Konsequenzen aus dem Hitzesommer ziehen: SP-Grüne-GLP-Fraktion fordert Sondersession
«Die Hitze im Sommer 2026 brachte die Menschen an ihr Limit.» Das schreibt die SP-Grüne-GLP-Fraktion in einer Medienmitteilung. Sie fordert konkrete Massnahmen sowie eine Sondersession zum Thema Hitze und Klima. Ziel sei ein resilienter Kanton St.Gallen, der Bevölkerung und Wirtschaft besser schützt. Denn: «Der Klimawandel ist kein Szenario mehr aus der Zukunft, sondern Realität», hält die Fraktion weiter fest und fragt: «Ist der Kanton St.Gallen für die neue Klimarealität gerüstet?»
«Wir werden dazu in verschiedenen Bereichen Vorstösse einreichen», sagt Anita Wyss, Grünen-Kantonsrätin auf Anfrage. Die Fraktion wolle, dass die Konsequenzen dieses Hitzesommers evaluiert und aus den Erkenntnissen Strategien entwickelt oder bestehende Strategien angepasst werden. So sollen Klimaanpassungen und Klimaschutz im Kanton St.Gallen zielgerichtet und rasch umgesetzt werden können.

Ein sorgsamer Umgang mit dem Wasser
Das Wassermanagement sei ein wichtiger Bestandteil dieser Massnahmen. «Wir müssen sicherstellen, dass wir wissen, wo unsere Wasserressourcen sind und wer wie viel Wasser braucht», sagt Wyss. Ein Überblick über die Wasserverfügbarkeit sei wichtig, erinnert Wyss, denn nicht nur für die Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft und Wirtschaft brauche es Wasser, auch für Natur und Ökosysteme. In diesem Sommer hatten etwa die kleinen Bäche zu wenig Wasser, auch wegen Wasserentnahmen. Oftmals kam es zu Fischsterben.
Weiter fordert die Fraktion, dass Gebäude, Energieversorgung und Verkehrsinfrastruktur widerstandsfähiger werden müssen. «Wir wollen die kantonalen Gesetzgebungen so weit bringen, dass man in den Siedlungen auch bei 35 Grad Celsius weiterhin leben kann», sagt Wyss. Zu den Lösungsansätzen gehören mehr Schatten und Begrünung durch Bäume, die Temperatur senken und die Luftqualität verbessern.
Besonders getroffen hat es laut Wyss die Landwirtschaft. «Die Landwirtschaft soll klimaresilient werden», sagt sie. «Denn es wird höchstwahrscheinlich nicht der letzte Hitzesommer sein.» Die Regierung soll sich in die geplante «Agrarpolitik 2030+» des Bundes einbringen. Diese Agrarpolitik hat zum Ziel, die Ernährungssicherheit der Schweiz zu steigern.
Ruhen in den heissen Mittagsstunden
Hitze betreffe zugleich die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit, schreibt die Fraktion weiter. Kinder, ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen, insbesondere auch psychischen Erkrankungen, sowie Personen, die draussen oder in stark aufgeheizten Räumen arbeiten, bräuchten wirksamen Schutz. Die Fraktion verlangt angepasste Arbeits- und Schulzeiten. «Vor allem die Mittagszeit ist problematisch, denn es ist einfach zu heiss», sagt Wyss. Eine mögliche Lösung bieten angepasste Arbeits- und Schulzeiten. Arbeiten im Freien sollen während der kühleren Morgen- und Abendstunden stattfinden.
Die Fraktion fordert rasches Handeln, denn der Hitzesommer habe konkrete Schwachstellen sichtbar gemacht. «Jetzt gilt es, daraus Lehren zu ziehen und Massnahmen zu ergreifen.» Die entsprechenden Vorstösse sowie den Antrag zur departementsübergreifenden Sondersession reicht die Fraktion am Montag zu Beginn der Kantonsratssession ein.
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