Drei von vier Stieren kommen aus dem Toggenburg – und zwei holen den Sieg
Knapp 80 Stiere wurden kürzlich in der Wattwiler Markthalle präsentiert. Die Auffuhr am frühen Vormittag lief nach einem eingespielten Ablauf ab. Die ankommenden Viehtransporter wurden schon vor der Markthalle von Hanspeter Störi in Empfang genommen. Der zweite Zuständige für den Verkehrsdienst der Markthalle Wattwil, Fritz Scherrer, winkte dann die Ankommenden zum Waschplatz.
«Wenn das Abladen der Tiere einen klaren Ablauf hat, geschieht alles schneller und effizienter», gibt der pensionierte Strassenunterhalter Auskunft. Der Reihe nach wurden die Stiere ausgeladen und vom Halter an die Waschlatte gebunden. Anschliessend kontrollierten die OK-Mitglieder Ruedi Roth und Sämi Jäger anhand der Ohrenmarken jedes Tier und markierten es mit der Abteilungsnummer. Um in der Markthalle zu glänzen, wurden die Stiere nun mit einem fein eingestellten Hochdruckreiniger von Hans Küng und Jakob Maute blitzblank gewaschen.

Dieses Jahr weniger Handel verzeichnet
Während draussen die letzten Tiere gewaschen wurden, zeigte sich im Handel ein anderes Bild als in den Vorjahren. Die Wattwiler Stierenschau ist nach dem Zuger Stierenmarkt die grösste in der Schweiz. Drei Viertel der ausgestellten Tiere stehen in Toggenburger Ställen. Die restlichen Stiere stammen aus den Kantonen Appenzell, Graubünden, Zürich und Thurgau. Im Gegensatz zu früheren Jahren wurden von den Stierenhaltern nur wenige Tiere zum Verkauf angeboten. Der Natursprung hält seine Position im Vergleich mit der künstlichen Besamung nach wie vor gut in den Toggenburger Braunviehställen. Drei Experten rangierten die Ausstellungstiere und vergaben ihnen Punkte. Diese geben den Züchtern später Hinweise auf Stärken und Schwächen der Zuchtstiere im Exterieur.
Treffpunkt der Berufskollegen
«Die Stierenschau ist immer ein angenehmer Anlass, um mit Berufskollegen über allerhand zu diskutieren», sagte ein regelmässiger Besucher. Gesprächsthema sei dabei aber auch die Arbeit der kommentierenden Experten. Der Höhepunkt des Tages war wie immer die Mister-Wahl der Stierenschau. Sieger bei den Originalbraunen jüngere wurde ein Stier von Walter Gschwend aus Untereggen, bei den älteren jener von Martin Schrepfer aus dem zürcherischen Wald. In der Abteilung Brown Swiss gab es dann zwei Toggenburger Sieger. Das Tier von Reto Egli aus Nesslau gewann die Kategorie der jüngeren Stiere, Walter Hinterbergers Muni liess die Konkurrenz bei den älteren Stieren hinter sich.

Mit der Championwahl endete ein Markttag, der einmal mehr zeigte, dass die Wattwiler Stierenschau weit mehr ist als ein Wettbewerb – sie bleibt ein wichtiger Treffpunkt der Braunviehzüchter aus der Ostschweiz.
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