehr gehen muss, denkt man auch in Bern. Hinter den Kulissen ist der Ärger über die «kleinlichen Walliser» gross. Sprecher Urs Wiedmer sagt: «Bundespräsident Guy Parmelin steht mit dem Walliser Staatsratspräsidenten Mathias Reynard in Kontakt. Er setzt sich dafür ein, dass die Opfer der Brandkatastrophe und ihre Angehörigen ausreichend Unterstützung erhalten. Der Bundesrat ist bereit, nötigenfalls beim Parlament zusätzliche Finanzmittel zu beantragen.» Auf eine entsprechende Aussage aus dem Wallis oder aus Crans-Montana wartet man bisher vergebens. (has)

06:56 Uhr

Sonntag, 18. Januar

So übersah der Prüfer den Schaumstoff: Das steht im Protokoll der letzten Brandschutzkontrolle der Bar «Le Constellation»

Nach der verheerenden Brandkatastrophe von Crans-Montana zeigt sich immer deutlicher, welche Versäumnisse mutmasslich zum tragischen Ereignis geführt haben. Die «NZZ am Sonntag» konnte diverse Unterlagen aus den Ermittlungen einsehen. Darunter ein Protokoll der ­letzten feuerpolizeilichen Kontrolle des Lokals «Le Constellation» aus dem Jahr 2019. Zum leicht entflammbaren Schaumstoff an der Decke steht darin kein Wort. Dafür wurden die Holzverkleidung des Treppenaufgangs und die fehlende Bezeichnung des Feuerlöschers bemängelt.

Für weiteren Druck auf die Gemeinde könnte eine bis jetzt unbekannte Verurteilung des Betreibers der Bar, Jacques Moretti, sorgen. Dieser wurde nicht nur in Frankreich verurteilt, sondern auch im Jahr 2016 in der Schweiz, weil er in Crans-Montana Arbeiter schwarz beschäftigt hatte, wie Recherchen der «NZZ am Sonntag» zeigen. Das stellt infrage, ob er überhaupt eine Bewilligung für den Betrieb hätte erhalten dürfen. Denn das Walliser Gesetz verbietet Vorbestraften unter gewissen Umständen das Betreiben einer Bar.

Darüber hinaus gerät nun aber erstmals auch die Verantwortung des Kantons ernsthaft in den Fokus. Aus Dokumenten, welche die «NZZ am Sonntag» einsehen konnte, geht hervor, dass das kantonale Amt für Feuerwesen im Jahr 2015 Pläne der gesamten Bar verlangt hatte. Dies im Rahmen einer beantragten Baubewilligung für eine Glasveranda ausserhalb der Bar. Doch diese Pläne wurden offenbar nie an den Kanton geliefert. Auf Anfrage sagt Marie-Claude Noth-Ecoeur, Dienstchefin des Walliser Sicherheitsdepartements, das kantonale Amt für Feuerwesen sei dennoch nicht eingeschritten, weil es davon ausgegangen sei, der Bau sei nicht begonnen worden. Dies, da nach Walliser Baugesetz vor dem Bau die Pläne hätten eingereicht werden müssen. (has)

06:54 Uhr

Sonntag, 18. Januar

Noch mehr Fehler als bisher bekannt: Fragwürdige Untersuchung des Brandes

Zwei Wochen nach dem Brand von Crans-Montana offenbaren Hunderte Seiten an Akten der Strafuntersuchung, welche die «NZZ am Sonntag» eingesehen hat, grosse Mängel in den Ermittlungen. So wurden unter anderem die Smartphones des Ehepaars Jacques und Jessica Moretti, die die Bar betrieben, erst acht Tage nach der Katastrophe beschlagnahmt. Dies, obwohl ­solche Geräte in Strafprozessen zu den wichtigsten Beweismitteln zählen. Auch gegenüber den Walliser Behörden zeigten sich die Staatsanwältinnen erstaunlich zurückhaltend. So durfte der Sicherheitschef der Gemeinde am 3. Januar persönlich Dokumente zur Bar bei der Staatsanwaltschaft abliefern – obschon er sich in einem Interessenkonflikt befindet. Schliesslich wird die Strafuntersuchung auch seine Verantwortung klären.

Und als der Kanton einen wichtigen Bericht tagelang nicht aushändigte, reagierten die Staatsanwältinnen lediglich mit einer höflichen Erinnerung. Die Akten bestätigen zudem, dass die Staatsanwaltschaft offenbar die Autopsie von Opfern vergessen hat. So schreiben die Staatsanwältinnen in einem Brief vom 14. Januar, sie hätten «festgestellt», dass kein Auftrag zur Autopsie erteilt worden sei. Daraufhin beschlagnahmten sie den Leichnam eines 18-Jährigen aus Lausanne, der am Tag danach hätte beerdigt werden sollen. Weiter zeigen Recherchen der «NZZ am Sonntag», dass die Morettis nächste Woche erneut einvernommen werden. (has)

06:51 Uhr

Sonntag, 18. Januar

Bar-Betreiberin von Crans-Montana: «Ich habe selbst Champagner-Flaschen getragen» – das Verhörprotokoll von Jessica Moretti

Ihr Ehemann sitzt in U-Haft, sie selbst ist unter strengen Auflagen auf freiem Fuss: Jessica Moretti (40), Betreiberin der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana. «SonntagsBlick» liegen Ermittlungsakten vor, die neue Details zu ihrer Rolle in der Brandnacht offenbaren. Die Französin war selbst an der Champagner-Show mit Sprühkerzen beteiligt, die den Brand ausgelöst hat. Zeugen sagten aus, dass Moretti die Aktion persönlich angeordnet hat. «Da es viele Flaschen zu servieren gab, habe ich ihnen (den Barangestellten, Anm. d. Red.) geholfen und die letzten beiden Flaschen selbst getragen», zitiert «SonntagsBlick» aus dem Einvernahmeprotokoll von Jessica Moretti. Sie habe dabei hinter Cyane (†24) gestanden – der Kellnerin mit dem Helm, die den Brand wohl verursacht hat und dabei selbst ums Leben kam.

Die Walliser Polizei befragte auch eine Freundin der verstorbenen Cyane. Sie erzählte den Ermittlern, wie Jessica Moretti sie und ihre Freundin kurz vor der Katastrophe um Hilfe gebeten hatte. Es seien 16 Flaschen Alkohol bestellt worden, das Personal sei knapp gewesen. «Jessica sagte Cyane, sie solle den Helm aufsetzen. Ich selbst musste auf Jessicas Wunsch eine weisse Fantasiemaske tragen.» Moretti selbst sagte im Verhör, sie habe niemals verlangt, dass das Barpersonal Helme aufsetzen müsse – zugleich habe sie es aber auch nicht verboten. «Das Team wollte für Stimmung sorgen, deshalb setzten sie die Helme auf.» Und: Cyane sei «aus eigenem Antrieb» auf die Schultern des Kellners gestiegen. (has)

13:20 Uhr

Samstag, 17. Januar

Wengen gedenkt der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana

Vor dem Start der Lauberhornabfahrt gedachte Wengen den Opfern von Crans-Montana. Nach der abgeschwächten Show der Patrouille Suisse gab es statt einer Schweigeminute einen langanhaltenden Applaus. (has)

10:45 Uhr

Samstag, 17. Januar

Jetzt ist klar, wie die Morettis das «Constellation» finanziert haben

Die Eigentümer des «Constellation», des «Senso» und des «Vieux-Chalet» haben ihre Betriebe nicht vollständig ohne Hypotheken finanziert – wie in vielen Gerüchten vermutet wurde. Die Zeitung «Le Temps» weist stattdessen auf bestehende Bankfinanzierungen hin. Ein Dokument aus der Strafakte, das «Le Temps» vorliegt, zeigt, dass das Paar 2019 eine Hypothek bei der Kantonalbank Wallis aufgenommen hat. «Diese soll im August 2022 auf 1,1 Millionen Franken erhöht worden sein», also zum Zeitpunkt des Erwerbs des «Constellation», berichtet «Le Temps». Hinzu kommt ein zweites Darlehen, das vom Bürgschafts- und Finanzierungszentrum in Sion gewährt, 2017 bewilligt und später auf 250’000 Franken aufgestockt wurde.

Laut «Le Temps» belaufen sich die kumulierten Vermögenswerte der Morettis – bestehend aus privaten Vermögensteilen und ihren vier Gesellschaften – auf rund fünf Millionen Franken. Dieses Vermögen ist überwiegend in Immobilien im Wallis investiert, jedoch zu fast 80 Prozent über Hypotheken finanziert.

Den Recherchen zufolge gibt es derzeit keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die eingesetzten Gelder aus illegaler Quelle stammen. (watson.ch)

10:00 Uhr

samstag, 17. Januar

Prediger benutzt die Tragödie im Wallis als Zeichen für die Endzeit

Die Plattform «Biblische Prophetie», die Endzeitvisionen auf YouTube verbreitet und sich «bibeltreuer, konfessionsloser Endzeit-Kanal mit evangelikaler Ausrichtung» nennt, hat im jüngsten Beitrag die Katastrophe von Crans-Montana benutzt, um sie in menschenverachtender Weise als Endzeitphänomen zu interpretieren.

Der Prediger erklärt dort, das Ereignis habe eine «prophetische Dimension». Da sei einmal die Zahl 40. Dabei denkt er an die 40 Todesopfer. Diese wichtige Zahl komme auch in der Bibel vor. Die Wüstenwanderung von Mose und den Israeliten habe 40 Jahre gedauert, Jesus habe 40 Tage gefastet, bei der Sintflut – «das erste globale Gericht» – habe es 40 Tage geregnet. Für den Endzeit-Verkünder prophetische Warnung, dass das Gericht über die Schweiz und die Welt komme.

Beim 2. Gericht gehe es laut Petrus 3, 3-7 um das Feuer und das «Verderben der gottlosen Menschen». Dieses Gericht stehe kurz bevor. Weiter sagt der Prediger, es sei ein prophetisches Bild, dass viele junge Leute in Crans-Montana die Gefahr nicht erkannt hätten. (watson.ch)

07:03 Uhr

Samstag, 17. Januar

Gedenkstätte in Crans-Montana wird verlegt

Die Gedenkstätte für die Opfer des Brandkatastrophe in Crans-Montana wird nächste Woche um einige hundert Meter in die Nähe der Kapelle Saint-Christophe verlegt. Die Gemeinde hat diese Entscheidung auf Empfehlung der Polizei aus Sicherheitsgründen getroffen.

Die Gedenkstätte war in den Tagen nach dem Brand in der Nähe des Unglücksortes bei der Bar «Le Constellation» errichtet worden. Sie ragt über zwei Fussgängerwege hinaus. Der neue Standort werde ein ruhiges und sicheres Gedenken ermöglichen, teilte die Gemeinde Crans-Montana am Freitag mit. (watson.ch)

18:41 Uhr

Freitag, 16. Januar

Politik prüft Verbot von Feuerwerk in Innenräumen

In der Debatte zur Feuerwerksinitiative gerieten vor allem laute Knallkörper ins Visier. Der Lärm stand im Zentrum, Brandschutzüberlegungen waren zweitrangig. Nach der Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation in Crans-Montana hat sich dies geändert. Viele stellen sich die Frage: Braucht es ein nationales Verbot von pyrotechnischem Material in Innenräumen?

15:58 Uhr

Freitag, 16. Januar

Kommt Jacques Moretti auf Kaution frei?

Jacques Moretti, Besitzer der Brandbar «Le Constellation» in Crans-Montana, sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Wie «24 Heures» und RTS berichten, könnte sich dies aber bald ändern. Gemäss ihnen könnte Moretti bald durch die Bezahlung einer Kaution freikommen. Ein enger Vertrauter soll bereit sein, die Kaution in Höhe von 200'000 Franken zu bezahlen, wie eine dem Fall nahestehende Quelle am Freitag mitteilte.

Jacques und Jessica Moretti. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone)

Auch im Falle einer Freilassung wäre Moretti allerdings eingeschränkt. «24 Heures» berichtet, dass die Walliser Staatsanwaltschaft beantragt habe, den Unternehmer im Falle einer Freilassung eine elektrische Fussfessel zu verpassen. Zudem müsste er sich offenbar alle drei Tage bei der Polizei melden und seine Ausweispapiere abgeben.

Wer bereit sein soll, die nötigen 200'000 Franken zu hinterlegen, bleibt derweil offen. Morettis Anwalt Patrick Michod soll die Staatsanwaltschaft informiert haben, es gebe einen Interessenten. Dieser sei aber nur bereit, die nötige Summe zu bezahlen, wenn ihm Anonymität gewährleistet wird.

Jacques Moretti und seiner Frau Jessica werden nach der Brand-Tragödie von Crans-Montana fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässiges Verursachen einer Feuersbrunst vorgeworfen. Vergangenen Freitag wurde Jacques Moretti in Untersuchungshaft genommen, zwei Tage später wurde diese durch das Walliser Gericht für Zwangsmassnahmen bestätigt.

Beim Unglück im «Le Constellation» in Crans-Montana, einer Bar der Morettis, kamen 40 Personen ums Leben. Weitere 116 Menschen wurden beim Brand verletzt, viele von ihnen schwer. (dab/watson)

10:16 Uhr

Freitag, 16. Januar

Gemeindepräsident Nicolas Féraud verlässt OK der Ski-WM 2027

Wie die Gemeinde Crans-Montana am Freitag in einer Medienmitteilung schreibt, zieht sich Gemeindepräsident Nicolas Féraud (FDP) als Vizepräsident der Ski-Alpin-Weltmeisterschaften zurück. Diese finden im Februar 2027 im Walliser Ferienort statt. Féraud wolle sich voll und ganz dem Vorsitz der Gemeinde und der Bewältigung der Krise widmen, welche die Tragödie vom 1. Januar 2026 ausgelöst hat, heisst es zur Begründung.

Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana, an einer Medienkonferenz am 6. Januar. (Bild: Keystone)

«Die Bewältigung der Krisensituation sowie die Führung der laufenden Geschäfte der Gemeindeverwaltung erfordern meine ganze Kraft. Deshalb habe ich beschlossen, aus dem Organisationskomitee der Ski-Weltmeisterschaften auszutreten», wird Féraud zitiert. Seine Priorität sei es, alles zu tun, damit die Familien der Opfer Antworten erhalten und die Justiz die Verantwortlichkeiten jedes Einzelnen feststellen könne.

Die Exekutive von Crans-Montana schlägt dem Organisationskomitee der Ski-WM vor, anstelle von Féraud Gemeinderat Sebastian Réy (FDP) zum Vizepräsidenten des OK zu wählen. Réy ist für das Dossier Sport zuständig. (cbe)

07:54 Uhr

Freitag, 16. Januar

Im Feuer getötete Kellnerin (†24) wollte Barbetreiber wohl verklagen

Die Kellnerin Cyane P., die für die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana arbeitete und beim Feuer in der Silvesternacht ums Leben kam, soll bereits 2024 eine Beschwerde über die Arbeits­bedingungen in den Betrieben des Ehepaars Moretti beim Arbeitsgericht eingereicht haben. Dies berichtet der französische Nachrichtensender BFM TV am Freitag.

Laut der Anwältin, welche die Eltern von Cyane P. vertritt, sei das Verhältnis zu den Morettis schon lange belastet gewesen. So habe die Kellnerin ihre Schicht jeweils tagsüber im Restaurant «Senso» begonnen, um dann die Arbeit bis in die frühen Morgenstunden in der Bar «Le Constellation» fortzusetzen. Die junge Kellnerin sei seelisch und körperlich erschöpft gewesen. Ausserdem beklagte sie einen Mangel an Empathie von Seiten der Morettis. Die Kellnerin habe kurz davor gestanden, diese Ausbeutung öffentlich zu machen.

In der Silvesternacht habe Cyane die Gäste im Erdge­schoss begrüsst und an ihre Ti­sche gebracht. «Sie sollte nicht am Tisch bedienen», sagt die Anwältin. Dennoch habe Jessica Moretti sie in den Kel­ler geschickt, weil dort zahlreiche Champagnerflaschen bestellt worden seien. (luk)

20:06 Uhr

Donnerstag, 15. Januar

Ski-Ort Wengen will handeln und muss Betriebe schliessen

Die Berner Gemeinde Lauterbrunnen hat auf den verheerenden Brand in Crans-Montana reagiert. Zu der Gemeinde gehört nämlich auch Wengen, wo am Wochenende die Lauberhornabfahrt stattfindet und entsprechend viele Besucher erwartet werden.

Wie «Le Nouvelliste» berichtet, habe die Gemeinde Lauterbrunnen nach der Brandkatastrophe im Unterwallis zwei Massnahmen ergriffen. Zum einen erhielten sämtliche Einwohnerinnen und Einwohner einen Flyer mit Sicherheitsanweisungen.

Zum anderen forderten die Behörden sämtliche Betriebe auf, zu handeln. Sie mussten ihre Betriebe überprüfen, die Betriebsbewilligungen kontrollieren, die maximal zulässige Personenzahl sicherstellen und ihr Brandschutzkonzept aktualisieren, wie der Gemeindepräsident von Lauterbrunnen gegenüber dem «Nouvelliste» sagte.

Grundsätzlich sind in der Gemeinde periodische Kontrollen der Betriebe alle fünf bis zehn Jahre vorgesehen. Da die Behörden dies nicht als ausreichend empfunden hätten, führten sie zusätzliche Kontrollen in allen Bereichen durch. Und dabei kam es zu einer bösen Überraschung: Alle wiesen Mängel auf – sei es bei den Notausgängen oder bei der Notbeleuchtung. Einige Einrichtungen funktionierten nicht oder blinkten, andere Ausgänge waren versperrt, und stellenweise waren die Feuerlöscher ungeeignet», so der Gemeindepräsident.

Deshalb entschied der Gemeinderat vorläufig, gewisse Betriebe zu schliessen, bis sie den Vorschriften wieder Rechnung tragen. Am Mittwoch und Donnerstag haben Nachkontrollen stattgefunden. Stand jetzt seien alle davon positiv ausgefallen, so der Gemeindepräsident. (Walliser Bote)

12:01 Uhr

Donnerstag, 15. Januar

Eltern von Kellnerin Cyane P. weisen Moretti-Aussagen zurück

Jessica Moretti, die zusammen mit ihrem Mann die Unglücksbar Le Constellation in Crans-Montana betrieb, sagte gegenüber der Staatsanwaltschaft, sie hätte ein enges Verhältnis zu Kellnerin Cyane P. gehabt. Das habe laut der Familie der ums Leben gekommenen jungen Französin nichts mit der Realität zu tun. Über ihre Anwältin lassen sie mitteilen, dass sie «zutiefst betrübt über bestimmte Erklärungen, die in der Presse gemacht wurden, insbesondere über die angebliche Art der Beziehung zwischen Cyane und dem Ehepaar Moretti» sind, wie der Blick berichtet.

Das Verhältnis zwischen der 24-Jährigen und den Morettis sei rein professionell gewesen. P. soll den Umgang der Morettis mit dem Mitarbeitenden sogar kritisch gesehen haben. Sich selbst habe sich «ausgenutzt» gefühlt und bereits ein Arbeitsgericht wegen der aus ihrer Sicht misslichen Zustände eingeschaltet.

Die junge Kellnerin spielte beim Brand in der Silvesternacht mutmasslich eine verhängnisvolle Rolle. Auf Bildern und Videos war zu sehen, wie die Decke durch mit Sprühkerzen bestückte Flaschen Feuer fing – getragen von der jungen Frau, die auf den Schultern einer weiteren Person sass. Die Anwältin und die Familie äusserten sich in einer früheren Stellungnahme bereits zum Unglück und dem Schicksal ihrer Tochter. Sie sei nie über die gefährlich entflammbare Decke informiert worden und habe auch keine Sicherheits-Schulung erhalten. (con, watson)

14:09 Uhr

Mittwoch, 14. Januar

Wallis verbietet Pyrotechnik in Innenräumen und spricht Geld für Opfer

Der Staatsrat des Kantons Wallis hat am Mittwoch mehrere Massnahmen im Zusammenhang mit der Brandkatatsrophe von Crans-Montana beschlossen. So wird für jedes Opfer, das infolge des Feuers in der Bar «Le Constellation» ins Spital eingeliefert wurde oder verstorben ist, 10'000 Franken zur Verfügung gestellt. Die Familien der 40 Todesopfer und der 116 verletzten Personen sollen diese finanzielle Soforthilfe mit einem «Minimum an Verwaltungsaufwand» erhalten, schreibt der Staatsrat in einer Medienmitteilung. Der Kanton Wallis werde die betroffenen Personen kontaktieren.

Sein Kanton will den Brandschutz verbessern: Stéphane Ganzer  (FDP), Sicherheitsdirektor des Kantons Wallis, am 1. Januar in Crans-Montana. (Bild: Alessandro Della Valle/Keystone)

Ausserdem ist ein Spendenkonto errichtet worden, da die Regierung mehrfach von Personen oder Organisationen kontaktiert worden ist, die einen finanziellen Beitrag leisten möchten. Der Staatsrat plant in Absprache mit Bundes-, Kantons- und Gemeindebehörden die Gründung einer unabhängigen Stiftung, welche über die Verteilung der Spenden entscheiden wird.  «Diese Spenden werden in keinem Fall zur Deckung der durch den Brand entstandenen Kosten verwendet, die zu Lasten des Staates Wallis gehen», betont der Staatsrat. Gemäss Wunsch des Staatsrats sollen alle betroffenen Parteien mit Ausnahme der öffentlichen Einrichtungen im Stiftungsrat vertreten sein.

Auch mit dem Thema Brandschutz hat sich die Walliser Kantonsregierung befasst. Einerseits hat der Staatsrat beschlossen, die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen in öffentlich zugänglichen Einrichtungen zu verbieten. Andererseits hat sich der Staatsrat mit den für die Umsetzung der Brandschutzkontrollen verantwortlichen Gemeinden in Verbindung gesetzt. Nach einem Treffen zwischen Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer und Mitgliedern des Präsidiums des Verbandes der Walliser Gemeinden werden die Kommunen in den nächsten Tagen Selbstkontrollformulare an öffentlich zugängliche Einrichtungen versenden. Damit sollen sie konkret bei ihren Aufgaben zur Gewährleistung der Sicherheit von Personen und Gütern unterstützt werden.

Geplant sind darüber hinaus Koordinationssitzungen zwischen dem kantonalen Amt für Feuerwesen und den Sicherheitsbeauftragten der Gemeinden. Ebenso soll die Ausbildung dieser kommunalen Sicherheitsbeauftragten verstärkt werden und die durchzuführenden Brandschutzkontrollen mit einer neuen IT-Plattform besser kontrolliert werden. (cbe)

11:02 Uhr

Mittwoch, 14. Januar

Ersthelfer schildert Details nach Brand: «Das Schlimmste war der Geruch»

Der pensionierte Chirurg Jean-Jacques Brugger verbrachte den Jahreswechsel mit seiner Frau, einer Ärztin, in Crans-Montana. Um 2.10 Uhr bat ihn ein Freund, zur Bar «Le Constellation» zu kommen. Gegenüber «Le Temps» erzählt er: «Wir konnten kein Feuer mehr sehen, aber etwa fünfzehn Menschen lagen auf notdürftigen Decken am Boden. Sie schrien. Aber das Schlimmste war der Geruch. Verbranntes Fleisch. Es stank bestialisch.»

Viele Opfer hätten keine Kleidung getragen, diese sei verbrannt. Und die Verletzungen waren schwer: Verbrannte Gesichter, Haare, Zähne, selbst in den Mündern sei es zu Verbrennungen gekommen. «Es war schockierend. Es war unmöglich, ihnen unter diesen Umständen etwas zu trinken zu geben. Wir konnten ihnen nur den Mund befeuchten. Ich fühlte mich in diesem Moment hilflos.»

Nach dem ersten Schock beteiligte er sich an den Rettungsmassnahmen, brachte Patienten mit der Trage zu den Helikoptern und richtete im leergeräumten Gebäude der Walliser Kantonalbank eine provisorische Station ein, um die Verletzten von der Strasse wegzubringen. Bluttransfusionen in den Unterarm waren bei den meisten Opfern nicht möglich – zu schwer waren die Brandwunden. Stattdessen begann er, mit noch begrenzten Ressourcen von den Rega-Einheiten, Infusionen im Bereich des Knöchels zu legen.

Brugger war während mehr als drei Stunden im Dauereinsatz. Gegen 5.30 Uhr kehrte er in seine Wohnung zurück. Als Held sehe er sich nicht. Das seien viel eher die Angestellten der benachbarten Bar 1900 und die Feuerwehrleute, die ihr Leben riskierten, um die Opfer aus der brennenden Bar zu holen. (watson)

08:38 Uhr

Mittwoch, 14. Januar

Strafanzeige gegen «Charlie Hebdo»-Karikaturisten

Das Satiremagazin «Charlie Hebdo» schockierte mit seiner Karikatur zum tödlichen Brandunglück in Crans-Montana. Darauf waren Skifahrer mit der Überschrift «Les brûlés font du ski» zu sehen. Übersetzt: Die Verbrannten fahren Ski. Nun hat ein Anwalt und dessen Ehefrau aus Sitten Strafanzeige gegen den französischen Karikaturisten Eric Salch eingereicht. Das berichtet «Blick».

Die Karikatur soll unter Artikel 135 des Strafgesetzbuches fallen, der Formen der Darstellung von Gewalt definiert. Eine weitere Strafanzeige richtet sich gegen das Magazin.

Der Chefredaktor von «Charlie Hebdo», Gérard Biard, gab zuvor in der Sendung «Forum» des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS zu, dass man «ziemlich weit gegangen» sei, um sich «über das höchste Tabu lustig zu machen». Doch er erklärte, dass sich die Karikatur auf «die Absurdität dieser Tragödie» beziehe und nicht auf die Opfer. Schwarzer Humor müsse «nicht unbedingt angenehm» sein und könne «schockieren».

08:25 Uhr

Mittwoch, 14. Januar

Früherer Bar-Besitzer behauptet: Moretti soll von Gefahr gewusst haben

Der Vorbesitzer der Bar Le Constellation erhebt schwere Vorwürfe. Gegenüber RTS erzählt Jean-Daniel Clivaz, Jacques Moretti habe bereits zum Zeitpunkt der Renovierungsarbeiten im Le Constellation gewusst, dass von dem Schaumstoff an der Decke eine Gefahr ausging: «Ich sagte ihm: Sei vorsichtig, was du tust. Er antwortete gelassen: Keine Sorge. Ich treffe alle notwendigen Vorkehrungen.» Alle im Dorf hätten sie bei den Arbeiten beobachtet. «Sie haben den Schaumstoff eingebaut, obwohl sie wussten, dass es verboten war», so Clivaz.

Sollte bewiesen werden, dass Moretti von der Gefahr wusste, könnte die Anklage von fahrlässiger Tötung auf eine eventualvorsätzliche Tötung geändert werden. Damit könnte das Strafmass deutlich höher ausfallen. Statt einer Freiheitsstrafe von drei Jahren oder einer Geldstrafe kann die Gefängnisstrafe für eine eventualvorsätzliche Tötung bis zu 20 Jahre betragen. (zen)

18:14 Uhr

Dienstag, 13. Januar

Jessica Moretti bleibt auf freiem Fuss

Das Walliser Zwangsmassnahmengericht hat entschieden, gegen Moretti sogenannte Ersatzmassnahmen zur Untersuchungshaft anzuordnen und damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprochen. Dies berichten mehrere Nachrichtenportale am Dienstagabend.

Zu diesen Massnahmen gehören etwa ein Ausreiseverbot, die Abgabe sämtlicher Ausweis- und Aufenthaltsdokumente, eine tägliche Meldepflicht bei einer Polizeistelle sowie die Leistung von Sicherheiten. Die Höhe dieser Sicherheiten wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt, heisst es in der Begründung des Gerichts weiter.

Da die Staatsanwaltschaft keine Untersuchungshaft beantragt hatte, konnte eine solche Massnahme laut Gericht nicht angeordnet werden. Für Jessica Moretti gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Bereits am Montag hatte das Zwangsmassnahmengericht hingegen wegen Fluchtgefahr Untersuchungshaft für ihren Ehemann, Barbesitzer Jacques Moretti, für die Dauer von zunächst drei Monaten angeordnet. (chm)

17:04 Uhr

Dienstag, 13. Januar

Ehefrau darf die Schweiz nicht verlassen

Jessica Moretti, Inhaberin der Unglücksbar «Le Constellation» in Crans-Montana, befindet sich anders als ihr Ehemann Jacques Moretti nicht in Untersuchungshaft. Für Jessica Moretti hat das Zwangsmassnahmengericht aufgrund der bestehenden Fluchtgefahr aber Ersatzmassnahmen angeordnet. Sie darf die Schweiz nicht verlassen, muss sämtliche Identitätsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen und muss sich täglich bei einer Polizeistelle melden. Zudem muss sie eine Kaution hinterlegen, deren Höhe noch zu bestimmen ist. Dies teilte das Walliser Zwangsmassnahmengericht am Dienstagnachmittag mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Ehepaar Moretti wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst. (kä)

12:50 Uhr

Dienstag, 13. Januar

Vertrauter der Morettis: «Menschen lagen übereinander am Boden, einige brannten»

Ein Vertrauter der Morettis namens Jean-Marc hat sich gegenüber der französischen Nachrichtenplattform BFM geäussert und die dramatischen Ereignisse in der Silvesternacht geschildert. «Plötzlich gab es diesen Moment, als eine Massenbewegung von innen in Richtung der Veranda einsetzte. In diesem Moment kamen die Leute schreiend heraus. Jessica Moretti kam zu mir und sagte: ‹Es brennt›».

«Viele Menschen versuchten, sich aus der Verandatür zu drängen. Sie kamen nicht mehr hinaus. Einige Leute versuchten gemeinsam mit mir, sie herauszuziehen. Aber irgendwann war da viel zu viel Rauch.»

Er schildert auch, wie er als die Flammen gelöscht waren ins Lokal gestürmt sei: «Es war das Chaos. Menschen lagen übereinander am Boden, einige brannten. Kriechend retteten wir mehrere bewusstlose Personen.» (has)

10:13 Uhr

Dienstag, 13. Januar

Opferanwältin beantragt Ernennung von externem Staatsanwalt

Die Lausanner Anwältin Miriam Mazou hat bei der Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Ernennung eines externen Sonderstaatsanwalts für die Aufklärung der Brandkatastrophe von Crans-Montana beantragt. Der Antrag sei bereits am 10. Januar eingereicht worden, das berichtet der «Blick».

Gegenüber «RTS» sagte sie am Montagabend, dass das Walliser Recht eine solche Option in Fällen «wichtiger Gründe» vorsieht. Mazou begründete ihren Antrag mit dem Ausmass der Tragödie und der Tatsache, dass die Justiz auch die Handlungen der Walliser Behörden untersuchen müsse. (has)

08:01 Uhr

Dienstag, 13. Januar

Charlie Hebdo reagiert mit Karikatur auf Klage

Nachdem im Wallis aufgrund einer Karikatur von Charlie Hebdo über das Drama von Crans-Montana Strafanzeige erstattet wurde, legt der Autor der Zeichnung nach.

Am Montag veröffentlichte die Satirezeitung eine neue Karikatur als Antwort auf die Kontroverse. Darauf sind zwei Armbrustschützen zu sehen, die die Redaktion der Wochenzeitung dezimieren, begleitet von dem Satz: «Darf man mit den Schweizern blasphemieren?» (watson.ch)

06:31 Uhr

Dienstag, 13. januar

Das ist die Kellnerin mit dem Helm

Bei der Kellnerin mit dem Helm, die den Brand in der Bar «Le Constellation» wahrscheinlich auslöste, handelt es sich um Cyane Panine (†24). Die Kellnerin starb in der Silvesternacht, nachdem Reanimationsversuche gescheitert waren, wie der «Blick» berichtet. (has)

21:11 Uhr

Montag, 12. Januar

«Ich weiss nicht, warum die Treppe verengt wurde» – das sagt der Ex-Wirt zur Brandnacht

Der ehemalige Wirt der Bar «Le Constellation» äusserte sich zum Mal in der «RTS»-Sendung «Mise au Point» zur Brandkatastrophe von Crans-Montana. Eric Dosdo führte die Bar zwischen 2005 und 2015. Im Interview stellt er die baulichen Veränderungen, die die Morettis vornahmen, infrage.«Ich weiss nicht, warum sie die Treppe verengt haben», sagt Dosdo.

Eric Dosdo, ehemaliger Betreiber der Bar «Le Constellation» von 2005 bis 2015. (Bild: Screenshot: RTS)

Als Dosdo das Lokal betrieb, soll die Treppe, die in den Keller der Bar hinunterführte, deutlich breiter gewesen sein. Als das Ehepaar Moretti die Bar 2015 übernahm, wurde diese schmaler. Die umfangreichen Renovierungsarbeiten sollen übereinstimmenden Medienberichten zufolge von Jacques Moretti selbst durchgeführt worden sein. Er installierte auch den Schallschutz, der in der Unglücksnacht Feuer fing – diesen gab es zu Dosdos Zeiten noch nicht. Die Bar schloss damals bereits um 1 Uhr nachts und wurde nicht wie ein Nachtklub geführt, so der ehemalige Wirt. (cam)

16:19 Uhr

Montag, 12. Januar

Crans-Montana: Mitte-Nationalrat fordert Verkaufsverbot von «Charlie Hebdo»

Das französische Satire-Magazin «Charlie Hebdo» sorgt mit einer Karikatur zur Feuertragödie von Crans-Montana für Empörung. Die Zeichnung, die verletzte und brennende Skifahrer zeigt, erschien ausgerechnet am nationalen Trauertag der Schweiz.

Der Walliser Mitte-Nationalrat Benjamin Roduit spricht von einer «Verletzung der Menschenwürde» und bezeichnet die Karikatur als «widerwärtig und inakzeptabel». Er kündigt an, in der nächsten Parlamentssession Massnahmen zu prüfen und schliesst ein Verkaufsverbot von Charlie Hebdo in der Schweiz nicht aus.

SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor ist ebenfalls schockiert, zweifelt jedoch an einem juristischen Erfolg. Die wirksamste Sanktion sei letztlich der Boykott durch die Leser, so Addor.

Unterdessen wurde Strafanzeige gegen das Magazin eingereicht. (cam)

16:18 Uhr

Montag, 12. Januar

Einst an der Seite von Sacha Baron Cohen – heute im Zentrum der Ermittlungen: Wer ist Jessica Moretti?

Seit dem 1. Januar geht ihr Name um die Welt: Jessica Moretti. Hier ist die Geschichte der Geschäftsführerin der Todes-Bar «Le Constellation» in Crans-Montana. (chm)

14:43 Uhr

Montag, 12. Januar

Jessica Moretti mit Inhaftierung ihres Mannes einverstanden

Die Frau von Jacques Moretti hält dessen Untersuchungshaft für eine gute Idee. Das teilt Jessica Moretti in einem Schreiben mit, das ihre Anwälte veröffentlicht haben. Sie sei der Ansicht, dass das Zwangsmassnahmengericht ihrem Mann seine Freiheit wiedergeben werde, sobald dies sicher möglich ist. Das Gericht haben mit der vorläufigen Inhaftierung ihres Mannes die richtige Entscheidung getroffen. (nib/watson)

14:25 Uhr

Montag, 12. Januar

Gemeinde Crans-Montana doch nicht als Klägerin

Die Gemeinde Crans-Montana wollte sich als «Zivilpartei» am Strafverfahren zum Silvesternacht-Drama beteiligen. Nun zieht sie ihren Antrag zurück, wie RTS berichtet. Der Grund: Die Walliser Staatsanwältin habe der Gemeinde mitgeteilt, dass sie ihr eine Nebenklage verweigern wird.

Die Ankündigung einer Nebenklage hatte für Aufsehen gesorgt. Denn die Gemeinde vermittelt damit den Eindruck, dass sie sich als Opfer der Tragödie sieht. Gleichzeitig gibt sie zu, dass eigene Fehler gemacht wurden. Etwa indem die Bar nicht vorschriftsmässig kontrolliert wurde. (pin)

12:48 Uhr

Montag, 12. Januar

Gericht ordnet Untersuchungshaft für Moretti an

Jacques Moretti, Besitzer und Betreiber der Unglücksbar «Le Constellation» in Crans-Montana, bleibt in Untersuchungshaft. Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis hat diese Massnahme am Montag auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhängt und vorerst auf eine Dauer von drei Monaten festgelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte Moretti am Freitag im Anschluss an die erste Anhörung zur Brandkatastrophe inhaftiert. Bei dem Unglück in der Silvesternacht starben 40 Personen, 116 wurden schwer verletzt. Jessica Moretti, die Ehefrau, wurde unter Auflagen freigelassen.

Das Zwangsmassnahmengericht teilte Jacques Moretti zudem mit, dass es unter Umständen bereit wäre, die Untersuchungshaft aufzuheben. Dies könnte der Fall sein, wenn die Staatsanwaltschaft Ersatzmassnahmen anordnet, welche der Fluchtgefahr entgegenwirken. Solche Sicherheiten müssen sorgfältig geprüft werden. Deshalb habe der Freiheitsentzug derzeit Vorrang, so das Zwangsmassnahmengericht. Moretti werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen. (kä)

10:45 Uhr

Montag, 12. Januar

Zeugenaussagen belasten Bar-Betreiber

Zeugenaussagen belasten die Betreiber der Unglücksbar «Le Constellation» schwer. Wie das Westschweizer Fernsehen RTS berichtet, wurden zwischen dem 1. und 2. Januar zehn hauptsächlich junge Gäste befragt, die sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs in der Bar aufhielten, insbesondere im Keller, wo sich die Tragödie ereignete.

Ihre Aussagen stimmen in mehreren Punkten überein. So geben sie an, dass es tatsächlich Wunderkerzen waren, die den Akustikschaum an der Decke entzündet haben. Vor allem aber wird bestätigt, dass es offenbar kaum Vorkehrungen für einen Brandfall gegeben hatte. Alle Befragten hatten für ihre Flucht aus dem Keller die Haupttreppe benutzt. Von einigen wird bemängelt, dass es weder einen gekennzeichneten Notausgang noch eine Brandmeldeanlage oder einen Feuerlöscher gegeben hatte.

Gemäss Dokumenten, welche RTS einsehen konnte, weichen diese Aussagen von denen des Ehepaars Moretti komplett ab. Jacques Moretti gab an, die Notausgänge seien mit grünen Piktogrammen gekennzeichnet gewesen. Seine Anwälte bestätigten gegenüber RTS die Existenz eines Notausgangs im Keller, der laut Aussage ihres Mandanten stets geöffnet sei, sowie das Vorhandensein von Feuerlöschern.

Schliesslich gab Jacques Moretti während seiner Anhörung angeblich zu, dass seine Angestellten nicht für den Umgang mit Notfällen wie einem Brand geschult waren. Die Anwälte des Ehepaars lehnten eine Stellungnahme zu diesen Details ab. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. (pin)

08:07 Uhr

Montag, 12. Januar

Strafanzeige gegen Karikatur von Charlie-Hebdo eingereicht

Eine Karikatur der französischen Zeitung Charlie-Hebdo sorgte am Wochenende für Aufregung. Die Zeichnung zeigt die verbrannten Opfer des Infernos, die Skifahren gehen. Eine Autorin und ein Anwalt reichen deshalb eine Strafanzeige bei der Walliser Justiz ein. Für sie fällt die Karikatur unter Artikel 135 des Strafgesetzbuches, diese ahndet die Verbreitungen gewalttätiger Inhalte, die die Menschenwürde verletzt. (nib/watson)

06:24 Uhr

Montag, 12. Januar

80 Verletzte werden weiter im Spital behandelt

80 Verletzte befinden sich nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana noch immer in Spitälern in der Schweiz und im Ausland. Das sagte der Walliser Staatsrat Mathias Reynard im Westschweizer Fernsehen RTS. Einige Verletzte, die sich in Spezialkliniken befinden, könnten in den kommenden Wochen zurück in Walliser Spitäler gebracht werden, sagt er weiter.

17:23 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Neue Details: Treppe wurde für 34 der 40 Opfer zur tödlichen Falle

Ein internationales Ermittlerteam hat am 4. Januar den Ort der Katastrophe untersucht und dabei auch Erkenntnisse der Schweizer Behörden berücksichtigt, wie die italienische Tageszeitung «Il Giornale» berichtet.

Demnach wurden 34 der insgesamt 40 Todesopfer am Fuss einer Treppe entdeckt – teilweise übereinanderliegend. Laut dem Bericht der Ermittler war die Treppe in den Jahren vor dem Brand mehrfach umgebaut worden. Ursprünglich drei Meter breit, wurde sie vor rund fünf Jahren auf 1,37 Meter verschmälert, wie die «Bild» schreibt.

Bilder aus dem Jahr 2015 zeigen die damaligen Renovationsarbeiten. Im Jahr 2020 soll der Betreiber, Jacques Moretti, die Treppe erneut deutlich verengt haben. In dem Bericht der italienischen Ermittler heisst es: «34 Leichen wurden am Fusse der Treppe gestapelt gefunden.» (cam)

14:41 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Inferno-Wirt zu Wunderkerzen: «Wir machen das seit zehn Jahren, es gab nie Probleme»

Bei seiner Anhörung soll der Betreiber der Bar Jaques Moretti zu den Wunderkerzen gesagt haben: «Wir machen das seit zehn Jahren, es gab nie Probleme». Das berichtet «Le Monde». Moretti glaubt deshalb, dass nicht allein die Wunderkerzen den Brand verursacht hätten. Er sagt auch, er hätte Tests mit den Wunderkerzen durchgeführt, das berichtet der «Blick». (has)

13:43 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Crans-Montana: So schildern Jacques und Jessica Moretti die Brandnacht

In den Stunden nach dem Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana befragte die Polizei die beiden Betreiber der Bar, Jacques und Jessica Moretti. Die Aussagen des Betreiber-Paars enthüllen weitere Details der Silvesternacht. Das berichtet BFMTV.

Jacques Moretti erwähnt zunächst eines der Opfer: seine Schwiegertochter, die 24-jährige Kellnerin Cyane P. «Ihr Freund und ich haben mehr als eine Stunde lang versucht, sie draussen auf der Strasse zu reanimieren, bis uns die Rettungskräfte sagten, dass es zu spät sei», schildert Moretti. Morettis Frau erwähnt P. ebenfalls – sie sei wie ihre kleine Schwester gewesen. «Sie hatte Weihnachten mit uns verbracht. Ich bin am Boden zerstört», so Jessica Moretti.

In der Brandnacht waren auch zahlreiche Minderjährige im Lokal, darunter auch unter 16-Jährige. Mehrere von ihnen gehörten zu den Todesopfern. «Ich fühle mich verantwortlich, nicht alle geschützt zu haben», sagt Jacques Moretti. «Es ist die Tragödie meines Lebens», erklärt seine Frau. (watson.ch)

07:33 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Das Imperium der Barbetreiber und Geldwäsche

Die Morettis bauten sich nach der Übernahme der Unglücksbar «Le Constellation» 2015 rasch ein kleines Imperium im Wallis aus. In den vergangenen Jahren eröffneten sie zwei weitere Betriebe, neben dem Restaurant «Le Senso» in Crans-Montana auch das Lokal «Le-Vieux-Chalet» in der Nachbargemeinde Lens. 2022 wurden sie zudem Eigentümer der Bar «Le Constellation».

Die italienische Zeitung «La Repubblica» berichtete zudem, dass die Behörden Bilanzen und Kassenbücher der Moretti-Betriebe beschlagnahmt hätten. Es soll geklärt werden, woher das Geld für die Grossinvestitionen im Walliser Luxusferienort kam. Die Zeitung schrieb, es gebe «einen Schatten der Geldwäsche» über den Geschäften der Morettis und stützte diese Aussagen auf Verbindungen von Jacques Moretti zu einem korsischen Geschäftsmann, der wiederum mit dem organsierten Verbrechen in Korsika in Verbindung steht. Konkret mit der Gruppe «Petit Bar», der mächtigsten kriminellen Vereinigung der Insel. (watson.ch)

07:27 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Maserati-Kauf nach Covid-Kredit – Wallis ermittelte auch bereits gegen Bar-Inhaber Moretti

Das Betreiber-Ehepaar der Bar «Le Constellation» soll auch im Wallis bereits auf dem Radar der Justiz aufgetaucht sein– allerdings ohne, dass es zu einer Verurteilung kam. Dies berichtet die «SonntagsZeitung».

2020 führten die Walliser Behörden demzufolge erstmals Untersuchungen gegen die Morettis im Zusammenhang mit einem Covid-Kredit durch. Im März des Pandemiejahres erhielten die beiden einen Überbrückungskredit von 75'500 Franken. Nur wenige Tage später kaufte sich das Ehepaar für etwas mehr als 33'000 Franken einen Maserati und fügte diesen ihrem bereits opulenten Fuhrpark, bestehend aus einem Mercedes AMG, einem Bentley und einem Porsche Cayenne, hinzu. Die Walliser Kantonalbank, die die Konten der Bar führte, reagierte daraufhin und informierte die Justiz. Diese untersuchte in der Folge, ob der Covid-Kredit missbräuchlich verwendet worden war.

Knapp ein Jahr später wurde die Untersuchung ohne Anklage eingestellt. Die Morettis hätten nachgewiesen, dass der Maserati nicht ihnen privat gehöre, sondern in der Buchhaltung der Bar aufgeführt wurde.

Ein weiteres Mal ins Visier der Behörden gerieten die beiden Franzosen 2022. Es gab mehrere Beschwerden beim Arbeitsinspektorat von Mitarbeitenden gegen die Arbeitsbedingungen in der Bar, aber auch im Restaurant «Le Senso», dass die Morettis ebenfalls führten: Nichteinhaltung der Arbeitszeiten, unbezahlter Nachtarbeit, Nichteinhaltung der Ruhezeiten». Es gab Kontrollen, was dabei herauskam, ist unklar. (has)

07:05 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Nach Brand in Crans-Montana: Walliser Gemeinden wissen nicht, ob ihre Betriebe den Brandschutzvorschriften entsprechen

Seit der Tragödie in Crans-Montana steht im Kanton Wallis der Brandschutz im Fokus. Doch eine Umfrage der «NZZ am Sonntag» bei 120 Walliser Gemeinden führte zu ernüchternden Resultaten. Die Zeitung fragte bei den Kommunen nach, wie viele feuerpolizeilichen Kontrollen sie in den letzten drei Jahren gesetzlich hätten durchführen sollen und wie viele sie tatsächlich durchgeführt haben. Doch die allermeisten Gemeinden können oder wollen die Frage auch nach einigen Tagen nicht beantworten. Die grosse Mehrheit der Gemeindepräsidenten und Gemeindeschreiber reagiert auf mehrere E-Mails gar nicht. Andere sagen nur, man sei im Auftrag des Kantons daran, den Brandschutz zu überprüfen, und habe keine Zeit für die Anfrage. Lediglich einige wenige kleine Gemeinden antworten mit konkreten Zahlen.

Selbst wichtige Skiorte wie Saas-Fee oder Verbier wollten keine Auskunft geben. Derweil steigt der Druck auf den Kanton Wallis. Immer drängender stellt die restliche Schweiz die Frage, ob die Katastrophe und bereits aufgedeckte Fehler der Behörden etwas mit der politischen Kultur des Kantons zu tun haben. Selbst Walliser halten diese Frage für berechtigt. Etwa die Historikerin Elisabeth Joris, die in Visp aufgewachsen ist. Sie sagt: «Politische Kumpelschaften, fehlende Kritikfähigkeit, Behördenversäumnisse und eine gewisse Selbstzufriedenheit ziehen sich durch die Geschichte des Wallis.» Es handle sich nicht um ein Klischee. «(has)»

07:03 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Alt Gemeinderat von Crans-Montana ist im Brandschutzbusiness tätig

Von 2017 bis 2020 bekleidete Thibaud Beytrison als Gemeinderat das Amt für öffentliche Sicherheit in Crans-Montana. Recherchen von «SonntagsBlick» zeigen nun, dass Beytrison im Brandschutzbusiness tätig ist. Seit 2015 präsidiert er den Verwaltungsrat eines Unternehmens im Rhonetal, das sich auf «die Entwicklung und Überwachung von Brandschutzkonzepten» für private und öffentliche Einrichtungen spezialisiert hat. Zudem kommandierte Beytrison von 2007 bis 2014 die lokale Milizfeuerwehr. Und seit 2007 sitzt er in der Geschäftsleitung einer Firma, die unter anderem Akustikschaumstoff-Matten verkauft. Auch solche, die sich an Decken anbringen lassen.

Aufnahmen in den sozialen Medien dokumentieren, dass die Decke im Partykeller der Bar «Le Constellation» bereits 2015 mit Akustikschaumstoff ausgekleidet war. Zudem machte Gemeindepräsident Nicolas Féraud diese Woche publik, dass die kommunalen Behörden seit 2015 nur dreimal den Brandschutz in der Bar «Le Constellation» kontrolliert haben (2016, 2018 und 2019). Weshalb die Gemeinde bei diesen Kontrollen den Schaumstoff an der Decke nicht bemängelt hat, ist unklar. Alt Gemeinderat Thibaud Beytrison wollte sich auf Anfrage von «SonntagsBlick» nicht dazu äussern. (has)

06:59 Uhr

Sonntag, 11. Januar

Micheline Calmy-Rey über Crans-Montana: «Ich schäme mich»

Die alt Bundesrätin hat mit «SonntagsBlick» auch über die Stimmung im Ort nach der Tragödie gesprochen. «Es fühlt sich an wie ein Friedhof.» Und sie nimmt ihren Heimatkanton in die Pflicht: «Die Vetternwirtschaft muss aufhören.» Calmy-Rey fordert eine schonungslose Aufarbeitung, um zu verstehen, wie es zur Katastrophe kommen konnte – und um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder passieren wird. (has)

21:59 Uhr

Samstag, 10. Januar

Alt Bundesrätin Calmy-Rey: Behörden und Inhaber verantwortlich

Alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey stammt ursprünglich aus Crans-Montana. Die Brandkatastrophe vom 1. Januar geht ihr deshalb persönlich sehr nahe. In einem Interview mit dem «Blick» sagt sie, die Behörden und die Eigentümer der Bar trügen die Verantwortung für das Geschehene.

Micheline Calmy-Rey am 4. Januar während der Sonntagsmesse in der katholischen Kapelle Saint-Christophe, die den Opfern des Brandes in Crans-Montana  gewidmet war. (Bild: Keystone)

Für sie gebe es ganz klar ein Davor und ein Danach der Katastrophe, betont sie im Interview. Calmy-Rey war zum Zeitpunkt des Brandes in Crans-Montana, wo sie zusammen mit ihrer Schwester ein Chalet besitzt, als sich die Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» ereignete.

Für die Alt Bundesrätin ist eines klar: Es sind Fehler passiert, und diese müssen klar benannt werden. Zudem müssten die Untersuchungen nun sorgfältig und konsequent durchgeführt werden. Es sei richtig und notwendig, dass die Medien sowie die Anwälte der betroffenen Familien die Walliser Behörden dazu drängten, «das Richtige zu tun». (cam)

20:22 Uhr

Samstag, 10. Januar

Gemeindeverwaltung im Fokus der Ermittlungen

Gemäss dem italienischen Sender «Sky TG24» soll die Walliser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen im Fall der Tragödie in der Bar «Le Constellation» nun auch auf die Gemeinde Crans-Montana ausgeweitet haben. So sollen die Verantwortlichkeit sowie Zuständigkeit im Bereich der Brandschutzkontrollen untersucht werden.

Nicole Bonvin Clivaz, Vizepräsidentin von Crans-Montana hat sich wie folgt zu den Ermittlungen geäussert: «Bei den Kontrollen gab es ein Versagen. Wir haben sie nicht durchgeführt, wir geben das zu und übernehmen die Verantwortung dafür. Doch die Ermittlungen müssen zeigen, was genau passiert ist – im Moment haben wir noch keine endgültigen Antworten.» (cam)

18:31 Uhr

Samstag, 10. Januar

Gemäss italienischen Akten: Drei Todesopfer ausserhalb von «Le Constellation» gefunden

Italien möchte Klarheit zu den Todesumständen seiner Staatsbürger und unterzieht mehrere Todesopfer einer neuen Autopsie. Das berichtet der «Corriere della Sera».

Untersucht wird unter anderem die Leiche des aufstrebenden Golftalentes Emanuele G. (†16). Erste Untersuchungen zeigten, dass sein Leichnam keine Brandspuren aufwies – lediglich Schürfwunden und Prellungen. Wie «Corriere della Sera» weiter ausführt, sei es deshalb möglich, dass er nicht in der Bar gestorben sei, sondern auf der Flucht überrannt und zu Boden gerissen wurde. Die erneute Autopsie soll den Eltern des 16-Jährigen Klarheit verschaffen – sie hatten lange auf eine erneute Untersuchung beharrt.

Gemäss der römischen Staatsanwaltschaft wurden drei der 40 Todesopfer ausserhalb der Bar «Le Constellation» aufgefunden. (cam)

18:16 Uhr

Samstag, 10. Januar

Geschmacklos: Satiremagazin «Charlie Hebdo» provoziert mit brennenden Skifahrern

Das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» provoziert wieder. Die am Freitag veröffentlichte Karikatur des Zeichners Salch nimmt Bezug auf die Tragödie von Crans-Montana und lässt wohl zur Zeit viele leer schlucken.

Auf der Zeichnung sind zwei brennende Skifahrer, die einen Hang hinabfahren, zu sehen. Dann trägt das Bild die Überschrift: «Verbrannte Skifahrer fahren Ski – die Komödie des Jahres». Bei vielen Nutzern kommt das gar nicht gut an, wie «20 Minutes» schreibt. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung könnte nicht unpassender sein: am Trauertag. Manche nehmen auch das Magazin in Schutz: Schliesslich sei es eine langjährige Tradition von Charlie Hebdo, mit provokanter Bildsprache und schwarzem Humor zu arbeiten.

Weiter heisst es, dass sich die Karikatur auch auf den Film «Les Bronzés font du ski», im deutschen «Sonne, Sex und Schneegestöber» beziehen könnte. In der 1979 erschienenen Komödie treffen sich alte Freunde zum Skifahren in Val-d'Isère und verirren sich dabei. (cam)

17:11 Uhr

Samstag, 10. Januar

Meldung korrigiert: Moretti hat nicht zugegeben, dass Notausgang verschlossen war

Am Samstagnachmittag berichtet «RTS», dass der Betreiber der Bar «Le Constellation» vor den Ermittlern zugegeben hätte, dass der Notausgang in der Brandnacht verschlossen gewesen sei. Diese Meldung stimmte nicht. Wie RTS nun korrigierte, hatte Jacques Moretti von einem Serviceeingang im Parterre gesprochen. (cam)

16:16 Uhr

Samstag, 10. Januar

War das Personal auf einen Brandfall überhaupt vorbereitet?

Laut «BFM TV» hat bereits die erste Anhörung nach dem Brand im «Le Constellation» mehrere mögliche Mängel aufgezeigt. Neben Schalldämpfplatten, die in Kombination mit Wunderkerzen die Brandursachen gewesen sein könnten, kam auch ans Licht, dass die Angestellten gemäss Moretti nicht auf den Ernstfall eines Brandes vorbereitet waren. (cam)

14:55 Uhr

Samstag, 10. Januar

Neues Werbevideo von «Le Constellation» aufgetaucht

Nach der Brandkatastrophe wurden die Werbevideos von «Le Constellation» gelöscht. Nun ist aber eines erneut aufgetaucht. Die Weltwoche hat es auf ihrem Instagram-Kanal veröffentlicht. Es ist nicht das erste Werbevideo der Bar, das nach der Katastrophe auftaucht. Darauf sieht man die Wunderkerze, die im Verdacht steht, den Brand ausgelöst zu haben. (cam)

14:29 Uhr

Samstag, 10. Januar

Jacques Moretti gibt zu: Notausgang war von innen verschlossen

Nach Angaben von RTS hat der Betreiber der Bar «Le Constellation», Jacques Moretti erklärt, dass die im Untergeschoss gelegene Notausgangstür von innen verriegelt gewesen sei. Darüber hinaus räumte er ein, die später in Brand geratene Schaumstoffverkleidung eigenhändig ersetzt zu haben, das berichtet der «Blick». (has)

10:40 Uhr

10. Januar

Schweigeminute für Opfer von Crans-Montana in Adelboden

Im Zielhang von Adelboden fand am Samstagmorgen eine Gedenkminute für die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana statt. Gegen 10.20 Uhr kehrte in der Arena Stille ein. Gestern wurde das Rahemnprogramm abgesagt, aus Respekt vor den Toten, wie die Veranstalter zuvor bekanntgaben. In der Kapelle Boden wurde zudem ein Ort der Stille eingerichtet. Das Rennprogramm findet heute und morgen wie geplant statt. (rem)

06:21 Uhr

Samstag, 10. Januar

Vater des inhaftierten «Constellation»-Betreibers: «Wir sind keine Verbrecher»

Am Freitagnachmittag, wenige Minuten nach der Gedenkfeier für die Opfer der Tragödie von Crans-Montana, veröffentlichte der französische Le Figaro einen Artikel, in dem der Vater des Besitzers der Bar «Le Constellation» sich zum ersten Mal in den Medien äusserte und seinen Sohn verteidigte. In dem Interview erklärte der Vater: «Wir sind seriöse Menschen, keine Kriminellen! Ich kenne meinen Sohn, er würde niemals fliehen. Das ist seine Ehre. Wir denken an die Opfer, auch wir haben Angehörige und Menschen verloren, die wir geliebt haben. Wir weinen jeden Tag. Ich kann nicht mehr schlafen. Mein Sohn ist verantwortlich, weil es sein Betrieb ist, aber ob er schuldig ist, wird sich zeigen.»

Schliesslich erklärt der Vater, dass er nach dem Brand nach Crans-Montana gereist sei, um seinem Sohn beizustehen: «Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich Jacques weinen sah. Diese Situation ist sowohl für die Toten als auch für die Lebenden unerträglich.»

Jacques Moretti ist seit Freitag in Untersuchungshaft. Seine Ehefrau Jessica ist auf freiem Fuss. (watson.ch)

22:10 Uhr

Freitag, 9. Januar

Vizepräsidentin von Crans-Montana: Gemeinde mitverantwortlich

Nicole Bonvin Clivaz, Vizepräsidentin der Gemeinde Crans-Montana, hat in einem Interview mit RTS Versäumnisse der Gemeinde zugestanden. Es geht um die mangelnde Kontrolle der Unglücksbar in den letzten Jahren. Sie sagt: «Wir tragen eine Verantwortung für diesen Mangel. Die Untersuchung wird uns zeigen, warum diese Versäumnisse aufgetreten sind. Heute haben wir noch keine endgültigen Antworten.»

Sie entschuldigte sich zudem bei allen «trauernden und leidenden Familien». Ein Rücktritt des Gemeinderates komme momentan aber nicht infrage, so Bonvin Clivaz. (chm)

16:50 Uhr

Freitag, 9. Januar

Cassis: «Ein Tag, an dem wir Verantwortung übernehmen»

Aussenminister Ignazio Cassis hat nach der Trauerfeier an einer Medienkonferenz nochmals sein Beileid ausgesprochen. «Was hier geschehen ist, geht über die Schweizer Grenzen hinaus. Crans-Montana ist ein Ort, wo sich Menschen aus vielen Ländern treffen.» Cassis bedankte sich ebenfalls bei den in- und ausländischen Helfenden.

«Dieser Trauertag ist auch ein Tag, an dem wir Verantwortung übernehmen. Eine Untersuchung findet statt, um zu ermitteln, was genau passiert ist.» Sollten die Regeln nicht richtig angewandt oder überprüft worden sein, sei dies «inakzeptabel». «Es muss bis ins Detail aufgeklärt werden, was passiert ist.»

Weiter lobte Cassis, wie schnell der europäische Zivilschutzmechanismus aktiviert worden sei. «Ich danke der Europäischen Union und allen Ländern, die Patienten aufgenommen und medizinisches Personal aufgeboten haben. Ihre Hilfe war konkret, schnell und entscheidend.» (watson.ch)

16:05 Uhr

Freitag, 9. Januar

Jessica Moretti entschuldigt sich bei Opfern

Jessica Moretti, die Ehefrau des verhafteten Barbetreibers Jacques Moretti, ist im Gegensatz zu ihm nach der Einvernahme auf freien Fuss gesetzt worden. Dies berichtete Blue News am Freitagnachmittag.

Vor den versammelten Medien hat sie sich gegenüber den Betroffenen der Brandkatastrophe entschuldigt: «Meine Gedanken sind ständig bei den Opfern. Es ist eine unvorstellbare Tragödie, die sich in unserem Betrieb ereignet hat. Ich möchte mich bei allen Betroffenen entschuldigen.» (watson.ch)

15:23 Uhr

Freitag, 9. Januar

Betreiber der Unglücksbar in U-Haft

Wie die Westschweizer Zeitung «24 heures» als erstes Medium berichtet hat, ist der Betreiber der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana, Jacques Moretti, in Untersuchungshaft. In einer Medienmitteilung vom Freitagnachmittag bestätigt die Walliser Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft.

Jacques Moretti sitzt in U-Haft. (Bild: Keystone)

Die beiden Barbetreiber seien am Freitag über mehrere Stunden einvernommen worden. «Im Rahmen dieser Einvernahmen wurde eine erneute und detaillierte Analyse der Fluchtgefahr vorgenommen», heisst es im Communiqué. Darauf gestützt habe die Staatsanwaltschaft die Anordnung von Untersuchungshaft gegen den Barbetreiber, Jacques Moretti, beantragt: «Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufs sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret.»

Hinsichtlich der Betreiberin, Jessica Moretti, verzichtet die Staatsanwaltschaft auf die Beantragung von U-Haft, hat allerdings nicht genauer ausgeführte Ersatzmassnahmen beantragt. Denkbar ist etwa eine Ausreisesperre. Die Anordnung von Ersatzmassnahmen erachtet die Staatsanwaltschaft «aufgrund des persönlichen Werdegangs und der sozialen Bindungen» der Betreiberin «als geeignet, der Fluchtgefahr zu begegnen».

Gemäss Gesetz muss nun innert 48 Stunden das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Wallis seine Zustimmung zu den beantragten Massnahmen erteilen. Bis zu diesem Entscheid bleibt Jacques Moretti in U-Haft.

Moretti und seine Ehefrau Jessica waren am Freitagmorgen zu einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sitten eingetroffen. Die Staatsanwaltschaft hatte am Samstag 3. Januar gegen die beiden Betreiber und Eigentümer der Bar «Le Constellation» eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung einer Feuerbrunst eröffnet.

Die Untersuchung soll die Frage klären, ob Jacques und Jessica Moretti mitschuldig sind am Tod von 40 Menschen und den teilweise schweren Verletzungen von 116 Personen, die sich in der Silvesternacht in ihrer Bar aufgehalten haben.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft darauf verzichtet, die beiden französischen Staatsbürger in Untersuchungshaft zu nehmen oder gegen sie ein Ausreiseverbot auszusprechen.

Am Sonntag, 4. Januar, hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass die Voraussetzungen für diese Anordnung zurzeit nicht erfüllt seien. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Beschuldigten dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion durch Flucht entziehen könnten. Ebenso ausser Betracht fielen laut Staatsanwaltschaft zum damaligen Zeitpunkt Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr. Der Verzicht auf diese Massnahmen stiess zum Teil auf heftige Kritik, auch von Vertretern der Opferfamilien.

Lange Zeit hatte das Paar gegenüber den Medien geschwiegen. Am Mittwoch liess es schliesslich über Anwälte eine Erklärung verbreiten und zeigte sich darin von den Ereignissen tief betroffen. Die Morettis erklärten, vollständig mit den Strafverfolgungsbehörden kooperieren zu wollen. (cbe)

15:00 Uhr

Freitag, 9. Januar

Die Bilder zur Trauerfeier

Heute trauert die Schweiz mit den Opfern von Crans-Montana. Hier finden Sie die Bilder der Trauerfeier.

13:07 Uhr

Freitag, 9. Januar

Odermatt geht nicht an die Trauerfeier des FC Sion

Marco Odermatt wird am kommenden Mittwoch nicht an einer Trauerfeier des FC Sion für die Opfer der Brandkatastrophe teilnehmen. Sion-Präsident Christian Constantin wollte den 28-Jährigen eigentlich per Helikopter aus dem Berner Oberland einfliegen, wie der «Blick» berichtete. Im Rahmen der Weltcuprennen in Adelboden sagte Odermatt nun: «Wir sind dann in Wengen und haben anders zu tun. Wir müssen uns auf uns konzentrieren.» Am Lauberhorn ist am kommenden Mittwoch ein Abfahrtstraining geplant. Der Ausflug würde zu viel Energie kosten. (mpr)

12:07 Uhr

Freitag, 9. Januar

Neun Fussballer unter den Brandopfern von Crans-Montana

Unter den 40 Toten der Brandkatastrophe von Crans-Montana waren neun junge Schweizer Fussballer. Das gab der Schweizer Fussball-Verband (SFV) am nationalen Trauertag für die Tragödie in einem Post auf der Plattform X bekannt. «Wir trauern und fühlen mit allen Opfern und Verletzten der Brandkatastrophe von Crans-Montana sowie mit ihren Familien. Auch neun junge Schweizer Fussballspieler aus drei regionalen Westschweizer Vereinen haben ihr Leben verloren, mehrere weitere wurden verletzt», schrieb der Verband auf dem Account der Schweizer Nationalmannschaft: «Wir stehen an der Seite der Familien und Vereine – heute, morgen und auch dann, wenn es stiller wird.» (dpa)

11:14 Uhr

Freitag, 9. Januar

Schweiz trauert um Brandopfer – offener Präsidenten-Brief

Am nationalen Trauertag für die Brandkatastrophe im Skiort Crans-Montana hat der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin Opferfamilien und Überlebenden sein Beileid und Mitgefühl ausgesprochen. «Wir schulden den Betroffenen, Familien und Angehörigen Respekt, Erinnerung – und die Verpflichtung, alles zu tun, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederholt», schreibt er in einem offenen Brief.

Am Nachmittag werden rund 1000 Angehörige und Spitzenpolitiker bei einer Trauerfeier in Martigny in der Nähe von Crans-Montana erwartet. Auf der Gästeliste stehen unter anderem die Präsidenten Frankreichs und Italiens, Emmanuel Macron und Sergio Mattarella. (dpa)

11:07 Uhr

Freitag, 9. Januar

Mehrere Polizisten betreten Inferno-Bar

Wie ein Video auf Blue News zeigt, haben etwa 20 Polizisten die Bar «Le Constellation» betreten. Die Hintergründe sind unklar – zu sehen ist, wie mehrere Kisten in das abgebrannte Lokal getragen werden. Was sich darin befindet, ist nicht bekannt. (has)

09:23 Uhr

freitag, 9. Januar

Ehepaar wird von Polizei zum Verhör eskortiert

Jacques und Jessica Moretti mit einem Anwalt (rechts) bei ihrer Ankunft in Sitten. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Jacques und Jessica Moretti werden am Freitag in Sitten erstmals als Beschuldigte verhört. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ehepaar fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vor. Die Betreiber der Todesbar «Le Constellation» in Crans-Montana trafen gemäss dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS kurz vor 8 Uhr vor der Staatsanwaltschaft in der Nähe des Bahnhofs von Sitten ein. Begleitet wurden sie von ihren drei Anwälten. Gemäss RTS versuchte das Ehepaar nicht, sich zu verbergen. Jessica Moretti trug jedoch eine Sonnenbrille. Mehr als 50 Journalisten, auch aus Italien und Frankreich, verfolgten die Szenerie. Die Polizei musste für die Beschuldigten den Weg freibahnen und sie eskortieren.

Die Staatsanwaltschaft wird das Paar zu seiner persönlichen Situation befragen, namentlich auch zu seinem Immobilienvermögen. Laut RTS werden die Beschuldigten heute noch nicht zu den Umständen verhört, die zur Brandkatastrophe geführt haben. Mehrere Opferanwälte nehmen an dem Verhör teil und haben das Recht, den Beschuldigten Fragen zu stellen. (kä)

06:21 Uhr

Freitag, 9. Januar

Nationaler Tag der Trauer: Um 14 Uhr gedenkt die Schweiz der Opfer

Um 14 Uhr läuten die Glocken und die Schweiz hält inne, um der Opfer zu gedenken. Auch in den Schulen wird innegehalten. Und die Bergbahnen werden stillstehen. Vielerorts sind in der Schweiz die Fahnen auf Halbmast gesetzt. Die Trauerfeier selbst findet in Martigy statt. Neben den Angehörigen der Opfer kommen auch der französische Präsident Emmanuel Macron und der italienische Präsident Sergio Mattarella. Auch andere Länder sind mit hochrangigen Vertretern zugegen. Der Bundesrat wird in Martigny durch Bundespräsident Guy Parmelin, Aussenminister Ignazio Cassis und Justizminister Beat Jans vertreten sein. Die Walliser Regierung wird in corpore an der Messe teilnehmen. (has)

06:16 Uhr

Freitag, 9. Januar

Wallis forderte Kontrollberichte aus Crans-Montana nicht ein

Laut Gesetz sind die Gemeinden verantwortlich für die Durchführung der Brandschutzkontrollen. Der Kanton aber hat Befugnisse bei der Überwachung und Koordination, wie SRF berichtet. Ihm müssen die Gemeinden sämtliche Kontrollberichte einreichen. Die Kantonsbehörden hätten also merken können, dass Berichte aus Crans-Montana fehlen und die Bar «Le Constellation» über Jahre nicht kontrolliert wurde. Doch die Behörden sind nicht aktiv geworden, weil sie davon ausgehen, dass wenn keine Berichte bei ihnen landen, alles in Ordnung ist. (has)

20:14 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

AXA Schweiz: «Werden unseren Verpflichtungen als Versicherung nachkommen»

Wer kommt für den Schaden nach der Tragödie von Crans-Montana auf? Diese Frage wird sich in den nächsten Tagen und Wochen vermehrt stellen. Nun erklärt die AXA Schweiz in einem Communiqué, dass sie die Gemeindehaftpflichtversicherung von Crans-Montana und die Betriebshaftpflichtversicherung der Unglücksbar «Le Constellation» ist: «Beide haben branchenübliche Standardprodukte mit einer vertraglich limitierten Deckungssumme bei uns abgeschlossen.»

Die AXA erklärt sich bereit, ihren «Verpflichtungen als Versicherung vollumfänglich nachzukommen». In der Mitteilung heisst es weiter: «Fest steht zudem, dass die Versicherungssummen der Gemeinde und der Bar im Fall einer Haftung bei weitem nicht ausreichen, um für alle finanziellen Schäden der überlebenden Opfer und Hinterbliebenen aufzukommen.» Wer für den entstandenen Schaden haftet, lässt sich erst nach Abschluss der laufenden Untersuchung beurteilen.

Weiter will die Versicherung einen runden Tisch schaffen, an dem «idealerweise unter der Leitung des Bundes» sämtliche involvierten Parteien sowie die involvierten Versicherer «unbürokratische und langfristig tragfähige Lösungen definieren, um für die finanziellen Schäden der überlebenden Opfer und Hinterbliebenen aufzukommen». (chm)

16:07 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

Wegen fahrlässiger Tötung: Staatsanwaltschaft Rom ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Rom hat eine Untersuchung zum Brand in Crans-Montana eingeleitet, berichtet SRF. Das Verfahren wird wegen fahrlässiger Tötung und Brandstiftung geführt. Bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana kamen 40 Menschen ums leben. Darunter sind sechs Italiener. (chm)

15:09 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

Rehaklinik Bellikon bereitet sich auf Aufnahme von Brandopfern vor

Die Suva-Klinik im Aargau wird Verbrennungsopfer von der Tragödie in Crans-Montana für den Rehabilitationsprozess aufnehmen. Dieser sei für die Betroffenen von entscheidender Bedeutung.

10:22 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

Drei Bundesräte an der Gedenkfeier am Freitag

Am Freitag findet ein nationaler Trauertag zum Gedenken an die Opfer von Crans-Montana statt. In einer Mitteilung gibt der Kanton Wallis bekannt, dass an der Zeremonie die Bundesräte Guy Parmelin, Ignazio Cassis und Beat Jans teilnehmen werden. Der Walliser Staatsrat wird in corpore teilnehmen.

Bis heute wurden ebenfalls 37 ausländische Delegationen zu diesem Moment der Besinnung eingeladen. Dabei handle es sich um die Länder, aus denen die Opfer und Verletzten stammen, sowie um Länder, die der Schweiz nach dieser Tragödie ihre Hilfe angeboten haben.

Die Gedenkfeier findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Wer die Zeremonie verfolgen möchte, kann dies über nationale und internationale Fernsehsender tun. (Walliser Bote)

09:33 Uhr

Donnerstag, 8. Januar

Brandschutz im Wallis: Gemeinden teils überfordert

In Crans-Montana wurden Kontrollen offenbar versäumt. Aber auch andere Walliser Gemeinden kommen den gesetzlichen Vorgaben nicht nach. Seit 22 Jahren habe er einen einzigen Besuch des kommunalen Sicherheitsbeauftragten bekommen: Das sagt ein Walliser Hotelier in einem Schreiben, das der Redaktion des «Walliser Boten» vorliegt. Die Zeitung berichtet, dass es durchaus Gemeinden gibt, welche den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, andere jedoch nicht.

In öffentlich zugänglichen Gebäuden sieht das Gesetz jährlich durchgeführte feuerpolizeiliche Kontrollen vor. Diese obliegen im Kanton Wallis den Gemeinden. Doch in der Praxis wird das geltende Recht häufig nicht umgesetzt. Dass ein Hotel mehr als 20 Jahre nicht kontrolliert wurde, ist gemäss der Zeitung nur ein Beispiel dafür.

Das Problem: Es mangelt an personellen Ressourcen. Recherchen des Portals zeigen, dass grosse Gemeinden wie Visp und Naters zwar mehr zu kontrollierende Lokale haben, aber auch einen eigenen Sicherheitsbeauftragten. Die Gemeinde Val de Bagnes, zu der auch der Wintersportort Verbier gehört, hat sogar vier Vollzeitstellen dafür vorgesehen.

Schwierig wird es vor allem bei kleineren Gemeinden, die sich keinen eigenen Sicherheitsexperten leisten können. Für die spezifischen feuerpolizeilichen Kontrollen wird zum Beispiel in Fiesch jeweils ein externer Fachspezialist mandatiert. Deren Gemeindepräsident sagt, man habe in den vergangenen Jahren nicht alle Gastrobetriebe jährlich kontrolliert. Stattdessen kontrolliere man nach Priorität. Fiesch verfügt im Dorf und auf der Fiescheralp über mehrere Hotels, Restaurants und andere Gastrobetriebe.

So stellt sich im Kanton Wallis die Frage, wie das Gesetz künftig eingehalten werden kann. Regionale Zusammenschlüsse im Bereich der Brandschutzkontrollen werden aktuell diskutiert. Auch eine kantonale Gebäudeversicherung, wie sie die meisten Kantone kennen, wäre eine mögliche Lösung. (pin)

21:06 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

Opferanwalt bereitet Klage gegen Crans-Montana vor

Der Genfer Rechtsanwalt Romain Jordan bereitet gemäss SRF eine Staatshaftungsanklage gegen die Gemeinde Crans-Montana vor. Er vertritt mehr als 20 Familien, deren Angehörige bei der Tragödie entweder starben oder schwer verletzt wurden.

Die Verantwortung der Gemeinde sei offensichtlich, so Jordan. Er geht davon aus, dass Crans-Montana für viele Kosten aufkommen muss, die durch die Katastrophe enstanden sind. Martin Hablützel, Anwalt für Haftpflicht- und Versicherungsrecht, versucht gegenüber SRF diese Kosten zu beziffern. Er sagt: «Die Gesamtkosten und Schäden werden sich im Bereich von mehreren hundert Millionen Franken bewegen.» (chm)

15:49 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

Deutsche Regierung schickt Botschafter zum Gedenktag

Der Bund hat 35 Staaten zur nationalen Trauerfeier vom Freitag in Martigny eingeladen. Das sind einerseits jene Staaten, die Opfer zu beklagen haben: die Schweiz selbst (22 Opfer), Frankreich (8), Italien (6), Portugal, Belgien, Rumänien und die Türkei (je ein Opfer). Geladen sind aber auch jene Staaten, die Verletzte haben und die Unterstützung geleistet oder angeboten haben - etwa Deutschland.

CH Media weiss: Die deutsche Bundesregierung kommt voraussichtlich nicht selbst zur Gedenkfeier in die Schweiz. Aus dem Auswärtigen Amt der Bundesregierung heisst es, Deutschland werde vertreten von Markus Potzel, Botschafter in der Schweiz. Auch der deutsche Bundespräsident Steinmeier hat gemäss seinem Online-Kalender einen anderen Termin: Er lädt am Freitagmorgen zum Neujahrsempfang ein. Eine gestrige Anfrage ans Bundespräsidialamt, ob Steinmeier sein Programm umstellt, um doch in die Schweiz zu kommen, blieb bisher unbeantwortet.

Zugesagt hat seine Teilnahme der französische Präsident Emmanuel Macron. Und auch der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella wird ins Wallis reisen. (smr)

13:51 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

Christian Constantin will den Brandopfern gedenken – auf seine Weise

Der Präsident des FC Sion, Christian Constantin, ist dem Dorf Crans-Montana verbunden. Sein Verein fährt seit 35 Jahren dorthin ins Sommer-Trainingslager. Deshalb will er den Opfern der Brandkatastrophe gedenken. Dabei will er nichts unversucht lassen und auch Ski-Stars mit dem Helikopter einfliegen.

07:39 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

Barchef von« Le Constellation» wollte kündigen

Beim Brand in der Bar «Le Constellation» hat der Barchef offenbar schwere Verbrennungen erlitten, die sich über einen grossen Teil des Körpers erstrecken. Darüber berichtete der französische TV-Sender BFMTV. Er liege im Koma. Aufgrund eingeatmeter Dämpfe leide er an «pulmonalen Komplikationen», sagte sein Vater.

Dieser Vater sprach gegenüber dem Sender auch davon, dass sein Sohn sich vor Weihnachten bei ihm über die Bar beklagt habe. Der Vater gibt an, was sein Sohn zu ihm gesagt habe: «Papa, ich gehe nach Hause, nichts stimmt. Das habe ich nicht erwartet, es gibt viele Mängel.» Dabei beunruhigten ihn vor allem die «sehr jungen Teenager», die sich in der Bar aufhielten. (chm)

06:00 Uhr

Mittwoch, 7. Januar

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Artikel: http://www.vaterland.li/regional/schweiz/news-ticker-crans-montana-aktuelle-news-und-entwicklungen-im-ticker-art-694577

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