Sie bauen ein Dorf mit eigener Arztpraxis: 2500 Pfadis pilgern nach Jonschwil
Zurzeit erfährt wohl keine Schweizer Gemeinde einen stärkeren Zuwachs als Jonschwil. Auf einen Schlag leben in der Toggenburger Ortschaft 6500 statt 4000 Menschen. Dies jedoch nur für zwei Wochen. Denn vom 12. bis 25. Juli findet das Pfadi-Kantonslager St.Gallen-Appenzell (KaLa) auf einer zehn Hektaren grossen Lagerplatzfläche auf dem Degenau-Areal statt.
Für die meisten Pfadis ist diese Zusammenkunft ein einmaliges Erlebnis. Das letzte KaLa «punktceha» fand 2012 in Niederhelfenschwil statt. Dieses Jahr steht das Pfadilager der Kantone St.Gallen Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden unter dem Motto «Tatzä». Was die Teilnehmenden erwartet, zeigt das «Tatzä»-Faktenblatt.
Bären-«Tatzä» bahnen den Pfadi-Weg vor
Die rund 2500 Pfadis tauchen während 14 Tagen in eine «von sprechenden Bärinnen und Bären bewohnte Märchenwelt ein, in der einst durch Portale verbundene ‹Nachbärschaften› wieder zueinanderfinden.» Die «Tatzä» ist somit von den Bären inspiriert, die in Ostschweizer Wappen häufig vorkommen. Laut Robin Eichmann (Pfadi-Name Jerry) von der Medienstelle zieht sich die Geschichte von sechs Bären, die wieder zueinanderfinden, durch das ganze Lager.
Auf dem Programm stehen gemäss Faktenblatt die klassischen Pfadi-Aktivitäten: Wandern, Geländespiele, Lagerfeuer, Basteln, Wasseraktivitäten und so weiter. Damit ist es aber bei weitem nicht getan. Höhepunkte seien unter anderem ein zentraler Aussichtsturm auf dem Lagerplatz, Besuchstage und die Start- und Schlusszeremonien auf der grossen Bühne.
«Erschaffen Ort, der Menschen zusammenbringt»
Die insgesamt 2500 «Tatzä»-Teilnehmenden werden in 42 Einheiten eingeteilt, die wiederum in vier Alterskategorien organisiert sind: Biber (5-6 Jahre), Wölfe (6-10 Jahre), Pfadis (10-14 Jahre) und Pios (14-17 Jahre). Erstere zwei Gruppen sind einen Tag respektive eine Woche vor Ort, die älteren Mitglieder zwei Wochen, wobei die Pios in einem eigenen Camp leben und ihr Programm selbst gestalten.
Die Einheiten erleben das KaLA aber keineswegs isoliert, sondern tauschen sich stetig miteinander aus. Die Mission des KaLa lautet: «Wir erschaffen einen Ort, der Menschen zusammenbringt, einzigartige Erlebnisse bietet und jeder Person die Möglichkeit gibt, wertvolle Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.»
Damit dies auch reibunsglos geschehen kann, stehen den Pfadis rund 400 Helfende zur Seite. 25 ehrenamtliche Ärztinnen und Ärzte in der «Tatzä»-Praxis sowie die Feuerwehr Jonschwil kümmern sich vor Ort um die Sanität und die Sicherheit. Und damit auch Pfadis aus Familien mit nur kleinem Budget teilnehmen können, steuern Sponsoren, Stiftungen und Spenderinnen zur finanziellen Unterstützung bei. (ddm)
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben





Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.