St.Galler Kantonsrat kritisiert Röstis Sparpläne im Wald und reicht Vorstoss ein
Bundesrat Rösti will per 2027 die Gelder für einen klimatauglichen Wald streichen. Das berichtete die «NZZ am Sonntag» vor eineinhalb Wochen. Ihm seien Investitionen in den Wald zwar wichtig, so der Bundesrat. Die Gründe für die Sparmassnahme lägen «einfach in der aktuellen finanzpolitischen Situation»: Stichwort Schuldenbremse. Seither kumuliert sich die Kritik am Umweltminister.
Waldverbände, die Kantonsförsterkonferenz sowie hochrangige Politikerinnen und Politiker warnen vor diesem Schritt. Darunter etwa Daniel Fässler, Innerrhoder Ständerat und Präsident von Wald Schweiz, der Innerrhoder Regierungsrat Stefan Müller und der St.Galler Volkswirtschaftsdirektor Beat Tinner. Letzterer kündigte als Vorstandsmitglied der Konferenz für Wald, Wildtiere und Landschaft in dieser Zeitung Widerstand gegen die Streichung an. Im St.Galler Kantonsrat wurde nun ein Vorstoss zum Thema eingereicht.
Kantonsrat und Förster schaltet sich ein
Verfasser der Einfachen Anfrage ist Mitte-Kantonsrat Renaldo Vanzo. «Das Thema betrifft mich auch beruflich unmittelbar», schreibt er. Vanzo ist Leiter des Forstbetriebs der Ortsgemeinde Wil, Revierförster und selbstständiger Forstingenieur mit Schwerpunkt auf der Anpassung der Wälder an den Klimawandel.

Der aktuelle Dürresommer zeige sehr deutlich, wie stark Hitze, Trockenheit und weitere Klimaextreme die Wälder bereits heute belasten, so Vanzo. Für Röstis Sparpläne hat er kein Verständnis: «Aus meiner Sicht besteht dadurch die Gefahr, dass dringend notwendige Investitionen verzögert oder nicht umgesetzt werden können.» Für die Waldeigentümer im Kanton St.Gallen bedeute das eine zusätzliche finanzielle Belastung.
Es seien erhebliche Investitionen notwendig, um die Wälder langfristig vital zu erhalten und ihre vielfältigen Leistungen für die Bevölkerung, die Biodiversität, den Schutz, die Holzproduktion und den Klimaschutz sicherzustellen, schreibt Vanzo.
Bund sei sich der Tragweite nicht bewusst
Vanzo schreibt, das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) scheine sich «der Tragweite des Entscheids nicht bewusst zu sein. Die Einsparungen gehen zu Lasten der kommenden Generationen». Der Mitte-Kantonsrat will deshalb von der St.Galler Regierung wissen, wie sie zur Kürzung der Bundesmittel steht und ob sie plant, beim Bund zu intervenieren. Weiter will Vanzo in Erfahrung bringen, ob die gestrichenen Bundesmittel auf kantonaler Ebene kompensiert werden können.
Der Innerrhoder Ständerat Daniel Fässler hatte 2020 mit seinem Vorstoss für mehr Mittel für einen klimafitten Wald einen Erfolg erzielt. Seine Motion wurde klar angenommen und 2023 unbefristet verlängert. Jährlich waren 25 Millionen Franken für Sicherheitsholzerei, Jungwaldpflege und die Anpassung an den Klimawandel vorgesehen. Bereits 2024 wurden die Mittel um ein Drittel gekürzt.
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