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Jäger kritisieren Jagdgesetz: Kanton St.Gallen will Rotwildmanagement überarbeiten

Die grossen Rothirschbestände schaden dem Wald. Die Jagd reguliert dieses Problem, doch eine geplante Gesetzesänderung sorgt für Verärgerung.
Peter Weigelt, Präsident des Dachverbands Revierjagd St.Gallen, informiert an der Medienkonferenz zu den Änderungsvorschlägen des Jagdvereins. (Bild: Oliver Bolt)
V.l.n.r.: Mirco Rossi, Kantonsrat und Präsident Werdenberger Jägervereinigung, Barbara Hubschmid, Obfrau RHG 2 und Stephan Schädler, Vizepräsident Revierjagd. (Bild: Oliver Bolt)
Die Rothirsche können viele Kilometer in einer Nacht zurücklegen. (Bild: zvg/wildphoto.ch)
Barbara Hubschmid, Obfrau RHG 2, weiss aus Erfahrung, wie die Vereinigungen funktionieren. (Bild: Oliver Bolt)

Sie sind draussen, warten stundenlang. Meist sind sie schon früh morgens auf dem Weg durch ihr Revier. Sie kennen jeden Winkel. Und sie wissen, wo sich ihr Ziel befindet. Die Jägerinnen und Jäger wollen Rotwild schiessen. Das ist ihre Aufgabe. Damit schützen sie die Wälder.

Im Kanton St.Gallen sind mehr als 1000 Jägerinnen und Jäger aktiv. Sie arbeiten in Revieren, 144 gibt es davon. Ausser wenn es um das Rotwild geht, dann sind sie in Rotwildhegegemeinschaften (RHG) aufgeteilt. Diese will der Kanton mit der Überarbeitung des Jagdgesetzes nun auflösen. Das sorgt für Verärgerung unter den Jägerinnen und Jägern. Darüber sprechen Peter Weigelt, Präsident Dachverband Revierjagd St.Gallen, Stephan Schädler, Vize-Präsident Revierjagd und Präsident des Jägervereins Toggenburg, Barbara Hubschmid, Obfrau der zweiten RHG, und Mirco Rossi, Kantonsrat und Präsident der Werdenberger Jägervereinigung, an einer Medienkonferenz.

V.l.n.r.: Mirco Rossi, Kantonsrat und Präsident Werdenberger Jägervereinigung, Barbara Hubschmid, Obfrau RHG 2 und Stephan Schädler, Vizepräsident Revierjagd. (Bild: Oliver Bolt)

Rothirsche kümmern sich nicht um Reviergrenzen

Seit seiner Ausrottung im 19. Jahrhundert breitet sich der Rothirsch in der ganzen Schweiz stark aus. So auch im Kanton St.Gallen. Sowohl Bestände als auch Abschusszahlen steigen. Doch die grossen Bestände der Tiere sorgen für Schäden in den Wäldern.

Die Rothirsche können viele Kilometer in einer Nacht zurücklegen. (Bild: zvg/wildphoto.ch)

Rehe und Gämse bewegen sich auf einem kleinen Raum und werden in Revieren gejagt. Doch Rothirsche, sogenanntes Rotwild, sind ehemalige Steppentiere. Sie können in einer Nacht gut 20 Kilometer zurücklegen und durchqueren mehr als ein Revier. Deshalb wird die Rotwildjagd in drei RHG organisiert. In diesen Vereinigungen sprechen sich die Jägerinnen und Jäger untereinander ab und organisieren so die Rotwildjagd, welche von August bis Dezember dauert.

Den Bestand bisher nicht reduziert

Im überarbeiteten Jagdgesetz, welches aktuell in der Vernehmlassung ist, will der Kanton die RHG abschaffen und die Abschussvorgaben wie bei Rehen und Gämsen direkt gegenüber dem einzelnen Jagdrevier festlegen. Der Kanton begründet damit, dass die gestiegenen Rothirschbestände «vielerorts nur stabilisiert, aber nicht wie geplant gesenkt» werden konnten.

Mit dieser Botschaft ist der Jagdverein nicht glücklich. Der Verein will die bestehenden Strukturen weiterentwickeln und fordert mehr Kompetenzen für die RHG.

Barbara Hubschmid, Obfrau RHG 2, weiss aus Erfahrung, wie die Vereinigungen funktionieren. (Bild: Oliver Bolt)

Barbara Hubschmid weiss als Obfrau der zweiten RHG, wie das System funktioniert, und erklärt ihre Forderungen: Die Gemeinschaften sollen Verantwortung für die regionalen Ziele übernehmen, um auf Entwicklungen reagieren zu können. Eine Bewertung der Abschusszahlen nach einzelnen Revieren greife zu kurz. Damit das System funktioniere, brauche es zudem klar definierte, langfristige Ziele. «Wer einen Bestand regulieren will, muss zuerst definieren, welcher Bestand angestrebt wird», sagt sie. Dazu soll untersucht und beurteilt werden, welche Anzahl an Rothirschen für die Wälder tragbar ist.

Weigelt, Schädler und Hubschmied betonen, dass es sich bei der St.Galler Revierjagd, um einen ehrenamtlichen Service public handelt. Sie kritisieren die Betonung der Defizite und wollen eine ausgewogene Analyse. «Jagd ist eine Dienstleistung für die Allgemeinheit», sagt Peter Weigelt.

 
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