Der STV Kirchberg feierte ein würdiges 125-Jahr-Jubiläum
Gott sei Dank regnete es nicht – denn die Schlange der Anstehenden vor dem grossen Festzelt war schon über eine Stunde vor dem offiziellen Beginn, beträchtlich. Was angesichts der Tatsache, dass der STV Kirchberg schon den ganzen Tag ein «volles Programm» auf dem Festgelände geboten hatte, nicht verwunderte.
Am Vormittag wurde «dä schnellsch Kirchberger» gekürt. Und nachmittags gab es eine Vorführung von 125 Turnenden auf dem Schulareal. Das Dorf war also schon früh in Festlaune, als der Jubiläumsabend immer näher rückte.
Auftritte der Turnenden, die begeistern
Moderator Fabian Rütsche durfte über 250 erwartungsfrohe Gäste begrüssen. Etwas, was sich wohl Jakob Inglin nie im Leben hätte vorstellen können. Denn bei Inglin handelte es sich um jenen Mann, der im Jahr 1901, bei der Gründung des Turnvereins Kirchberg mit zwölf Mitgliedern, nicht nur dessen Oberturner war, sondern auch dessen erster Präsident.
125 Jahre später zeigte sich «sein» Verein in Topform. Und zwar nicht nur als Organisator, sondern auch auf der Bühne. Gab es doch, neben zwei begeisternden Gastauftritten von «The Flying Gym Boys» und der «Gymnastik TSV Wattwil», auch vier Showauftritte, die es in sich hatten und die von den STV Kirchberg-Formationen «GK & J+S», «SSB & Mädchen 2», «Team Aerobic» und «Team Lustig» gegeben wurden.
Mit «Kleiderwandel» gepunktet
Fakt ist: Die Darbietungen kamen beim Publikum gut an. Was auch daran gelegen haben könnte, dass die Turnenden bei weitem nicht mehr so konservativ-traditionell gekleidet waren, wie dies im Jahr 1922 der Fall war. Damals verbot nämlich die Geistlichkeit den Kirchberger Turnern kurzerhand das Tragen von kurzärmligen Leibchen und kurzen Hosen.
Noch schlimmer: Auch die obligatorische Turnerfahrt wurde vom Klerus untersagt. Dafür ging es dann jährlich auf einen Bummel – zum Beispiel nach Gähwil oder Dietfurt. Mit solchen und vielen anderen Anekdoten aus der Vereinsgeschichte konnte Fabian Rütsche in seinem Streifzug durch die 125‑jährige Vereinsgeschichte aufwarten – womit die Festgemeinde bestens unterhalten wurde.
Präsident lobt Vereinsmitglieder
Doch vernahmen die Gäste auch nachdenkliche Worte. So erklärte ein Veteran, dass er froh sei, dass die Jungen ein so gutes Fest organisierten, «denn das gibt den Rückhalt, den es braucht, um einen Verein von einer Generation zur nächsten zu tragen».
Gut für einen solchen generationenübergreifenden «Kitt» eignete sich auch ein Vereins-Quiz, der die Jahre 2013 bis 2026 umfasste – und an dem alle per QR-Code teilnehmen konnten. Den Schlusspunkt setzte der 22. und aktuelle STV Kirchberg-Präsident, Amir Afifi, als er alle Vereinsmitglieder für ihren Einsatz lobte. «Macht weiter so. Es ist einfach geil, mit euch zusammenarbeiten zu dürfen. Denn ihr alle macht es möglich, dass der STV ein attraktiver Verein ist und bleibt.»
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