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Fast die Hälfte der Sternbilder sind nach Tieren benannt

Nebst Tiernamen für Sternbilder gibt es auch Namen von Personen und Fabelwesen sowie von Schiffsgeräten. Diese gelten heute in allen Ländern. Die Griechen ordneten das bekannte antike Sternbild, das  Himmels-W, der äthiopischen Königin Cassiopeia zu.
von Hanspeter Steidle

Sonne

Aufgang

1. November, 7.07 Uhr, MOZ

30. November, 7.46 Uhr, MOZ

Untergang

1. November, 17.10 Uhr, MOZ

30. November, 16.39 Uhr, MOZ

MOZ: Mitteleuropäische Ortswinterzeit, Region Ostschweiz.

Mond

Neumond: Montag, 9. November, im Sternbild Waage.

Vollmond: Dienstag, 24. November, im Sternbild Stier - Plejaden.

Planeten

Merkur: Er ist Mitte November knapp über dem Osthorizont zu sehen.

Venus: Sie wird zum Morgenstern.

Mars: Er geht erst knapp vor Mitternacht auf.

Jupiter: Der Riesenplanet geht kurz vor Mitternacht auf.

Saturn: Der Ringplanet im Sternbild Fische kann die ganze Nacht beobachtet werden.

Sternschnuppen

Es sind nicht viele Sternschnuppen zu erwarten. Im Durchschnitt kann mit einer Rate von zehn bis fünfzehn Sternschnuppen pro Stunde gerechnet werden. Sie fliegen aus verschiedenen Richtungen über den Himmel.

Sterne und Milchstrasse

Die Milchstrasse zieht sich von Osten über den Zenit in den Westen. In der östlichen Region der Milch-strasse erscheinen die Wintersternbilder Kleiner Hund, Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Giraffe, Cassiopeia und Cepheus.

Im westlichen Teil sind die Sommersternbilder Schwan, Leier und, tief im Westen, noch ein Teil des Adlers zu sehen. Der grosse Teil des Novemberhimmels ist dunkel und zeigt vier Wassersternbilder: Fluss Eridanus, der beim Orion beginnt, Walfisch, früher als Untier bezeichnet, Fische und Wassermann. In den dunklen Nächten sind diese Sternbilder zu sehen, denn sie bestehen aus schwach leuchtenden Sternen. Über den Fischen liegt das Sternbild Pegasus, das geflügelte Pferd. Vier hellere, fast quadratisch angeordnete Sterne bilden den Körper des Pegasus.

Der Orion ist mit seinen hellen Sternen immer klar zu sehen. Der nordöstliche Stern des Orion leuchtet rötlich. Es ist Beteigeuze, ein Riesenstern, der sein Sternenleben bald, in zirka 600 bis 1000 Jahren, eventuell sogar früher, in einer riesigen Supernova-Explosion auslöschen wird. Wann dies geschehen wird, wissen die Astronomen noch nicht. Man weiss aufgrund seiner stets schwankenden Helligkeit nicht, wie weit er von der Sonne entfernt ist. Was man genauer weiss: Der Stern hat einen etwa achthundertfachen Sonnendurchmesser. Wenn er explodieren wird, leuchtet er so hell, dass man ihn am Taghimmel sehen kann. Auf der Sternkarte ist M1 vermerkt. Als Messier, ein französischer Astronom im 18. Jahrhundert, Kometen am Himmel entdecken wollte, fiel ihm der kleine Fleck M1 auf. Weil sich M1 nicht bewegte, wurde er damals als Nebel in Sternkatalogen aufgeführt. Heute weiss man, dass dort im Jahr 1054 ein Stern explodiert war. Während einer Woche war er sogar am Taghimmel zu sehen.

Im Sternbild Stier fallen Sterne auf, die ein «V» bilden. Es stellt den Kopf des Stieres dar. Unweit von diesem «V», Hyaden genannt, leicht westlich, sieht man die Plejaden, das Siebengestirn. Zwischen den Hyaden und den Plejaden geht die Ekliptik, die Sonnenbahn, hindurch. In früheren Zeiten galt dieser Durchgang als das «Goldene Tor». Im Zenit lässt sich die Andromeda-Galaxie gut beobachten. Sie ist die Nachbargalaxie und ist ein sehr schönes Objekt für das Fernrohr. Erst in den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte man, dass die Andromeda-Galaxie ausserhalb der Milchstrasse liegen muss.

Das Sternbild Cassiopeia

Der Nord- und Südhimmel wurde im Lauf der letzten Jahrhunderte mit 88 Sternbildern belegt. Es sind 39 Tier-, 20 Personen- und Fabelwesen, 27 Schiffsgeräte- und zwei geografische Sternbilder bekannt. Interessant ist, dass fast die Hälfte aller Sternbilder nach Tieren benannt worden sind. Sie gelten heute in allen Ländern. Bei den Griechen wurden damals hauptsächlich Personen, Figuren und Tiere aus ihrer Sagenwelt als Sternbilder an den Himmel gesetzt.

Das bekannte Himmels-«W» ist eines der 48 antiken Sternbilder, welches die Griechen der äthiopischen Königin Cassiopeia zuordneten. Der König Cepheus regierte damals über Äthiopien. Seine Frau Cassiopeia prahlte, dass sie und ihre Tochter Andromeda schöner seien als die Meeresnymphen, die Nereiden. Der Meeresgott Poseidon, erzürnt ob dieser Behauptung, liess das Meeresungeheuer Cetus, heute das Sternbild Walfisch, einen Teil Äthiopiens verwüsten. Um die weitere Verwüstung des Landes zu verhindern, wurde die Tochter Andromeda an einen Felsen gefesselt, wo sie dem Meeresungeheuer ausgesetzt war. Da kam Perseus auf dem geflügelten Pferd Pegasus zu Hilfe, tötete das Meeresungeheuer und befreite Andromeda. Nach der Rettung heiratete er sie.

Weil Cassiopeia ganz in der Milchstrasse liegt, ist sie von vielen Galaxien und offenen Sternhaufen umgeben. Für Astronomen ist das Sternbild Cassiopeia eine Fundgrube. Zwischen Cassiopeia und Perseus liegen zwei offene, prächtige Sternhaufen, die nach zwei chinesischen Astronomen Hi und Cho benannt wurden. Hi und Cho waren Hofastrologen und Astronomen und haben ihrem Kaiser eine bevorstehende Sonnenfinsternis nicht mitgeteilt. Sie wurden deshalb geköpft.

In der damaligen Zeit konnte man den Sonnenfinsternis-Zyklus zwar bereits berechnen, aber man wusste noch nicht, wie Sonnenfinsternisse entstehen. Generell wurden die Finsternisse als Unglücksboten registriert, weshalb Kaiser und Könige auf die Berechnungen von Finsternissen angewiesen waren.

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/sternenhimmel-november-art-769863

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