Baustellen und Tempo 80: Was Ostschweizer Reisende für die Fahrt in den Süden wissen sollten
Für viele, die über Auffahrt oder Pfingsten Richtung Süden aufbrechen, kann es kaum schnell genug gehen. Die Vorfreude auf Sonne, Tessin oder Italien ist gross. Doch ausgerechnet dann werden sie oft von Staus ausgebremst – die Aussicht auf die Liege am See oder am Meer macht die Situation dabei nicht unbedingt erträglicher.
Gerade für Ostschweizer, die ihre Fahrt über die A13 planen, könnte die Reise in den kommenden Wochen zur Geduldsprobe werden. Wegen laufender Sanierungsarbeiten gilt auf einigen Abschnitten Tempo 80. Das heisst jedoch nicht zwingend, dass es langsamer vorangeht: Eine gleichmässig tiefere Geschwindigkeit kann den Verkehr zu Spitzenzeiten sogar flüssiger halten und Staus reduzieren, sagt Vanessa Flack, Mediensprecherin des Touring Club Schweiz (TCS).
Ferien in Deutschland und den Niederlanden
Dass es stockt, liegt jedoch nicht nur an Baustellen. «Der Verkehr hängt von mehreren Faktoren ab», sagt Flack. Vor allem rund um Pfingsten rechne der TCS mit viel Betrieb. In sechs deutschen Bundesländern und in den Niederlanden beginnen die Frühlingsferien – viele zieht es dann, oft via Schweiz, ebenfalls in den Süden.
Auch Unsicherheiten im Flugverkehr könnten die Situation in diesem Sommer zusätzlich verschärfen. Wegen des Kerosinmangels sind viele bei der Ferienplanung vorsichtig – ein Teil dürfte deshalb aufs Auto ausweichen.
Ein dämpfender Faktor für Auffahrt und Pfingsten könnte hingegen das Wetter sein. Nach langen Schlechtwetterphasen zieht es erfahrungsgemäss viele spontan Richtung Süden. Weil der Frühling bislang ungewöhnlich warm und sonnig war, könnte es laut Flack dieses Jahr weniger solcher kurzfristigen Reisen geben, welche die Verkehrslage normalerweise noch verschärfen.
Wenn der Gotthard dicht ist, leidet auch die A13
Wer Stau vermeiden will, sollte seine Reise gut planen. Der TCS empfiehlt, möglichst in der Nacht oder früh am Morgen loszufahren – das gilt auch für die Rückreise.
Wichtig für Ostschweizer: Die Verkehrslage am Gotthard wirkt sich direkt auf die A13 aus. Staut es sich dort – am Pfingstwochenende voriges Jahr waren es 11 Kilometer, das Jahr zuvor sogar 16 –, weichen viele auf die San-Bernardino-Route aus. «Kommt es beim Gotthard zu Stau, ist daher in der Regel auch auf der San-Bernardino-Route mit mehr Verkehr zu rechnen», sagt TCS-Mediensprecherin Vanessa Flack.
Für das Auffahrtswochenende zeichnet sich ein bekanntes Muster ab: Bereits am Mittwochnachmittag dürfte der Verkehr zunehmen. Der Höhepunkt wird laut TCS am Donnerstag erwartet, bevor sich die Lage in der Nacht wieder entspannt. Wer es einrichten kann, fährt idealerweise in der Nacht auf Donnerstag oder Freitag, empfiehlt Flack. Ganz ohne Stau unterwegs ist meist nur, wer bereits am Dienstag startet.
Für die Rückreise gilt: Der Sonntag wird laut Flack voraussichtlich am stärksten belastet sein, mit weiterhin viel Verkehr am Montag, aber auch noch am Dienstag.
Pfingsten und zusätzliche Belastungen
Auch an Pfingsten rechnet der TCS mit viel Verkehr – insbesondere am Freitag und vor allem am Samstag. Wer flexibel ist, sollte bereits am Donnerstagabend losfahren, um den grössten Andrang zu umgehen. Die Rückreise dürfte sich vor allem auf den Pfingstmontag konzentrieren.
Eine zusätzliche Belastung droht Ende Mai: Wer seine Rückfahrt auf den 30. Mai plant, muss mit mehr Verkehr rechnen. An diesem Tag wird die Brennerautobahn – die bis 2030 saniert wird und daher nur eingeschränkt befahrbar ist – wegen einer Demonstration komplett gesperrt. «Das wird man auf den Schweizer Strassen wahrscheinlich spüren», so Flack.
Geduld, Planung – und genug Proviant
«Man muss mit Geduld reisen, nicht mit Stress», sagt TCS-Mediensprecherin Vanessa Flack. Entscheidend sei, sich im Voraus zu überlegen, wann man fährt und welche Verkehrslage zu erwarten ist. Bestenfalls lege man die Fahrt nicht auf Hauptreisetage. Und wer an stark frequentierten Zeiten unterwegs sein muss, sollte sich auf Verzögerungen einstellen.
Eine gute Vorbereitung hilft: genügend Getränke und Verpflegung mitnehmen und regelmässig die Verkehrslage prüfen. Wichtig ist auch das Verhalten im Stau. Das Aussteigen auf der Autobahn ist grundsätzlich verboten – auch wenn es bei langen Wartezeiten immer wieder vorkommt. «Die Polizei toleriert das teilweise, aber es ist grosse Vorsicht geboten. Eine Autobahn ist kein Spielplatz», sagt Flack.

Wer wegen eines Unfalls im Stau steht, sollte nach Möglichkeit auf der Autobahn bleiben. Ausweichverkehr über Kantonsstrassen belaste Dörfer und erhöhe das Unfallrisiko. «Die Autobahn ist grundsätzlich der sicherste Ort», sagt Flack.
Wer dem Verkehr auf der Autobahn ganz entgehen will, kann auf Alternativen setzen – etwa den Lukmanierpass. «Das dauert länger, ist aber eine landschaftlich sehr schöne Strecke mit idealen Möglichkeiten für Zwischenhalte.» So könnte sich die Anreise schon ein wenig wie Ferien anfühlen.
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