Alpkäserei Schwägalp kämpft wegen Neubau der Säntisbahn mit hohen Einbussen
Es ist eine alpine Symbiose. Die Alpkäserei trägt zum idyllischen Bergbild bei und bringt den Besuchenden die Tradition des Käsens näher, die Bergbahn lockt die Gäste in die Höhe. Besonders, wenn letztere wegfällt, kann das zu Problemen führen. Diese Erfahrung durchlebt gerade die Schaualpkäserei Schwägalp. Weil die Säntis-Schwebenbahn wegen des Neubaus seit Ende Mai nicht mehr fährt, fallen der Käserei die Kundinnen und Kunden weg, wie «SRF» berichtet.
Während die Säntis-Schwebebahn jährlich rund 250'000 Gäste auf den Berggipfel transportiert, verarbeitet die benachbarte Alpkäserei täglich 150'000 Liter Milch zu 500 Stück Käse. Geschäftsleiter Werner Näf äussert sich gegenüber «SRF» konsterniert: «Die Situation hat sich ab Tag eins der Bauarbeiten komplett geändert.»
Kaum andere Lösungen vorhanden
Die Verkäufe im Laden der Käserei seien um rund die Hälfte eingebrochen, heisst es im «SRF»-Bericht. Einen solchen Rückgang habe man nicht erwartet, so Näf. Die Käse beginnen sich im Lager zu stapeln. Denn die Alpschaukäserei hat Abnahmeverträge mit den Bauern, die z'Alp sind. Die Käse müssen deshalb in einen Aussenkeller im Tal umdisponiert werden. Im Normalfall geht ein Drittel direkt über die Ladentheke.
Verkaufsalternativen sieht Näf kaum. Viel Profit gebe es sowohl beim Handel mit Grossisten als auch mit kleineren Wiederverkäufern nicht, sagt er. Die Milch zu verkaufen, bringe weniger ein als der Käsehandel. Seine langjährigen Kontakte in der Branche suchen gemeinsam mit Werner Näf nach Lösungen.
Alpschaukäserei bietet Führungen an
Doch nicht nur die Käserei, sondern auch die Hotellerie und Gastronomie der Säntis-Schwebebahn spüren aufgrund des Neubaus einen Umsatzeinbruch von 30 Prozent, wie Leiterin Daniela Räbsamen im Beitrag sagt.
Das Unternehmen habe die Einbussen einkalkuliert. Jakob Gülünay, Geschäftsführer der Säntis Schwebebahn AG zeigt sich dennoch überrascht über die plötzlichen Einbussen in der benachbarten Käserei. Im «SRF»-Beitrag sagt er, man habe eine Mitarbeiterin eingestellt, die ausschliesslich für Projekte im Jahr 2026 zuständig sei; darunter auch der Appenzeller Scheibenweg am Säntis. Dieser eröffnete vergangenen Samstag und stösst auf viel Anklang.
Hoffnung besteht unter anderem darin, dass die Führungen in der Alpschaukäserei zu ihrem 30-jährigen Bestehen auf ebenso viel Interesse stossen und die Besuchenden für ein kulinarisches Andenken in die Tasche greifen. Sowohl die Käserei als auch die Säntis-Schwebebahn werben auf ihren Webseiten für das Angebot. Spätestens wenn die Säntisbahn im Frühjahr 2027 offiziell wieder eröffnet wird, sollte das Käsereigeschäft auf der Schwägalp wieder aufblühen. (ddm)
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