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Kampf gegen Talentverschwendung: So läuft es im Eishockey und im Handball

Trainerinnen und Trainer versuchen, das langfristige Potenzial von Junioren zu erkennen.
Künftige Nationalspieler? Junioren des EHC Uzwil und der ZSC Lions. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocu (Zürich, 8. August 2025)s)

Für diese Feststellung braucht es kein Soziologiestudium: Viele Eltern halten ihr Kind für ein Supertalent. Tatsächlich wird aber nur eine kleine Minderheit der aktuell 233'000 Fussballjunioren und -juniorinnen eine Profikarriere starten. Umso wichtiger ist es, dass Scouts die wahren Talente erkennen. Der Schweizerische Fussballverband versucht mit verschiedenen Massnahmen zu verhindern, dass körperlich spätentwickelte oder im zweiten Halbjahr geborene Junioren übergangen werden. Dennoch zeigt sich in den Nachwuchsnationalteams weiterhin der relative Alterseffekt: Frühgeborene Spieler sind übervertreten.

Dieses Phänomen manifestiert sich auch im Eishockey. So sind etwa 79 Prozent im aktuellen Kader der U16-Herrennationalmannschaft frühentwickelt. Der Verband versucht gegenzusteuern, indem Selektionsentscheide hinausgezögert werden. Bei U15-Turnieren erhalten Spieler Rückennummern, die ihrem Entwicklungsstand entsprechen: Höhere Nummern bedeuten, spätentwickelt, tiefere frühentwickelt. Finn Sulzer, Sprecher des Schweizerischen Eishockeyverbands, sagt jedoch, diese Massnahme erweise sich derzeit als wenig zielführend. «Da es faktisch nur Frühentwickelte im System gibt, sind strukturelle Anpassungen unabdingbar.» Auch im Eishockey besteht die Möglichkeit, kalendarisch ältere Junioren länger in unteren Stufen spielen zu lassen. Der Schweizer Hockeynachwuchs umfasst rund 16'000 lizenzierte Spieler und Spielerinnen, dazu kommen 6300 Hockeyschüler im Alter von 5 bis 7 Jahren.

Ball zu gross für Schulterkraft

Beim Handball werden die Nationalteams über zwei Jahrgänge hinweg geführt. «Die körperlichen Unterschiede sind klar erkennbar und wirken sich oftmals auch auf die Technik aus», sagt Benjamin Rachad, Sprecher des Schweizerischen Handballverbands. So kann etwa ein Ball für die Handgrösse und Schulterkraft zu gross und zu schwer sein. Bei der Talentidentifizierung setzt der Verband auf die sogenannte Piste-Sichtung.

Die dahinterstehende Philosophie zielt darauf ab, die langfristig erfolgreichsten Spieler zu erkennen und zu fördern. Entscheidend ist, dass Trainer eine ganzheitliche Potenzialeinschätzung vornehmen, die über kurzfristige Wettkampferfolge hinausgeht. Die Piste-Sichtung wird von Nationaltrainern durchgeführt, die für diese Thematik sensibilisiert sind. Sie wissen: Allfällige technische Mängel können auf unterschiedliche körperliche Voraussetzungen zurückzuführen sein. In der Schweiz spielen gut 4600 Junioren und knapp 2700 Juniorinnen Handball.

 
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