«Sparen auf dem Rücken der Bevölkerung»: Gewerkschaften kritisieren ÖV-Abbau im Kanton St. Gallen
Weil der St.Galler Kantonsrat weitere 60 Millionen Franken sparen will, hat die Regierung jüngst diverse Streichungen im ÖV-Angebot vorgeschlagen. Demnach sollen 36 Linien entweder ganz wegfallen oder nur noch reduziert weiterbetrieben werden. Dies kam bei den direktbetroffenen Gemeinden schlecht an.
Nun wehren sich auch der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse sowie Transfair, der Personalverband im Service Public, gegen die Pläne der Regierung. In einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben sie, dass der öffentliche Verkehr kein Luxus sei, sondern Teil der Grundversorgung.
«Gerade in ländlichen Regionen ist der öffentliche Verkehr oft die einzige verlässliche Mobilitätslösung.» Wer ÖV-Verbindungen schwäche, «schränkt die Mobilität tausender Menschen ein und verschlechtert ihre Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben».
Weiter stünden die Vorschläge im Widerspruch zu den klima- und verkehrspolitischen Zielen von Bund und Kantonen, schreiben die Gewerkschaften. Denn: «Wer keine zuverlässige ÖV-Verbindung mehr vorfindet, wird vermehrt auf das Auto ausweichen müssen.»
Verärgert sind die Gewerkschaften auch darum, weil der Kanton für das laufende und kommende Jahr mit schwarzen Zahlen rechnet. Sie appellieren an den Kantonsrat, diese Kürzungen in der Wintersession sorgfältig zu prüfen und zurückzuweisen. «Der Kanton braucht keine Schwächung des öffentlichen Verkehrs, sondern eine verlässliche und zukunftsgerichtete Mobilitätspolitik.»
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