So wird der 55 Meter hohe Baukran für die Mittelstütze auf dem Berg montiert
Ein rund 55 Meter hoher Baukran mit 35 m Ausleger steht seit dieser Woche unterhalb des Säntisgipfels. Er dient der Errichtung der 43 Meter hohen Mittelstütze der neuen Säntisbahn.
Im Auftrag der Garaventa AG wurde der Baukran am Montag per Helikopter zur Stütze 2 transportiert und vor Ort aufgebaut. Insgesamt waren 17 Rotationen erforderlich, um die einzelnen Teile zur Stütze zu fliegen, wie die Säntis-Schwebebahn AG auf ihrer Website mitteilt. Das Gewicht der Bauteile variierte dabei zwischen 900 kg und 3,3 Tonnen.
Ein Super Puma war im Einsatz
Die aufwendige Montage erfolgte bei guten Witterungsbedingungen durch die Monteure der Garaventa AG und Liebherr AG in Zusammenarbeit mit der Heliswiss. In mehreren Rotationen wurden die Bauteile des Obendrehkrans mit einem AS 332 Super Puma C1 zur Stütze 2 transportiert und dort direkt montiert. Der Betrieb des Baukrans erfolgt während der Bauphase über ein Notstromaggregat, welches an der Stütze eingerichtet wurde.
Bereits im letzten Sommer entstanden die vier Fundamente für die neue Stütze, wobei insgesamt 420 m³ Beton verbaut und 16 Felsanker gesetzt wurden. Auch das schwerste Bauteil, ein Turmstück mit einem Gewicht von 4,8 Tonnen, wurde bereits im Vorfeld mit der bestehenden Bahn auf die Plattform transportiert. Ebenso wurde vorgängig das gesamte Stützenmaterial mit der Schwebebahn zur Baustelle gebracht, um die vorhandene Infrastruktur effizient zu nutzen.
Von früher drei Stützen zu neu einer
Zu Beginn der Geschichte der Säntisbahn benötigte die Anlage drei Stützen. Mit dem Bau der bestehenden Säntis-Schwebebahn im Jahr 1974 wurde die Anzahl Stützen auf zwei reduziert. Im aktuellen Projekt wird sie nun weiter auf eine einzige Mittelstütze reduziert, die weiterhin für den Ein- und Ausstieg genutzt werden kann.
Grund dafür ist, dass ein Ersatz der Stütze 1 nur mit umfangreichen Lawinenschutzbauten möglich gewesen wäre, die erhebliche Eingriffe in die Landschaft erfordert hätten. Im Rahmen der Projektentwicklung wurde deshalb eine alternative Lösung geprüft und es zeigte sich, dass die neue Bahn auch mit nur einer Stütze realisiert werden kann.
Die Voraussetzungen dafür sind einige Anpassungen in der Konstruktion, etwa eine höhere Seilspannung, stärkere Seile und Verankerungen sowie eine um 18 Meter höhere Stütze. Mit dieser Lösung entsteht ein schlankeres, sicheres System der Seilbahntechnik.
Rückbau-Arbeiten auf Stütze 1
Gleichzeitig wurde mit den Rückbauarbeiten an der Stütze 1 begonnen. Bereits in der Woche zuvor nahmen die Monteure der Garaventa AG die Tragseile vom Seilsattel und sicherten diese vor Ort. Für die Dauer der Arbeiten übernachteten die Monteure im nahegelegenen Berggasthaus Tierwies.
Die eigentlichen Rückbauarbeiten werden nun schrittweise mithilfe des Helikopters durchgeführt. Dabei werden die einzelnen Bauteile direkt demontiert und zur Schwägalp transportiert. Der Rückbau erfolgt bis zum sogenannten ersten Stock der bestehenden Stütze, der horizontal verbunden bleibt. Dieser Bereich wird anschliessend für den Seilzug der neuen Tragseile benötigt und dient dabei als temporäre Hilfsstütze. Der Rückbau der Fundamente erfolgt im Frühjahr 2027.
In den kommenden zwei Monaten entsteht die neue Mittelstütze der Säntisbahn. Die Arbeiten können auf der Säntis-Website über die Baustellen-Kamera im Zehn-Minuten-Takt mitverfolgt werden. Informationen zum Neubau-Projekt liefert das Unternehmen auch über einen WhatsApp-Kanal. (pd)
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