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Damals im Toggenburg: Wie man einen liegengebliebenen Panzer von der Kreuzung bringt

Aus vergangenen Zeiten – das Toggenburger Tagblatt veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor hundert, fünfzig, zwanzig oder zehn Jahren im Toggenburg passiert? Ein Blick in den Rückspiegel.
Der lädierte Brückenlegepanzer wird mit einem Entpannungspanzer aus seiner misslichen Lage auf der Wattwiler Dorfplatzkreuzung befreit. (Bild: zvg)

Vor 100 Jahren

1. November: Ebnat. Die Herbstferien im Dorf müssen der militärischen Einquartierung wegen um acht Tage verlängert werden. Die Primarschulen im Dorf und der Kindergarten beginnen den Unterricht also am 8. November. Mit jener Woche öffnen auch die Fortbildungsschulen für Mädchen und Knaben wieder ihre Tore. Für die Mädchen bestehen in Ebnat und Kappel eigene Schulen, da das Interesse an der Weiterbildung in beiden Gemeinden gross genug ist. Die Fortbildungsschule für junge Männer hingegen steht den Jugendlichen aus Ebnat und Kappel gemeinsam offen – unabhängig von ihrer Konfession und ihrem gesellschaftlichen Stand sowie davon, ob sie aus dem Berg- oder Talgebiet stammen. Es ist zu hoffen, dass viele junge Männer dieses Angebot nutzen.

Vor 50 Jahren

29. Oktober: Wattwil. Im Rickenhof findet jedes Jahr eine militärische Pferdeinspektion statt. Ein Veterinär des zuständigen Platzkommandos prüft die Tiere auf ihre Diensttauglichkeit. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Pferde, die lediglich im Kriegsfall als Trainpferde requiriert würden, einige wenige sind im Besitz von Trainsoldaten, die aktiv mit ihnen Dienst tun. Werden die Pferde an der Inspektion für diensttauglich befunden, erhält der Halter eine jährliche Subvention von Fr. 500.- für Haltung und Pflege des Tieres. 17 Pferde aus Wattwil, eines aus Krinau und neun aus Ebnat-Kappel, wurden inspiziert und alle für tauglich befunden.

Vor 20 Jahren

31. Oktober: Wattwil. Bleibt ein Panzer auf einer viel befahrenen Kreuzung stehen, bedeutet das eine mittelgrosse logistische Herausforderung. Der Panzer war unterwegs zu einer Übung. Für die Mechaniker des Pz Sap Bat 4 war es ein Ernstfall. Zwei gegenwärtig in Wattwil stationierte 47 Tonnen schwere Brückenlegepanzer ratterten auf der Ebnater Strasse Richtung Wil. Sie waren mit Ziel Frauenfeld für die eben begonnene dreitägige Brigadeübung unterwegs. Für einen der Stahlkolosse war der Ausflug von kurzer Dauer. Exakt auf der Kreuzung liess sich der Panzer keinen Zentimeter mehr bewegen. Beim Brückenlegepanzer stieg ein Teil des Getriebes aus, womit eine Raupe blockierte. Wär’s ein Auto gewesen, hätte die Pannenhilfe das Problem gelöst. Wie bringt man aber einen Panzer von der Kreuzung? Die Armee hat dafür einen Entpannungspanzer, der herbeibefohlen wurde. Dieser zog das Ungetüm nach dreieinhalb Stunden von der Strasse.

Vor 10 Jahren

4. November: Wattwil. Zum Baustart beim Neubautrakt des Spitals wurden Dokumente in einer Zeitkapsel im Fundament einbetoniert. Sie geben Auskunft über die Vorgeschichte des in Realisierung befindlichen Projekts. (red)

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/toggenburger-tagblatt-ein-blick-zurueck-in-die-region-art-771833

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