Jubiläum fürs «Stadtufer» in Lichtensteig: Zum Fünfjährigen gab es Steinpilz-Karamell und Soli Bolani
Kultur, Wohnen und Arbeiten – das ist das selbstgewählte Motto des «Stadtufers», dass vor einigen Jahren begann, aber noch lange nicht zu Ende ist.
80 Interessenten für die Wohnungen
Zwar sind die Initianten von einst auch die Macherinnen und Macher von heute – doch es sind noch viele Schritte zu gehen, bis das Zusammenkommen einer nachhaltigen Stadtentwicklung, von sozialer Vielfalt und innovativen Nutzungskonzepten auf dem historischen Firmenareal, seiner Vollendung naht. Falls das je einmal der Fall sein wird.

Denn wer am Samstagnachmittag beispielsweise an der Führung durch den gesamten Gebäudekomplex teilnahm, staunte zwar zum einen über das grosse Angebot an (kunst-)handwerklichen Erzeugnissen, zum anderen aber auch über das grosse Potenzial des Komplexes. Und auch über das, was noch kommen soll: zum Beispiel das nachhaltige Wohnen. Doch bis anhin sind erst 3000 der insgesamt 8000 Quadratmeter belegt und belebt. «Wir streben hier einen hohen Wohnungsanteil an und haben auch schon 80 Interessenten auf der Liste», erklärte Naomi Shapira, die beim Stadtufer-Kollektiv für Vermietung und Partizipation verantwortlich zeichnet, gut gelaunt auf dem Rundgang.
Ein durch und durch gemütliches Fest
Wohl fühlten sich am Samstagnachmittag auch etliche Besucherinnen und Besucher im «Stadtufer»-Innenhof. Vier junge Burschen spielten mit ihren Akkordeons auf, die Keramikerin Alena Kost präsentierte im Foyer die «von vielen Händen» hergestellte Keramik-Skulptur «Faden» – eine Hommage an die Vergangenheit des Gebäudes als Spinnerei. Und wer neugierig auf eine neue kulinarische Erfahrung war, dem wurden «Karamelzeltli mit Steinpilzen» zur Degustation angeboten. Eine Gruppe junger Afghanen verkaufte Bolanis – ein gefülltes, vegetarischen Fladenbrot – und stillte so nicht nur den Hunger vieler, sondern tat damit auch ein gutes Werk. Denn sämtliche Einnahmen der «Soli Bolani» kamen afghanischen Frauen zugute, die sich in der Heimat unter dem Taliban-Regime nicht mehr frei bewegen und schon gar nicht mehr einem Beruf nachgehen können.
Es war ein würdiges Fest mit vielen Programmpunkten – ohne, dass es dabei überladen wirkte. Wer wollte, konnte sich gemütlich unterhalten – und so viele neue Menschen und ihre Ansichten und Ideen kennenlernen. Und somit etwas tun, was wohl ganz im Sinne des «Stadtufers» gewesen sein dürfte.

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