Wasserfall wegen Steinschlaggefahr weiterhin gesperrt: Geotechnikbüro prüft Gefahrenpotenzial
Der Wasserfall im Feldbach-Tobel in Wattwil ist ein beliebtes Ausflugsziel und wird in Online-Blogs als «wahre Oase» beschrieben. Seit sich dort Mitte August aber ein Steinschlag ereignete, hat die Gemeinde Wattwil vor gut zwei Wochen den Wanderweg runter ins Feldbach-Tobel gesperrt. Beim Vorfall wurde auch das kleine Becken, das sich unter dem Wasserfall befindet, mit Geröll gefüllt.
Wie die Gemeinde Wattwil auf Anfrage mitteilt, fand in der Zwischenzeit eine erste Begehung der Gemeinde mit Fachpersonen im Feldbach-Tobel statt. «Dabei wurde insbesondere die Abbruchstelle geologisch beurteilt und eine erste Einschätzung der Situation vorgenommen», schreibt die Gemeinde. Die bei der Begehung erhobenen Daten werden nun im Rahmen weiterer Untersuchungen und Vermessungsarbeiten ausgewertet.
Für die geologische Beurteilung zog die Gemeinde die FS Geotechnik AG aus St.Gallen bei. Gegenüber dieser Zeitung gab Geologe Pascal von Däniken von der FS Geotechnik AG an, dass es sich beim Vorfall im Feldbach-Tobel um einen Blockschlag handelt. Hiervon wird gesprochen, wenn heruntergestürzte Felsbrocken einen Durchmesser von über 50 Zentimetern aufweisen, also grösser sind als bei einem gewöhnlichen Steinschlag. Bei einer Geröllmenge von über 100 Kubikmetern wird von einem Felssturz gesprochen.

Nach bisherigen Erkenntnissen löste sich ein Felsblock aus dem Überhang im Feldbach-Tobel mit einem Volumen von schätzungsweise 35 bis 45 Kubikmetern. Der Block stürzte in das Tosbecken unterhalb des Wasserfalls und wurde beim Aufprall stark zerlegt. «Die heute sichtbaren abgelagerten Gesteinsblöcke weisen mehrheitlich einen Durchmesser von weniger als einem Meter auf», schreibt die Gemeinde Wattwil.
Die FS Geotechnik AG beurteilt nun die Situation im Feldbach-Tobel und ob im Bereich der Abbruchstelle Potenzial für weitere grössere Blockstürze bestehe. Die Abklärungen werden durch den zuständigen Förster des Forstreviers Lichtensteig und der Abteilung Infrastruktur der Gemeinde Wattwil begleitet. Die erste fachliche Beurteilung vor Ort hat laut der Gemeinde Wattwil ergeben, dass keine weiteren grösseren Gesteinsblöcke erkennbar waren, die unmittelbar absturzgefährdet sind.

Niederschläge könnten eine Rolle gespielt haben
Bei senkrechten und teils überhängenden Felswänden sei grundsätzlich aber immer damit zu rechnen, dass sich kleinere Gesteinsstücke lösen können, schreibt die Gemeinde weiter. «Auch ältere, teilweise mit Moos überwachsene Ablagerungen im Bereich des Wasserfalls zeigen, dass es dort bereits in der Vergangenheit zu Gesteinsabbrüchen gekommen ist.» Als Ursachen für den Blockschlag wurden die überhängende Geometrie der Felswand, vorhandene Klüfte sowie die fortschreitende Verwitterung des Gesteins ausgemacht. Auch die Niederschläge vom 16. und 17. August könnten als auslösender Faktor mitgewirkt haben.
Die Ergebnisse der vertieften Auswertung der FS Geotechnik AG sollen in den nächsten zwei bis drei Wochen vorliegen. Bis dahin bleibt die Sperrung des betroffenen Wanderwegs bestehen. Sobald die Ergebnisse der Auswertung vorliegen, wird die Gemeinde über das weitere Vorgehen entscheiden – insbesondere, ob zusätzliche Sicherungs- und Schutzmassnahmen erforderlich sind und ob der Wanderweg wieder freigegeben werden kann.
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