Damals im Toggenburg: Von der besonderen Liebe zu «Blüem»-Glückskühen und hors d'oeuvre
Vor 100 Jahren
21. Mai: Wattwil. Für die Hausfrau und Haustochter. Mit hübschen Platten wird jede Hausfrau bei ihren Gästen Ehre einlegen. Noch höher ist das Bestreben der sorgenden Hausfrau, das darauf ausgeht, den Appetit ihrer Familienangehörigen zu erhalten und zu wecken, wovon Gesundheit und Wohlbehagen, Ausdauer und Widerstandsfähigkeit abhängen. Sehr appetitanregende Speisen sind die Hors d’oeuvre oder kalten Speisen. Sie sollen zierlich und klein angerichtet werden, damit sie Auge und Magen erfreuen, es können dazu oft die kleinsten Speiseresten Verwendung finden, wodurch die geschickte Hausfrau ohne viel Ausgaben willkommene Abwechslung in den Speisezettel bringen kann, sei es für den Familientisch oder für lieben Besuch. Der im Restaurant Schäfle in Wattwil stattfindende Hors d’oeuvre-Kurs verfolgt den Zweck, der verehrten Frauenwelt in leichtfasslicher Weise die Herrichtung solch pikanter Platten zu zeigen.
Vor 50 Jahren
21. Mai: Ebnat-Kappel. Ein Pilot der Segelfluggruppe Amlikon sah sich gezwungen, auf dem Grundstück des Bürgerheims eine Notlandung vorzunehmen. Das Flugzeug war etwa eine Stunde zuvor auf dem Flugplatz Schänis mit Ziel Amlikon TG gestartet. Über dem Toggenburg verlor die Maschine rasch an Höhe und der Pilot entschloss sich, im Raume Ebnat-Kappel eine Aussenlandung durchzuführen. Beim Anflug aus Richtung Wattwil erkannte er auf dem vorgesehenen Landefeld eine Person. Kurz nach dem Aufsetzen und unmittelbar bei der Person drehte sich das Flugzeug und touchierte den Bürgerheiminsassen.
Vor 20 Jahren
22. Mai: Ebnat-Kappel. Ich bringe, du holst. Ich suche, du findest. Aber auch wer nichts sucht, der fand mit Garantie am 14. Bring- und Holtag in Ebnat-Kappel etwas zum Mitnehmen oder guckte sich die gestapelte Menge nicht mehr benötigter Dinge mit Sicherheit genauer an. Um den Bahnhof war zeitweise fast kein Durchkommen mehr. Die Güterrampe beim Schuppen war mit Gegenständen übervoll beladen und die «Lieferanten» stauten sich in der Zufahrtsstrasse.
Vor 10 Jahren
25. Mai: Wattwil. Eine «Blüem»-Kuh in der Herde soll Glück bringen, so will es der Volksmund. Doch was, wenn gleich fünf Generationen Blüem im Stall stehen? Wenn dies fünffaches Glück bedeutet, sind Karin und Andreas Rutz in der Wattwiler Schwantlen reichlich gesegnet. Sie freuen sich über den anhaltenden Zuchterfolg. «Begonnen hat alles mit der im Jahr 2005 geborenen Mara, der ältesten der fünf Blüem. Ihr folgte 2008 Malina, 2011 Mona, 2013 Menta und 2015 dann Merina. Damit ist das fünffache Glück im Stall der Familie Rutz perfekt. (red)
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