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Neue Opferhilfe-Hotline 142: Pro Tag melden sich rund 80 Gewaltbetroffene

Seit zwei Monaten ist eine neue Hotline für Betroffene von häuslicher und anderer Gewalt in Betrieb. Das Angebot wird rege genutzt – und soll dank einer Kampagne noch bekannter werden.
Seit zwei Monaten ist die Opferhilfe-Hotline 142 in Betrieb. (Bild: Luis Alvarez/Getty Images)

Was lange währte, ist seit zwei Monaten gut: Nach fünfjähriger Vorlaufzeit hat die Schweiz seit dem 1. Mai eine rund um die Uhr erreichbare Hotline für Gewaltopfer.

Unter der Nummer 142 erhalten alle Menschen eine Beratung, die physische, psychische oder sexuelle Gewalt im privaten oder öffentlichen Raum erlebt haben. Auch dem Umfeld von Gewaltopfern, etwa Angehörigen oder Freunden, steht die 142 zur Verfügung. Es handelt sich jedoch nicht um eine Notfallnummer. In solchen Fällen sollen Betroffene die Polizei alarmieren.

Die Opferhilfe-Hotline wird stark nachgefragt. Wie die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) auf Anfrage mitteilt, gingen in den ersten zwei Monaten rund 5100 Anrufe ein, bei denen ein Gespräch stattgefunden hat. Im ersten Betriebsmonat Mai waren es über 2600 Anrufe, im Juni etwas mehr als 2400 Anrufe. Das sind durchschnittlich rund 80 Anrufe pro Tag.

In der Nacht gehen Freiwillige ans Telefon

Der operative Betrieb der Opferhilfe-Hotline fällt in die Kompetenz der Kantone. Anrufe zu Bürozeiten auf die 142 werden auf die zuständigen kantonalen Opferberatungsstellen umgeleitet.

Zur Abdeckung ausserhalb der Bürozeiten gibt es je nach Kanton unterschiedliche Lösungen. In einigen Kantonen wird die 142 rund um die Uhr von professionellen Teams betreut. In anderen Kantonen nehmen während der Nacht Freiwillige der Dargebotenen Hand (Nummer 143) die Anrufe auf der Opferhilfe-Hotline entgegen.

Das sorgte für Kritik. Der Vorstandspräsident des Dachverbands 143.ch wehrte sich Ende April gegenüber dieser Redaktion: «Wir haben hohe Ansprüche an unsere rund 700 freiwilligen Mitarbeitenden, schulen sie intensiv in Gesprächsführung, im Umgang mit Krisensituationen und verschiedenen Themen der Opferberatung.»

Aktuell läuft eine grossangelegte Kampagne von Bund und Kantonen, um das neue Angebot bekannter zu machen, die Hemmschwellen zu senken und noch mehr Betroffene zu erreichen.

 
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