Weinlese im Kanton St.Gallen: Früh, aber nicht ganz so früh wie im Thurgau
Die meisten Winzer geben auf Nachfrage an, ein bis zwei Wochen früher mit der Weinernte zu starten als noch vor einem Jahr. Im Gegensatz zu einigen Betrieben im Kanton Thurgau geben aber alle befragten St.Galler Winzer an, die Weinlese noch nicht begonnen zu haben. Bei den meisten Weingütern wird mit einem Start per Ende August gerechnet. Die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit haben die Trauben schneller reifen lassen als sonst. Besonders die Sorte Müller-Thurgau respektive Riesling-Silvaner oder Rivaner müssten schon bald geerntet werden, da der Weisswein sein leichtes Aroma beibehalten soll, teilt das Weingut Zünd aus Altstätten mit.
Wie sich die Temperaturen und die Trockenheit letztlich direkt auf den Geschmack auswirken, sei schwierig vorherzusagen, meint Christian Herzog vom Weingut Herzog in Thal. Andere Önologen wie Ralph Heule von der Weinbau-Genossenschaft Berneck sind allerdings schon jetzt der Meinung, dass der Jahrgang 2026 sehr dicht, aromatisch und kräftig werden dürfte, da die Traubenbeeren deutlich süsser seien als sonst.
Regen am Wochenende war nicht problematisch
Der lang ersehnte Regen vom vergangenen Wochenende hatte keinen negativen Einfluss auf die Qualität, da sind sich alle befragten Weingüter einig. Niederschlag nach einer längeren Trockenperiode könne zudem das Beerengewicht erhöhen, was die Quantität erfreulich steigere, so das Weingut Zünd. Auch Christian Herzog zieht eine erfreuliche Bilanz: Der Regen habe nur Positives mit sich gebracht. So wurde unter anderem die Nährstoffaufnahme erhöht. Das Wasserdefizit sei natürlich noch lange nicht behoben – dafür bräuchte es deutlich mehr Niederschlag –, aber geholfen wurde den Trauben auf jeden Fall. Glücklicherweise seien die Trauben auch nicht so viel Regen ausgesetzt gewesen, dass sie zu platzen drohten.
2026 wird ein guter Jahrgang
Gäbe es in den letzten Wochen vor der Ernte noch zusätzlich Niederschlag, würde wiederum das Risiko für Fäulnis steigen. Eine allfällige anhaltende Feuchtigkeit könnte ebenfalls die Gefahr für einen Pilzbefall und den Krankheitsdruck im Allgemeinen vergrössern. Die St.Galler Winzer zeigen sich jedoch optimistisch. Das bisher trockene 2026 habe sich nur positiv auf die Schädlingssituation ausgewirkt. Herzog spricht sogar von «paradiesischen Voraussetzungen» für ein gutes Wein-Jahr.
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