Ohrmuschel-Tattoos, Trinkhörner und viel Guinness: Irish Openair in Ennetbühl fand zum 16. Mal statt
Natürlich, der Regen der vergangenen Tage hat der Natur zweifelsohne gutgetan. Aber auch ohne Wolkenbruch oder sattgrüne Wiesen hätte die Farbe Grün am Freitag und am Samstag im Ennetbühler Weiler Rietbad deutlich dominiert. Denn wer etwas auf sich hielt, der kam in grünem Gewand daher. Und das waren nicht wenige: Bereits tagsüber strömten viele Besucherinnen und Besucher aufs Festival-Areal in Ennetbühl, an den Abenden sowieso.
Was beim dargebotenen Programm an der 16. Ausgabe des Irish Openair aber auch nicht erstaunte. Die Organisatoren hatten es auch dieses Jahr verstanden, mit Herzblut ein Festival für jedes Alter zu organisieren. Auf drei Bühnen spielten zahlreiche irishe Bands, ausserdem wurden wie in den Vorjahren zwei originale Irish Pubs aufgebaut. Wie in den Vorjahren dürften es bis zu 7000 Besucherinnen und Besucher gewesen sein.
Die kleinsten davon lauschten direkt vor der Hauptbühne den Klängen der Barden und Fiddlerinnen, weiter hinten prosteten sich die älteren Besuchenden mit Bier und Whiskey zu. Zuhinterst, am weitesten weg von der Hauptbühne, hatten es sich die Stammgäste bereits in den mitgebrachten Campingstühlen bequem gemacht.



Stickige Irish Pubs und buntes Mittelalterdorf
«Das gehört für uns einfach dazu. Stundenlang herumzustehen, ist uns zu anstrengend, aber so können wir das Festival geniessen», sagt Martin, der mit zwei Kollegen aus Wil angereist ist. Er geniesst die kühle Brise, während in den beiden Irish Pubs die Luft schnell stickig wird, obwohl draussen nicht mehr wirklich heisse Temperaturen herrschten.


Ein weiteres Highlight des Irish Openairs ist das Mittelalterdorf. Wer eine kurze Auszeit nehmen möchte, ist hier richtig. Ein Standbetreiber verspricht, Besucherinnen und Besucher bei einem Leben im Einklang mit der Natur behilflich zu sein. Am Souvenirstand kann man ausserdem zwischen Okarinas, Seifen, Messern oder Fuchsschwänzen auswählen. Karin aus Wattwil sagt: «Wenn in der Gegend so ein sensationeller Event stattfindet, dann muss man das doch unterstützen, egal, ob man etwas mit Irland am Hut hat oder nicht», während sich ihr Partner mit zwei Guinness-Bieren dazugesellt.


Eine Erinnerung, die unter die Haut geht, lässt sich eine Frau im Tattoo-Zelt stechen: ein nordisches Motiv. Von draussen dringen gedämpft die Klänge der Volksmusik-Violinistin Helen Maier ins Zelt. Für sie sei das Tätowieren etwas wie Ferien, sagt die Frau. Wenn sie so daliege und sich der Handwerkskunst des Tätowierers hingebe, könne sie «sehr gut loslassen». Heute wird es eine Ulmen-Ranke in der Ohrmuschel. Sie sagt: «Die Ulme ist mein Baum im keltischen Baumkreis.»

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