KI wird zum Massenphänomen – und ältere Frauen gamen immer häufiger
Künstliche Intelligenz (KI) ist innert kürzester Zeit im Alltag der Schweizer Bevölkerung angekommen. Vier von fünf Personen zwischen 15 und 75 Jahren nutzen inzwischen zumindest gelegentlich KI-Tools. Vor zwei Jahren waren es erst 40 Prozent. Damit hat sich die Nutzung seit 2024 verdoppelt.
Das zeigt der am Dienstag veröffentlichte «Digimonitor» der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) und der WEMF AG für Werbemedienforschung. Die repräsentative Studie basiert auf einer Befragung von 1957 Personen aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz.
Besonders verbreitet ist KI bei den Jungen. Von den 15- bis 34-Jährigen nutzen 91 Prozent entsprechende Angebote zumindest gelegentlich, 44 Prozent sogar täglich. Über alle Altersgruppen hinweg greift bereits fast jede dritte Person täglich auf KI zurück. Privat wird KI von 76 Prozent genutzt, für Berufs- und Ausbildungszwecke von 61 Prozent.
ChatGPT ist die unangefochtene Nummer 1: 67 Prozent der Bevölkerung nutzen die Plattform zumindest gelegentlich. Mit deutlichem Abstand folgen Gemini von Google (32 Prozent) und Copilot von Microsoft (30 Prozent).
93 Prozent konsumieren digitale News
Trotz des rasanten Wandels erreichen auch klassische Nachrichtenangebote weiterhin ein grosses Publikum. 93 Prozent nutzen News auf den Websites oder Apps von Medienunternehmen, mehr als die Hälfte tut dies täglich. Die höchste Reichweite erzielen die News-Angebote privater Schweizer Medien.
Allerdings sinkt laut der Studie die Zahlungsbereitschaft für digitale Nachrichten in allen Bevölkerungsgruppen. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang in der Romandie, bei Männern und bei den Jungen.
Bei Letzteren verändert sich gleichzeitig der Weg zu den Nachrichten. 31 Prozent der 15- bis 34-Jährigen informieren sich täglich in sozialen Medien über das aktuelle Zeitgeschehen. 13 Prozent beziehen ihre News sogar ausschliesslich über soziale Netzwerke. Weitere 19 Prozent kombinieren diese mit klassischen Medienangeboten. Immerhin 24 Prozent der Jungen informieren sich ausschliesslich über klassische Medien.
Auch wenn soziale Medien primär der Unterhaltung dienen, nutzen sie mehr als die Hälfte der Bevölkerung auch als Nachrichtenkanal. Die meistgenutzte Social-Media-Plattform der Schweiz bleibt Instagram (45 Prozent) vor Facebook (26 Prozent) und Snapchat (26 Prozent).
Deutlich an Beliebtheit gewinnt Gaming: 60 Prozent der Bevölkerung spielen mindestens gelegentlich digitale Spiele. Besonders auffällig ist hierbei die Entwicklung bei älteren Frauen. Mittlerweile spielt jede dritte Frau zwischen 55 und 75 Jahren täglich digitale Spiele.
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