Erste Zeltainer-Talkshow wegen zu wenig Publikum abgesagt: «Bereitet mir kein Bauchweh»
Seit Mitte Mai ist das Kleintheater Zeltainer mit Comedy-Shows, Kabarettisten und Clowns an zehn Standorten im Raum Toggenburg und Werdenberg auf Tour. Währenddessen sind die Arbeiten rund um den Neubau im vollen Gange. Auch eine neue Talkreihe «Verzell mol...» mit Comedian Fabian Rütsche wurde lanciert. Doch die erste Ausgabe von diesem Donnerstag im Chalet Max in Wildhaus musste kurzfristig abgesagt werden. Martin Sailer, Besitzer und Betreiber des Kleintheaters Zeltainer, über die Gründe.
Die erste Ausgabe Ihrer neuen Talkreihe «Verzell mol...» mit Fabian Rütsche musste wegen zu weniger Anmeldungen abgesagt werden. Hat Sie das überrascht?
Martin Sailer: Schon ein wenig, aber es ist auch nicht verwunderlich. Es ist ein neues Format, bei der «Late Night Show» kamen am Anfang auch sehr wenige Leute. Erst ab dem dritten Mal ist es dann eingeschlagen. Dass «Verzell mol...» noch nicht zustande gekommen ist, bereitet mir kein Bauchweh. Wenn etwas neu ist, muss man es zuerst kennenlernen oder von jemandem hören, der es gut fand.
Wie viele Tickets wurden verkauft und ab welcher Zahl hätte der Anlass stattfinden können?
Ich habe mit Fabian Rütsche überlegt, wie viele Besucherinnen und Besucher es mindestens hätten sein sollen. Wir entschieden uns für 20 Leute, das haben wir leider nicht erreicht.
Fabian Rütsche ist im Toggenburg bekannt und hat Anfang Februar den St.Galler Comedy-Award gewonnen. Haben Sie trotzdem damit gerechnet, dass sich die neue Talkreihe erst etablieren muss?
Auch bei Fabian Rütsche hat es nicht von Anfang an funktioniert. Bevor er etwa die Grabenhalle mit «Schabanack» ausverkaufte, benötigte er damals auch Anlaufzeit. Ausserdem haben wir noch ein paar hochkarätige Gäste im Petto.
Hätten Sie etwas bei der Einführung des neuen Formats anders machen können?
Ja, ich hätte mehr Werbung dafür machen können und vielleicht hätte ich die jeweiligen Talkgäste früher bekanntgeben können.
Was ist die Essenz von der Talkreihe «Verzell mol...»?
Die Idee hatte ich mit Fabian Rütsche bei einem Glas Wein. Er hat eine sehr lustige Art, Leuten witzige Fragen zu stellen, die gleichzeitig aber äusserst tiefgründig sind. Damit bringt er Leute zum Lachen. Bei der Talkreihe ist speziell, dass gleich zwei Toggenburger Persönlichkeiten gleichzeitig interviewt werden. Diese Woche wären Seilziehweltmeisterin Michaela Grob und Rolf Kern vom Comedy-Duo Messer & Gabel auf der Bühne gewesen, musikalisch begleitet von ‹Handörgeligott› Simon Lüthi.
Wird einer der Gäste beim nächsten Termin am 2. Juli im Chalet Max zu sehen sein?
Ja, einer der beiden wird dabei sein.
Wie viele Besucherinnen und Besucher hatten die ersten beiden «On Tour»-Veranstaltungen konkret?
Die Veranstaltung der «Ex-Freundinnen» im Fabbriggli in Buchs war mit circa 130 Leuten ausverkauft. Ebenso das Pub-Quiz in der Talstation in Unterwasser mit neun Teams à vier Leuten.
Würden Sie sagen, dass es allgemein schwieriger wird, Menschen für Kulturveranstaltungen zu mobilisieren?
Nein, es kommt eher darauf an, ob die Leute das Format oder die Künstlerinnen und Künstler kennen. Ich bin sehr zufrieden, wie es läuft, sonst wäre ich nicht schon 23 Jahre in der Branche.
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