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Der erste Angriff auf die EU-Verträge ist gescheitert – das sind die wichtigsten Figuren

Nicht nur die SVP-Vertreter haben sich im Ständerat gegen die neuen bilateralen Abkommen ausgesprochen, sondern auch prominente Köpfe von Mitte und FDP. Doch die Befürworter setzten sich durch.
Seltenes Bild: Mit Bundespräsident Guy Parmelin sowie Ignazio Cassis und Beat Jans (von links) nahmen gleich drei Bundesräte an der EU-Debatte im Ständerat teil. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
(Bild: Leoni Tobia)
Beat Rieder, Ständerat Wallis (Mitte). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
Pierre-Yves Maillard, Ständerat Waadt (SP). (Bild: Peter Schneider/Keystone)
Esther Friedli, Ständerätin St. Gallen (SVP). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
Benjamin Mühlemann, Ständerat Glarus (FDP). (Bild: Peter Schneider/Keystone)
Matthias Michel, Ständerat Zug (FDP). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
Benedikt Würth, Ständerat St. Gallen (Mitte). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
Eva Herzog, Ständerätin Basel-Stadt (SP). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)

21 Uhr? Mitternacht? Munter wurde spekuliert, wie lange die erste Ständeratsdebatte über die neuen Verträge mit der EU am Montagabend dauern würde. Die Sitzung war «open end» angesetzt, ohne festen Feierabend. Warnend wies Ratspräsident Stefan Engler seine Kollegen zu Beginn darauf hin, dass es an ihnen liege, was «open end» heisse. Man möge sich kurzhalten. Dass das nur wenigen gelang, war keine Überraschung.

Die enorme Tragweite des Geschäfts war schon an der Regierungsbank abzulesen: Wo normalerweise ein Bundesrat sitzt, waren es gleich deren drei. Neben Aussenminister Ignazio Cassis liessen sich Guy Parmelin und Beat Jans nieder, der Wirtschafts- und der Migrationsminister. Das Paket, das sie dem Parlament schmackhaft machen wollten, umfasst die Revision bestehender und den Abschluss neuer Abkommen sowie die dazugehörige innenpolitische Umsetzung.

(Bild: Leoni Tobia)

Die einzelnen Verträge werden erst ab Dienstag behandelt. Am Montag ging es zum Auftakt um das grosse Ganze: um die Frage, ob der Ständerat überhaupt auf die Vorlage einsteigen soll. SVP-Ständerat Marco Chiesa hatte einen Antrag auf Nichteintreten eingereicht.

Unterstützung bekam er nicht nur von seinen Parteikollegen, sondern auch vom konservativen Flügel der Mitte-Partei, der im Ständerat relativ gross ist, sowie von einzelnen Freisinnigen. In der Mitte sprachen sich etwa der Zuger Peter Hegglin, der Innerrhoder Daniel Fässler und die Urnerin Heidi Z‘graggen gegen die Verträge aus, in der FDP der Aargauer Thierry Burkart und der Bündner Martin Schmid. Es reichte nicht: Kurz vor 21 Uhr trat der Ständerat mit 29 gegen 15 Stimmen auf das Paket ein.

Mitte und FDP auch beim Ständemehr gespalten

Für die Verträge votierten Vertreter sämtlicher Parteien mit Ausnahme der SVP. In den Reihen der FDP sprachen sich insbesondere der Luzerner Damian Müller und die Schwyzerin Petra Gössi für die Abkommen aus, in der Mitte unter anderem die Aargauerin Marianne Binder, der Solothurner Pirmin Bischof und die Freiburgerin Isabelle Chassot.

Während die Linke und die SVP mehr oder weniger geschlossen agieren, sind die Mitte und die FDP nicht nur in der Grundsatzfrage gespalten. Noch grösser sind ihre Differenzen bei der Frage, ob die neuen Verträge in der abschliessenden Volksabstimmung nicht nur dem Volks-, sondern auch dem Ständemehr unterstellt werden sollen. Darüber dürfte der Ständerat am Mittwoch entscheiden.

Während der Ständerat nach dem Eintreten bereits über die ersten Details der neuen Verträge verhandelte, fand draussen auf dem Bundesplatz eine Protestaktion statt: Um 21 Uhr marschierte die SVP auf, um gegen das Tempo der Verhandlungen zu demonstrieren. Sie kritisierte, dass der Ständerat für das Geschäft «nur» vier Halbtage vorgesehen habe. Diese Rechnung ignoriert jedoch die Vorberatung in den Kommissionen: Diese haben laut Ratspräsident Engler in 39 Sitzungen während 111 Stunden über die verschiedenen Teile des Pakets diskutiert.

Das sind die entscheidenden Köpfe der EU-Debatte

Beat Rieder, Ständerat Wallis (Mitte). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
Pierre-Yves Maillard, Ständerat Waadt (SP). (Bild: Peter Schneider/Keystone)
Esther Friedli, Ständerätin St. Gallen (SVP). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
Benjamin Mühlemann, Ständerat Glarus (FDP). (Bild: Peter Schneider/Keystone)
Matthias Michel, Ständerat Zug (FDP). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
Benedikt Würth, Ständerat St. Gallen (Mitte). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
Eva Herzog, Ständerätin Basel-Stadt (SP). (Bild: Alessandro della Valle/Keystone)
 

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