Sie hat noch nie verloren: Hembergerin Alexandra Brunner ist Europameisterin
«Ich habe nicht erwartet, dass ich das nochmals hinbekomme», sagt Alexandra Brunner. Die Toggenburgerin hat an der Europameisterschaft in Lyon, Frankreich teilgenommen. Und wurde Meisterin. Zum zweiten Mal. Ihr Sport: Sanda.
Sanda ist chinesisches Kickboxen. Das heisst nicht nur Boxen und Kicken: «Wenn ich einen Kick fangen kann, darf ich meine Gegnerin zu Boden werfen», erklärt Brunner. «Es hat so ein bisschen Elemente vom Ringen oder Schwingen.» Für einen erfolgreichen Wurf gibt es Punkte.
Die 23-Jährige kommt ursprünglich aus Bächli (Hemberg) und wohnt nun in Wattwil. Lange war sie im Turnverein, wollte dann etwas Neues ausprobieren. Nach einem Probetraining im Kickboxen hat sie gleich ein Abo gelöst. Schon bald hat ihr Trainer sie zu Wettkämpfen motiviert. «Anfangs wollte ich das nicht, sondern einfach Sport machen für meinen Körper und meine Gesundheit.» Doch sie liess sich überzeugen und nimmt seit drei Jahren an Wettkämpfen teil – national und international. Und das mit Erfolg: «Bisher konnte ich jeden Kampf für mich entscheiden.»
Dahinter steckt viel Training. Zweimal in der Woche trainiert sie in der Kampfkunstschule in Wattwil, ein weiteres Training absolviert sie in der Fight Academy in Lachen. Dazu kommen Krafttrainings, zwei bis drei pro Woche. Zudem ist Brunner seit zwei Jahren Teil des Nationalkaders, und dieses ist olympisch. Jährlich muss sie also den olympischen Sporttest absolvieren.
Familie und Arbeit gehen vor
Wenn sie nicht Kicke abfängt oder austeilt, arbeitet sie Vollzeit als Fleischfachfrau, Lehrlingsausbilderin und Filialleiterin in der Metzgerei Ochsen in Schönengrund. Ihr Beruf ist auch der Grund, warum sie vergangenes Jahr nicht an der Weltmeisterschaft in China teilgenommen hat.
Mit ihrem ersten Europameisterschaftstitel hat sie sich dafür qualifiziert. Doch berufliche Verpflichtungen kamen dazwischen. «Ich habe mir immer gesagt, dass Familie und Arbeit vor dem Sport kommen», sagt die Meisterin. «Mein Sport ist in der Schweiz auch nicht so bekannt wie etwa Schwingen oder Skifahren.»
Weil dieses Jahr keine Weltmeisterschaft stattfindet, muss sie im kommenden Jahr bei null anfangen und sich erneut qualifizieren – zuerst national, dann wieder mit einem Sieg an der Europameisterschaft. «Die Weltmeisterschaft ist schon mein Ziel, wenn alles gut läuft und ich unfallfrei bleibe.»
Toggenburger Taekwondo-Talent ausgezeichnet
Davud Güllü ist Athlet des Jahres. Diese Auszeichnung verleiht ihm «Swiss Taekwondo», der Dachverband der Schweizer Taekwondo-Vereine. Der 16-Jährige aus Ebnat-Kappel ist ein Nachwuchstalent in der koreanischen Kampfkunst und hat Mitte April an den Junior-Weltmeisterschaften in Usbekistan teilgenommen. (jen)
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