Ersatzwahl Schulratspräsidium Wildhaus: Ehemalige Schulrätin ist Schulratspräsidentin
Die Schulpräsidentenwahl in Wildhaus-Alt St. Johann brachte eine klare Siegerin. 1095 gültige Stimmzettel wurden eingelegt oder eingesandt. Ramona Huser, die von der SVP portiert worden war, übertraf mit 638 Stimmen das absolute Mehr von 548 Stimmen im ersten Wahlgang deutlich. Auf ihren parteilosen Gegenkandidaten Alex Singenberger entfielen 414 Stimmen. Die Beteiligung erreichte 64.9 Prozent.
Huser freue sich über die Wahl, sagte sie dieser Zeitung am Sonntagnachmittag. Sie habe sich ein klares Resultat erhofft. Ihr neues Amt wird sie am 1. Januar antreten. Nach den Sommerferien wird sie sich mit dem Schulratspräsident Roger Widmer treffen, um die Amtsübergabe zu planen. Weshalb sie und nicht Singenberger gewählt worden sei, müsste man die Stimmbürger fragen, sagte Huser. Sie vermutet, dass ihre Erfahrung als Schulrätin und ihre Vernetzung im Dorf den Ausschlag gegeben haben. «Ich war schon vorher im Dorf aktiv.»
Sinkende Zahlen im Kindergarten als Herausforderung?
Ihre Arbeit bei den Forstbetrieben Obertoggenburg – Huser ist Buchhalterin und Verwaltungsratsschreiberin – werde sie weiterführen. Diese sei ein 30-Prozent-Pensum und mit dem Schulratspräsidium – 20 Prozent – gut vereinbar. Sie bewirtschaftet mit ihrem Mann einen Landwirtschaftsbetrieb. Zudem ist Huser Mutter von vier Kindern.
Die drängendste Herausforderung für die Schule Wildhaus sind nach Husers Ansicht die stark sinkenden Zahlen bei den Kindergartenkindern. Daher sei fraglich, ob es möglich sei, alle drei Kindergärten zu erhalten. Welchen Kindergarten man schliesse, hänge davon ab, wo es von den Kosten her sinnvoll sei. Am einfachsten wäre es, die Kindergärten beizubehalten, die einem Schulhaus angegliedert sind. Auch sei ein Führungswechsel in der Schule absehbar, denn der Schulleiter sei 60 Jahre alt, sagte Huser.
Singenberger: «Bin Sportler»
Singenberger hätte das Amt gerne ausgeübt, denn er sei Sportler: Wenn er für eine Wahl antrete, dann wolle er gewinnen, sagte er dieser Zeitung am Sonntagnachmittag. Dennoch akzeptiere er das Ergebnis. Seine Gegenkandidatin habe mit einer Partei im Rücken antreten können. Das sei sicher ein Vorteil. Letztlich seien zwei sehr unterschiedliche Profile zur Wahl gestanden, und die Mehrheit habe die Kompetenzen von Gegenkandidatin Huser bevorzugt.

Die Ersatzwahl war nötig, weil der parteilose Schulratspräsident, Roger Widmer, in der Hälfte der Amtsperiode und nach fünf Jahren in diesem Amt seinen Rücktritt erklärt hatte. Widmer hatte das mit der steigenden beruflichen Beanspruchung begründet, seit er vom Team- zum Einheitschef avanciert ist. Wegen der Pikettdienste sei es besonders schwierig geworden, kurzfristig Termine zu planen.
Zweite Kandidatur kurz vor Meldeschluss
Bei den Gemeinderatswahlen 2024 hatte die damalige Schulrätin Ramona Huser die Wahl in den Gemeinderat angestrebt und das absolute Mehr erreicht, war jedoch als überzählig aus dem Rennen gefallen. Damals traten allerdings alle bisherigen Gemeinderäte wieder an, sodass es zu einer Kampfwahl kam.
Die SVP ist die stärkste Partei im Toggenburg. Die Ortspartei Wildhaus-Alt St. Johann ist dort gegenwärtig weder im Gemeinderat noch im Schulrat vertreten. Sie hatte deshalb schon bald nach der Rücktrittserklärung Widmers erklärt, dass sie eine Vertretung im Gemeinderat anstrebt und Ramona Huser – bis 2024 Schulrätin – aufgestellt.
Erst kurz vor dem Ablauf der Meldefrist hatte auch Singenberger seine Kandidatur angemeldet. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung der Toggenburg Bergbahnen.
SVP mit Ramona Huser ab 2026 im Gemeinderat vertreten
Heute sind drei von fünf Gemeinderäten von Wildhaus-Alt St. Johann parteilos. Auf FDP- und Die-Mitte-Vertreter entfällt je ein Sitz. Ab dem nächsten Jahr ist auch die SVP in der Exekutive vertreten, denn der Schulpräsident oder die Schulpräsidentin sitzt von Amts wegen im Gemeinderat.
Das Ergebnis ist noch nicht rechtskräftig. Es läuft noch eine Frist von 14 Tagen, während der eine Beschwerde eingereicht werden kann.
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