Mit seiner «Jodelphonie» verbindet das Toggenburger Orchester Klassik und Volkstümliches
«Man weiss, dass einem etwas Besonderes erwartet, aber man weiss nicht genau was», sagt der Dirigent des Toggenburger Orchesters Ernst Hüberli. Er meint damit das anstehende Konzert, bei dem sein Orchester klassische Musik mit Volksmusik kombiniert. Der passende Name der Aufführung: «Jodelphonie».
Das Sinfonieorchester tritt zusammen mit dem Jodlerclub Teufen und dem Jodlerklub Ebnat-Kappel auf. Prominente Verstärkung erhält das Ensemble von der bekannten Alphornsolistin Lisa Stoll. Hüberli sagt, dass sie mit dieser Verschmelzung verschiedener Klänge etwas Neues probieren und das Publikum überraschen wollen. Mit der Idee wolle er neben dem treuen auch neues Publikum ansprechen.
Alphorn passt zum Konzept
«Sie ist die berühmteste Alphornsolistin der Schweiz», sagt Hüberli über Lisa Stoll. Letztmals zusammengearbeitet haben Stoll und das Orchester im Rahmen des Projekts «Toggenburg grüsst Stuttgart», wo sie zusammen im Neuen Schloss in Stuttgart sowie in Bütschwil auftraten. Weil das Alphorn gut in eine «Jodelphonie» passt, habe er Lisa Stoll angefragt, sagt Hüberli.

Neben dem Alphorn und Jodelgesang wird am Konzert auch ein Hackbrett zu hören sein. Gespielt wird es vom Leiter der Jodelchöre, Hansueli Hersche. Mit Hersches Solo wird eine Steigerung erzeugt: «Zuerst kann das Publikum das Hackbrett geniessen, bevor dann mehr Instrumente dazukommen», sagt Hersche.
Langjährige Erfahrung
Auch wenn es sich um ein Laienorchester handelt, wirken erfahrene Musikerinnen und Musiker am Konzert mit. Hansueli Hersche leitet die Jodelchöre seit 2003. Er habe das Interesse an Ländlermusik in die Wiege gelegt bekommen, sagt er. Auch seine Mutter war Dirigentin. Seit rund 51 Jahren machen Hersche und seine Brüder Musik.
Ernst Hüberli übernimmt neben der Rolle des Dirigenten auch die Planung und Leitung des Konzerts. Das Publikum werde mit Ansagen durch das Konzert geleitet, sagt Hüberli. Ein gedrucktes Programm gebe es nicht. «So ist der Überraschungseffekt grösser», sagt Hüberli.

Beim Toggenburger Orchester ist Ernst Hüberli seit 1980, als der Verein gegründet wurde. Mit der Musik begonnen hat er jedoch schon mit 18 Jahren, als er sich in der Kantonsschule Wattwil mit ein paar Leuten zu einer Musikgruppe zusammenschloss. «Ich bin der, der immer noch da ist», sagt Hüberli. «Trotzdem bin ich immer noch neugierig und will Neues ausprobieren.» Mit diesem Konzert betrete das Orchester Neuland und erweitere so den Horizont in Richtung volkstümlicher Musik, so Hüberli.
Die Konzerte finden am 29. und 30. August in der katholischen Kirche Wattwil statt. Der Eintritt ist frei.
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