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Kein Richtungswechsel unter Gmür

Aktiv Themen setzen und diese im Parlament auch durchbringen: Das will die Luzerner CVP-Ständerätin Andrea Gmür als neue Chefin der Mitte-Fraktion im Bundeshaus. Ein Richtungswechsel ist für sie aber genau so unnötig wie das Streichen des "C" aus dem Parteinamen.
Neu gewählte Präsidentin der Mitte-Fraktion: Die Luzerner CVP-Ständerätin Andrea Gmür.
Neu gewählte Präsidentin der Mitte-Fraktion: Die Luzerner CVP-Ständerätin Andrea Gmür. (Bild: KEYSTONE/URF k_tk)

Sie finde es sehr wichtig, dass über diese so genannte "C"-Frage intensiv diskutiert werde, sagte Gmür am Samstagvormittag in Luzern vor den Medien.

Am Vortag war die 55-Jährige an einer Fraktionsklausur als erste Frau überhaupt zur Fraktionspräsidentin der Mitte-Fraktion gewählt worden. Zu dieser gehören neben der CVP- auch die BDP- und die EVP-Vertreter im Parlament. Das "C" bedeute nicht katholisch, es stehe für christliche Werte, betonte Gmür.

Der Parteiname ist nicht das einzige, das Gmür als neue Fraktionspräsidentin beim Alten belassen möchte. Einen Richtungswechsel strebe sie nicht an, betonte Gmür. Sie sei sich bewusst, dass sie als Fraktionschefin mit ihrer Meinung einmal bei der Mehrheit, einmal bei der Minderheit sein werde. Diskussionen hätten bei der CVP-Fraktion schon immer stattgefunden.

Künftig will sie die gebündelte Kraft der Mitte nutzen. Die Tatsache, dass die Mitte-Fraktion nun drittstärkste Fraktion sei, gebe ihr Sicherheit, gehört zu werden. Sie verpflichte aber auch, aus der Mitte heraus aktiv Themen zu setzen und diese im Parlament durchzusetzen.

Gmür zeigte sich überzeugt: "Die Schweiz will eine starke Position der Mitte." Man habe genug von Starrheit, wolle ein politisches Klima des Diskurses. Dafür wolle sie sich stark machen.

Als Teamplayerin wolle sie sich dafür einsetzen, dass die Mitte-Fraktion in der neuen Legislatur Herausforderungen wie die Sicherung der Sozialwerke, die Dämpfung der steigenden Gesundheitskosten, das EU-Dossier und die Klimapolitik vereint angehe, liess sie sich nach ihrer Wahl in einem Communiqué zitieren.

Lombardis Nachfolgerin

Gmür tritt die Nachfolge von Ständerat Filippo Lombardi (CVP/TI) an. Dieser verpasste im vergangenen November die Wiederwahl mit 46 Stimmen sehr knapp, nach 20 Jahren in der kleinen Kammer.

Gmür war 2007 bis 2015 Luzerner Kantonsrätin und von 2009 bis 2015 Vizepräsidentin der CVP-Fraktion im Kantonsparlament. 2015 wurde sie in den Nationalrat gewählt und im vergangenen Herbst in den Ständerat.

In der kleinen Kammer ist sie Mitglied der Aussenpolitischen Kommission (APK), der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) und der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK). Sie übernimmt die Führung der Fraktion vom Luzerner Leo Müller, der das Präsidium nach Lombardis Nicht-Wiederwahl interimistisch ausgeübt hatte.

Gmür ist ausgebildete Gymnasiallehrerin für Englisch und Französisch. Damit verfüge sie über die Sprachkenntnisse, die für einen guten Austausch unter den Regionen nötig seien, schrieb die Mitte-Fraktion. Seit 2007 ist Gmür Geschäftsführerin der Stiftung Josi J. Meier, die sich für Menschen in Notlagen engagiert. (sda)

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