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Der dienstälteste Toggenburger Schulpräsident geht: So schlugen sich die möglichen Nachfolger am Podium

Ende Monat entscheidet sich, wer Nachfolger von Norbert Stieger für das Wattwiler Schulpräsidium wird. An einem Podium des «Toggenburger Tagblatt» kreuzten die Kandidierenden Marie Allenspach und Stefan Grob die Klingen. Um zwei frei werdende Schulratssitze ist das Gerangel gar deutlich grösser.
von Josef Bischof
Auf dem Podium: Stefan Grob und Marie Allenspach, Kandierende für das Schulratspräsidium. In der Mitte Moderator Simon Dudle, Redaktionsleiter Toggenburger Tagblatt/Wiler Zeitung. (Bild: Josef Bischof)
Interessierte Wattwiler Schulbürgerinnen und Schulbürger füllten die Aula des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg. (Bild: Josef Bischof)
Alle zehn Kandierenden für den Wattwiler Schulrat. In der vorderen Reihe links Stefan Grob, rechts Marie Allenspach. (Bild: Josef Bischof)

An der gut besuchten Podiumsveranstaltung am Dienstagabend konnten Marie Allenspach und Stefan Grob ihre Vorzüge für das angestrebte Schulpräsidium aufzeigen. Organisiert hatte den Anlass in der Aula des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg (BWZT) diese Zeitung sowie die Wattwiler Ortsparteien.

Simon Dudle, Redaktionsleiter Toggenburger Tagblatt/Wiler Zeitung, stellte den Kandidierenden Fragen zur  künftigen Amtsführung. Ihre Antworten waren nicht grundlegendanders. Hingegen führten ihre unterschiedlichen Berufswege zur Frage, ob für die Leitung einer Schulgemeinde eine pädagogische Ausbildung vorteilhaft oder gar wünschbar sei. Marie Allenspach ist Lehrerin. Oder ob die Management-Erfahrung von Stefan Grob höher zu gewichten sei. Entschieden wird dies am 29. November an der Urne.

Der Vorgänger im Amt hat grosse Fussstapfen gesetzt. Norbert Stieger stand während vier Jahrzehnten im Dienst der Schulgemeinde Wattwil, zuerst als Reallehrer, dann während 27 Jahren als Schulpräsident. Um seine Nachfolge bewerben sich nun Stefan Grob und Marie Allenspach. Stefan Grob ist aus einem Dreiervorschlag eines Gremiums der Ortsparteien als Kandidat nominiert worden. Die nicht berücksichtigte Marie Allenspach kandidiert nun trotzdem.

Unterschiedliche Berufsprofile

Stefan Grob ist 42 Jahre alt und in Wattwil aufgewachsen. Hier hat er die Schule besucht und anschliessend eine Lehre als Automechaniker absolviert. Er hat sich weitergebildet und auch im Militär Karriere gemacht. Heute arbeitet er als Projekt- und Eventmanager in einem international tätigen Unternehmen in Herisau. Als Stärke und besondere Eignung für das Präsidialamt wirft er seine Führungs- und Projekterfahrung in die Waagschale.

Interessierte Wattwiler Schulbürgerinnen und Schulbürger füllten die Aula des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg. (Bild: Josef Bischof)

Marie Allenspach ist 43 Jahre alt und in Tschechien aufgewachsen. Sie hat an der Karls-Universität in Prag studiert und unterrichtet seit acht Jahren Mathematik an der Kantonsschule Wattwil. Die schweizerisch-tschechische Doppelbürgerin ist Mutter von vier Buben, die alle in Wattwil die Schule besuchen. Marie Allenspach hebt ihre schulische Erfahrung auf der Sekundar- und der Gymnasialstufe hervor und verweist auch auf ihre Mutterrolle.

Beide Kandidierenden sind parteilos. Grob beschreibt sich als bürgerlich mit sozialem Herz. Allenspach ortet bei allen Parteien positives Gedankengut, will sich aber mit keinem Programm identifizieren.

Bewährtes soll weitergeführt werden

Die Antworten beider Kandierenden auf lokale Fragen und Probleme lassen keine weitreichenden Veränderungen erwarten. Stefan Grob könnte das Amt nach dem Ausscheiden von Norbert Stieger im Februar antreten. Marie Allenspach würde ebenfalls im Februar starten, aber noch eine Klasse bis zur Matura begleiten. Den Wahlkampf wollen beide eher bescheiden gestalten, mit einem Flyer und persönlichen Begegnungen.

Allenspach und Grob stellen der Schule Wattwil und ihren engagierten Lehrpersonen ein gutes Zeugnis aus. Grob will situativ führen. Er baut auf die pädagogische Kompetenz der Lehrpersonen und will verantwortungsbewusste Lehrerinnen und Lehrer gewähren lassen. Aber dort ein- und durchgreifen, wo etwas nicht rund läuft. Allenspach würde die Lehrpersonen einbeziehen, zuhören, Wünsche entgegennehmen, abwägen und im Schulrat entscheiden.

An der Wattwiler Situation mit Aussenschulen würden Allenspach und Grob so lange als möglich festhalten. Vor allem die Kinder der ersten Schulstufen sollten im ruhigen dörflichen Rahmen unterrichtet werden. Auch bezüglich Integration oder Separation bekannten sich beide Kandidierenden zur heutigen Wattwiler Praxis. Grundsätzlich wird integriert unterrichtet. Wo Separation nötig ist, werden Lösungen getroffen. Das Förderzentrum macht sie möglich.

Nach Ansicht der Kandidierenden leben das ländliche und das städtische Wattwil ein gesund durchmischtes Miteinander. Grob nannte als Beispiel die von allen Kreisen beachtete Viehschau. Die Integration von fremdsprachigen Kindern soll weiterhin aktiv unterstützt werden. Begrüsst würde ein zurückhaltender Einsatz von elektronischen Medien auf unteren Schulstufen.

Alle zehn Kandierenden für den Wattwiler Schulrat. In der vorderen Reihe links Stefan Grob, rechts Marie Allenspach. (Bild: Josef Bischof)

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/wattwil-waehlt-neues-schulpraesidium-allenspach-gegen-grob-art-771894

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