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Klitschko erklärt Managern an der HSG, wie sie Ehrgeiz entwickeln

Wenn Sportlerinnen und Sportler nach dem Ende ihrer Karriere in der Berufswelt Fuss fassen wollen, kommen sie nicht selten an die HSG. Seit 2015 ist auch der ehemalige Schwergewichtsboxer Wladimir Klitschko Dozent an der Universität St. Gallen.
Wladimir Klitschko - hier bei seinem Auftritt am diesjährigen St.Gallen Symposium - ist seit 2015 Dozent an der HSG. (Bild: Ralph Ribi)

Fussballer Mladen Petric war hier, Eishockeyspieler Mark Streit, Skirennfahrerin Katharina Liensberger oder Ex-Tennisprofi Marco Chiudinelli: Wenn es für noch aktive oder ehemalige Profi-Sportler darum geht, die Karriere nach der Karriere zu lancieren, gehört die Universität St. Gallen und der berufsbegleitende Sportmanagement CAS zu den besten Adressen im deutschsprachigen Raum.

Der Studiengang hat einen hohen Praxisbezug und ermöglicht auch den Blick hinter die Kulissen von Sportorganisationen. So arbeitet die Uni St. Gallen seit Jahren mit dem Bundesligaverein Borussia Mönchengladbach zusammen. Einzelne Kurstage finden direkt im Borussia-Park statt, wo Themen wie Vereinsführung, Change Management und Sportökonomie behandelt werden. Geleitet wird der Studiengang von Christian Lang, dem Bruder des ehemaligen Schweizer Fussballnationalspielers Michael Lang.

Gegründet wurde der Lehrgang vor elf Jahren von Wolfgang Jenewein. Noch heute ist er einer der Hauptdozenten. «Ich liebe es, zu unterrichten und Menschen zu inspirieren», sagt er. «Die Idee war auch, dass wir Sportlerinnen und Sportlern eine Perspektive nach der Karriere geben können. Viele fallen in ein Loch, wenn das tägliche Training, die Wettkämpfe, das Adrenalin, vor Publikum aufzutreten, wegfallen.»

Jenewein war es auch, der vor elf Jahren Schwergewichtsboxer Wladimir Klitschko an die Uni St. Gallen holte und mit ihm den Lehrgang «Change and Innovation Management» entwickelte. Natürlich hätten sich anfänglich ein paar Leute gefragt, was ein Profiboxer an der HSG soll, erinnert sich Jenewein. Die Zweifel seien jedoch schnell verflogen.

Seit dem Ukraine-Krieg nur noch selten in St. Gallen

Klitschko, der Philosophie und Sportwissenschaften studierte, gelang es vom ersten Kurs an, seine Erfahrungen aus dem Profisport so zu vermitteln, dass auch Manager in der Geschäftswelt relevante Anknüpfungspunkte fanden. Viele Unternehmer könnten beispielsweise vom Ehrgeiz von Sportlerinnen und Sportlern profitieren, um Hindernisse zu überwinden, so Klitschko. Der Lehrgang enthält eine Methode, die Klitschko selber kreiert hat. Diese enthält vier Prinzipien, die im Sport, im Privat- oder im Berufsleben gelten: Fokus, Agilität, Koordination und Ausdauer. Gemäss dem ehemaligen Schwergewichts-Weltmeister ist es entscheidend, einer Herausforderung das Gesicht und nicht den Rücken zu zeigen.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 weilt Klitschko jedoch hauptsächlich in der Ukraine, an der Seite seines Bruders Vitali Klitschko, dem Bürgermeister von Kiew. Oder er reist durch die Welt und wirbt für ukrainische Anliegen. An der HSG ist er nur noch selten anzutreffen. Zuletzt nahm er jedoch zwei Mal (2024 und 2026) als Referent am St. Gallen Symposium teil.

 
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