Weil Touristen Parkplätze von Geschäften besetzen: Bald gelten neue Regeln
Auf zahlreichen öffentlichen Parkplätzen in Wildhaus-Alt St.Johann soll künftig eine Gebühr fällig werden. Mit einem neuen Parkierungskonzept will die Gemeinde Kurz- und Langzeitparkplätze einführen und somit einen Teil der Parkplätze kostenpflichtig machen. Seit dem 14. Oktober läuft das öffentliche Mitwirkungsverfahren zum Konzept, dessen Unterlagen zur Einsicht aufliegen. Noch bis zum 13. November kann sich die Bevölkerung zu den Plänen äussern.
Parkplätze bei Bergbahnen und Talstationen nicht betroffen
Seit mehreren Jahren arbeitet die Gemeinde ein Parkierungskonzept aus, damit die Parkplätze in den drei Dörfern einheitlich bewirtschaftet werden. Denn bisher ist das nicht der Fall. Noch ist die Mehrheit der öffentlichen Parkplätze in der Gemeinde unbewirtschaftet und viele Parkplätze können gratis sowie ohne Zeitbeschränkung genutzt werden.
Hingegen der grösste Parkplatz der Gemeinde, im Chuchitobel in Wildhaus, ist seit 2018 kostenpflichtig. Seit wenigen Jahren muss man auch für die Parkplätze bei den Bergbahnen Wildhaus sowie bei den Talstationen in Alt St.Johann und Unterwasser bezahlen. «Der Druck auf die noch nicht bewirtschafteten Parkplätze ist gestiegen. Mit dem neuen Parkierungskonzept wollen wir dem entgegenwirken», sagt Thomas Diezig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St.Johann.

Für das neue Parkierungskonzept werden keine neuen Parkplätze geschaffen, heisst es im entsprechenden Bericht. Zudem tangiert es ausschliesslich die öffentlichen Parkplätze der Gemeinde, also nicht jene, die bereits von den Bergbahnen oder anderen Freizeitnutzungen wie etwa der Tennishalle oder dem Klanghaus bewirtschaftet werden. Zu letzterem gehören etwa die Parkplätze beim Schwendisee. Dessen Tarife mussten im vergangenen Jahr angepasst werden.
Unterteilung in Kurz- und Langzeitparkplätze
Anhand von unterschiedlichen Nutzungsansprüchen an die Parkplätze sowie deren Lage hat die Gemeinde das neue Konzept erarbeitet. Ein Ziel des Projekts ist es laut dem Bericht, dass die Parkplätze künftig nach ihrem Zweck benutzt werden. Heisst, dass beispielsweise bei Geschäften wie etwa dem Spar in Wildhaus oder der Post in Unterwasser die Parkscheibe eingestellt werden soll. Bei diesen zwei Beispielen sollen Kurzzeit-Parkplätze her. Also jene Parkplätze, bei denen Autofahrerinnen und Autofahrer ihr Fahrzeug für maximal zwei Stunden hinstellen können.
«Mit den Kurzzeitparkplätzen vor beispielsweise Geschäften soll verhindert werden, dass einzelne Fahrzeuge dort den ganzen Tag stehen», sagt Diezig. Gerade an Spitzentagen im Winter, an denen viele Touristen in der Gemeinde unterwegs seien, würde es oft vorkommen, dass die kostenlosen Parkplätze vor den Geschäften von morgens bis abends belegt seien. «Da erhoffen wir uns eine starke Verbesserung», sagt der Gemeindepräsident.

Insgesamt sind 208 Parkplätze in der Gemeinde vom Konzept tangiert. Neben den 62 Kurzzeit-Parkplätzen sollen 146 als Langzeit-Parkplätze eingeführt werden. Etwa die 16 Parkplätze bei Niderwis in Alt St.Johann oder die 17 Parkplätze an der Hauptstrasse in Wildhaus-Lisighaus. Bei den Langzeitparkplätzen wird wiederum zwischen «Parkieren gegen Gebühr» und einem Monats- und Jahresabonnement unterschieden. Bei ersterem gibt es laut Bericht keine maximale Parkdauer. Die erste Stunde ist gratis, danach müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer einen Franken pro Stunde bezahlen bei einem Maximalbetrag von fünf Franken pro Tag.
Bei den Abonnements unterscheidet die Gemeinde zwischen einem Pendler- und einem Anwohner-Abo. Beim Pendler-Abo ist das Parkieren für 120 Franken im Jahr zwischen 5 Uhr morgens und 1 Uhr nachts möglich. Das Anwohner-Abo kostet 600 Franken im Jahr, respektive 60 Franken im Monat, und hat keine zeitliche Beschränkung.
«Bisher haben die Steuerzahler die Parkplätze finanziert»
Die Kosten, welche die Gemeinde durch die Parkgebühren dann einnimmt, werden laut Diezig beispielsweise in den Unterhalt, das Schneeräumen, aber auch in den Verkehrsdienst einfliessen. Zusätzliche Einnahmen seien jedoch nicht das Ziel der neuen Parkgebühren, sagt Diezig: «Das ist für uns kein Thema.» Das Parkierungskonzept sei vielmehr eine Lenkungsmassnahme. «Bisher haben ausschliesslich die Steuerzahler die Parkplätze finanziert. Neu sollen die Verursacher, also die Parkierer, die Kosten tragen», sagt der Gemeindepräsident.
Das Mitwirkungsverfahren läuft noch bis Mitte November. Danach werden die Eingaben ausgewertet und die Verkehrsanordnung anschliessend beim Kanton eingereicht. Da noch einige Schritte nötig seien, sei es schwierig einzuschätzen, wann das Parkierungskonzept umgesetzt werden könne, so Diezig. Ob die neuen Parkierungsregeln bereits auf die kommende Wintersaison eingeführt werden können, ist daher noch offen.
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