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Nicht ohne die Wasserflasche: In dieser Tessiner Kleinstadt drohen Hundebisi-Bussen

Nicht neutralisierte Hundebisi haben in Chiasso vermehrt zu Reklamationen geführt. Der Stadtrat reagiert mit neuen Regeln. Wer sie missachtet, muss 100 Franken hinblättern.
Diese Hundehalterin begrüsst die neuen Regeln. (Bild: Screenshot: RSI)

Das Robidog-Säcklein genügt nicht mehr. In Chiasso müssen sich Hundehalterinnen und Hundehalter ab August mit Wasserflaschen oder anderen geeigneten Behältern ausrüsten, um die flüssigen Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu neutralisieren. Andernfalls droht eine Busse von 100 Franken. Über die neue Hundeverordnung in der Tessiner Grenzstadt berichtete diese Woche zuerst die Zeitung La Regione.

Diese Hundehalterin begrüsst die neuen Regeln. (Bild: Screenshot: RSI)

Chiasso nimmt in der Schweiz möglicherweise eine Vorreiterrolle ein. Es ist nicht bekannt, dass in anderen Gemeinden oder Städten eine Wasserflaschenpflicht für Hundehalter gilt.

Chiassos Bürgermeister Bruno Arrigoni (FDP) erklärte gegenüber dem italienischsprachigen Radio und Fernsehen der Schweiz RSI, dass sich in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt Anwohner wegen stinkenden, nicht entfernten Hundeurins beschwert hätten. Die Hitzewelle habe das Problem zusätzlich verschärft.

Ein Unbehagen über im öffentlichen Raum urinierende Hunde herrschte in Chiasso jedoch schon seit längerer Zeit. Im Juni reichte eine parteiübergreifende Allianz einen Vorstoss ein. Politiker von den Grünen bis hin zur SVP kritisierten, die Disziplin der Hundehalter im Umgang mit Hundeurin lasse zu wünschen übrig. Zudem könne nicht entfernter Hundeurin Gebäude beschädigen, das Stadtbild beeinträchtigen und zusätzliche Reinigungskosten verursachen. Der Stadtrat nahm den Ball auf und verschärfte die Hundeverordnung.

In Como werden bis zu 500 Euro fällig

Chiasso setzt dabei auf Prävention. In den nächsten Wochen wird die Polizei die Hundehalterinnen und Hundehalter für das Wasserobligatorium sensibilisieren. Beim ersten Verstoss bleibt es bei einer Ermahnung, beim zweiten folgt eine Busse. Gemäss einer Strassenumfrage von RSI begrüssen die Betroffenen die neuen Regeln. Es sei eine Frage des Anstands, sagte eine Hundehalterin. Eine andere gab zu Protokoll, sie sei ohnehin immer mit Wasser unterwegs. Das trifft laut einer Sprecherin der Gemeinde Chiasso auch auf viele andere Hundehalterinnen und Hundehalter zu.

Das könnte auch mit der Nähe zu Como zusammenhängen. Die italienische Stadt direkt jenseits der Grenze hat die Wasserpflicht für Hundehalter bereits vor vier Jahren eingeführt. Die Sanktionen fallen dort allerdings deutlich höher aus als in Chiasso. Wer mit Hund und ohne Wasser erwischt wird, muss in Como mit einer Busse von bis zu 500 Euro rechnen. Auch in anderen europäischen Städten, etwa in Livorno oder Barcelona, gilt eine Wasserflaschenpflicht für Hundehalter.

 
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