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Leben im All muss man erst noch finden

Verschiedene Astronomen und berühmte Astrophysiker sind überzeugt, dass es Leben im All gibt. Gefunden wurde es noch nicht. Im Jahr 1600 musste Giordano Bruno für seine Vermutung, dass es ausserirdisches Leben geben müsse, mit seinem Leben bezahlen.
von Hanspeter Steidle

Sonne

Aufgang:

1. Oktober, 7.27 Uhr, MOSZ (Mitteleuropäische Ortssommerzeit, Region Ostschweiz)

31. Oktober, 7.09 Uhr, MOZ (Mitteleuropäische Ortswinterzeit, Region Ostschweiz)

Untergang:

1. Oktober, 18.56 Uhr, MOSZ

31. Oktober , 17.02 Uhr, MOZ

Am Sonntag, 25. Oktober, werden die Uhren auf Winterzeit umgestellt.

Mond

Neumond: Samstag, 10. Oktober, im Sternbild Jungfrau.

Vollmond: Montag, 26. Oktober, im Sternbild Fische.

Planeten

Merkur: Er kann nicht beobachtet werden.

Venus: Sie erscheint nicht am Abendhimmel.

Mars: In der zweiten Nachthälfte kann er beobachtet werden.

Jupiter: Er erscheint erst nach Mitternacht.

Saturn: Er ist der einzige Planet, der während der ganzen Nacht beobachtet werden kann. Sein Ring ist nur schwach sichtbar.

Sternschnuppen

Die Erde passiert einige Kometenbahnen. So geraten während des ganzen Monats Staubteile des Kometen Halley in die Erdatmosphäre und verglühen. Vom 8. auf den 9. Oktober sind nach Mitternacht bis zu 15 Sternschnuppen zu erwarten. Gegen Ende des Monats nimmt die Sternschnuppenzahl ab.

Sterne und Milchstrasse

Der Oktoberhimmel zeigt vier Sternbilder, die mit Tieren und Fabelwesen im Wasser zu tun haben. Im Süden ist es der Wassermann, der sich bis zum westlich gelegenen Sternbild Steinbock erstreckt. Östlich des Wassermanns trifft man auf die Fische und auch auf den Walfisch. Über dem Wassermann liegt das kleine, aber doch deutlich erkennbare Sternbild Delphin.

Die Sternbilder des Sommerhimmels Schwan, Adler, Leier verschwinden allmählich im Westen. Nördlich dieser Sternbilder sieht man vor allem Sternbilder aus der griechischen Mythologie: Perseus, Cassiopeia, Cepheus, Pegasus und Andromeda. Im Cepheus ist ein rötlicher Stern zu sehen. Es ist der nach Herschel benannte Granatstern. Dieser Riesenstern hat einen Durchmesser von 2400 Sonnenradien. Er ist 2150 Lichtjahre von hier entfernt und etwa 25 Mal schwerer als die Sonne. Er befindet sich am Ende seines Sternendaseins. Riesensterne haben ein viel kürzeres Sternenleben als kleinere wie die Sonne. Das ist für das Leben auf der Erde essenziell.

Die Nachbargalaxie Andromeda steht in der Zenitregion und kann daher sogar von blossem Auge als kleines, elliptisches Wölkchen wahrgenommen werden. Auf der Sternkarte ist der Kugelsternhaufen M15 im Pegasus vermerkt. Er ist ein prächtiger Sternhaufen mit über 100’000 Sternen. Innerhalb der Milchstrassen-Galaxie wurden bis heute 150 Kugelsternhaufen entdeckt.

In jeder Galaxie des Universums gibt es solche Sternhaufen. Zwischen Perseus und Cassiopeia liegen zwei sehr schöne Sternhaufen: Hi und Cho. Das waren zwei chinesische Hof-Astronomen, welche ihrem Kaiser eine bevorstehende Sonnenfinsternis nicht gemeldet hatten. Sie wurden geköpft. Heutige Astronomen verliehen den beiden Sternhaufen die Namen der beiden Hof-Astronomen. Der chinesische Kaiser liess die Hof-Trommler so stark trommeln, dass der Himmelsdrache die Sonne wieder freigab.

Leben im All

Wird es den Astronomen einmal gelingen, Leben auf einem anderen Planeten zu entdecken? Eine Frage, die schon vor vielen hundert Jahren gestellt wurde. Giordano Bruno bezahlte seine Vermutung, dass es ausserirdisches Leben geben müsse, im Jahr 1600 mit dem Leben.

Die Organisation SETI (Search for extraterrestrial intelligence) wird 40 Jahre alt. Sie wurde in den Anfängen von den USA, anfangs der 90er Jahre von der NASA und heute nur noch von Spendern unterstützt. Am 30. August dieses Jahres wurde das Nancy Grace Roman Teleskop ins Weltall geschickt, um unter anderem Exoplaneten zu entdecken, auf denen vielleicht Leben existieren könnte. 1900 stellte Frankreich 100’000 Francs in Aussicht für Astronomen, welche beweisbar mit Ausserirdischen kommunizieren. Der Preis wurde nie ausbezahlt. Bis heute sind schon über 6000 Exoplaneten bekannt. Auf keinem wurden Signale von Lebensspuren entdeckt.

Das James Webb Teleskop im All kann auf Exoplaneten Signale von Lebensspuren entdecken. Sauerstoff, Methan, Kohlendioxid und Wasserdampf wären deutliche Signale für das mögliche Vorhandensein von Leben. 1977 wurden die Voyager-Sonden 1 und 2 ins Weltall geschickt. Die NASA hat heute noch Kontakt mit Voyager 1. In den beiden Sonden befinden sich je eine goldene Platte mit vielen Informationen über das Leben auf der Erde. Ob je eine ausserirdische Zivilisation die Platten lesen kann, weiss man nicht.

1974 wurde eine Radiobotschaft von der Arecibo-Antenne (305 Meter Durchmesser) zum Kugelsternhaufen M13 im Sternbild Herkules gesandt. Bis diese Botschaft dort auf einen vielleicht bewohnten Planeten trifft, dauert es mehr als 22’000 Jahre. Es wird nochmals so viele Jahre dauern, bis Erdbewohner eine Antwort erhalten könnten. Man will heute alle Exoplaneten im Umkreis von 50 Lichtjahren mit modernen Teleskopen auf der Erde und im All erfassen.

Astronomen sind der Ansicht, dass im Universum nicht nur die Erde mit Lebensformen existiert, nur: Beweisen können sie es nicht. Berühmte Astrophysiker sind auch überzeugt, dass es Leben im All gibt, nur eben: Man muss es noch finden.

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/sternenhimmel-oktober-art-761205

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