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Sie bauen ein Dorf mit eigener Arztpraxis: 2500 Pfadis pilgern nach Jonschwil

Für viele ist es ein einmaliges Erlebnis: Erstmals seit 14 Jahren findet wieder ein gemeinsames Pfadilager der beiden Appenzell und St.Gallen statt. Das müssen Sie wissen.
Ein Dorf im Dorf: Die Ostschweizer Pfadis bauen in Jonschwil ihr Zuhause für die nächsten zwei Wochen auf. (Bild: Benjamin Manser)

Zurzeit erfährt wohl keine Schweizer Gemeinde einen stärkeren Zuwachs als Jonschwil. Auf einen Schlag leben in der Toggenburger Ortschaft 6500 statt 4000 Menschen. Dies jedoch nur für zwei Wochen. Denn vom 12. bis 25. Juli findet das Pfadi-Kantonslager St.Gallen-Appenzell (KaLa) auf einer zehn Hektaren grossen Lagerplatzfläche auf dem Degenau-Areal statt.

Für die meisten Pfadis ist diese Zusammenkunft ein einmaliges Erlebnis. Das letzte KaLa «punktceha» fand 2012 in Niederhelfenschwil statt. Dieses Jahr steht das Pfadilager der Kantone St.Gallen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden unter dem Motto «Tatzä». Was die Teilnehmenden erwartet, zeigt das «Tatzä»-Faktenblatt.

Bären-«Tatzä» bahnen den Pfadi-Weg vor

Die rund 2500 Pfadis tauchen während 14 Tagen in eine «von sprechenden Bärinnen und Bären bewohnte Märchenwelt ein, in der einst durch Portale verbundene ‹Nachbärschaften› wieder zueinanderfinden.» Die «Tatzä» ist somit von den Bären inspiriert, die in Ostschweizer Wappen häufig vorkommen. Laut Robin Eichmann (Pfadi-Name Jerry) von der Medienstelle zieht sich die Geschichte von sechs Bären, die wieder zueinanderfinden, durch das ganze Lager.

Auf dem Programm stehen gemäss Faktenblatt die klassischen Pfadi-Aktivitäten: Wandern, Geländespiele, Lagerfeuer, Basteln, Wasseraktivitäten und so weiter. Damit ist es aber bei weitem nicht getan. Höhepunkte seien unter anderem ein zentraler Aussichtsturm auf dem Lagerplatz, Besuchstage und die Start- und Schlusszeremonien auf der grossen Bühne.

«Erschaffen Ort, der Menschen zusammenbringt»

Die insgesamt 2500 «Tatzä»-Teilnehmenden werden in 42 Einheiten eingeteilt, die wiederum in vier Alterskategorien organisiert sind: Biber (5-6 Jahre), Wölfe (6-10 Jahre), Pfadis (10-14 Jahre) und Pios (14-17 Jahre). Erstere zwei Gruppen sind einen Tag respektive eine Woche vor Ort, die älteren Mitglieder zwei Wochen, wobei die Pios in einem eigenen Camp leben und ihr Programm selbst gestalten.

Die Einheiten erleben das KaLA aber keineswegs isoliert, sondern tauschen sich stetig miteinander aus. Die Mission des KaLa lautet: «Wir erschaffen einen Ort, der Menschen zusammenbringt, einzigartige Erlebnisse bietet und jeder Person die Möglichkeit gibt, wertvolle Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.»

Damit dies auch reibunsglos geschehen kann, stehen den Pfadis rund 400 Helfende zur Seite. 25 ehrenamtliche Ärztinnen und Ärzte in der «Tatzä»-Praxis sowie die Feuerwehr Jonschwil kümmern sich vor Ort um die Sanität und die Sicherheit. Und damit auch Pfadis aus Familien mit nur kleinem Budget teilnehmen können, steuern Sponsoren, Stiftungen und Spenderinnen zur finanziellen Unterstützung bei. (ddm)

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/pfadilager-der-ostschweiz-2500-pfadis-pilgern-in-jonschwil-art-744857

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