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Bratwurst, Säuli und eine Kiste voll Überraschungen: Alles Wissenswerte zur Olma 2026

Herbstzeit, Olmazeit: Vom 8. bis zum 18. Oktober flanieren Hunderttausende Menschen durch die Messe für Landwirtschaft und Ernährung in St.Gallen. Hier finden Sie alles Wichtige zur Olma – und einen Rückblick auf prägende Momente.
von Redaktion
Jährlich schlendern Hunderttausende Besucherinnen und Besucher durch das Messegelände. (Bild: Benjamin Manser)
Das traditionelle Säulirennen an der Olma 2025. (Bild: Lorena La Spada)
Mit diesem Plakat wird für die 83. Olma geworben. (Bild: zvg)
Bereits in den ersten Jahren (hier 1944) sind die Degustationsstände beliebte Treffpunkte der Messebesucher. (Bild: Olma-Archiv)
Die Olma-Berichterstattung war 1943 noch deutlich kleiner als in der jüngeren Vergangenheit. (Bild: Tagblatt-Archiv)
(Bild: Michel Canonica)

Die Olma ist das Grossevent des Jahres. Nicht nur im kollektiven Empfinden der Ostschweizerinnen und Ostschweizer, sondern ganz objektiv, gemessen an den Dimensionen und der schieren Strahlkraft der Publikumsmesse. Auf dem Olma-Gelände tummeln sich jährlich Hunderttausende Besucherinnen und Besucher.

Eröffnet wird die Olma traditionell vom Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin. So wird dieses Jahr Guy Parmelin am Donnerstag, 8. Oktober, an der Eröffnung im Theater teilnehmen und anschliessend einen Rundgang durch die Hallen unternehmen. Auf dem Programm steht dabei auch der obligate Besuch im Stall, in dem dem Bundespräsidenten das Olma-Säuli in die Arme gelegt wird. Schon im Jahr 2021 eröffnete Parmelin die Olma und bestand den Säuli-Test mit Bravour.

Unter dem diesjährigen Motto «Olma – und Action!» setzt die Messe auf Mitmachen, Bewegung und Begegnung. Die Olma 2026 schafft neue Erlebnisräume, macht zentrale Themen rund um Landwirtschaft, Ernährung und Gesellschaft erlebbar und bezieht das Publikum noch stärker ein. Ehrengast der diesjährigen OLMA ist der Kanton Schwyz.

Was hält die Olma 2026 bereit? Wo findet welche Sonderschau statt? Wie viel kostet der Eintritt? Und wie wird eigentlich die berühmte Bratwurst hergestellt? Unsere umfassende Übersicht zum Olma-Programm:

Was ist die Olma eigentlich?

Die «Olma – Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung» ist eine seit 1943 jährlich durchgeführte landwirtschaftliche Messe in St.Gallen. Bis 1945 lief die Messe unter dem Namen «Ostschweizerische Land- und Milchwirtschaftliche Ausstellung», zwischen 1946 und 2003 unter «Schweizer Messe für Land- und Milchwirtschaft».

Die Veranstaltung dauert elf Tage, findet seit jeher im Herbst statt und erstreckt sich über das nach ihr benannte Olma-Messegelände in St.Gallen. Sie beginnt jedes Jahr am Donnerstag vor dem «Gallustag» (16. Oktober), dem Festtag des St.Galler Stadtpatrons, dem heiligen Gallus.

Öffnungszeiten

  • Messe: Täglich 9 Uhr - 18 Uhr.
    Messeschluss ist am Sonntag, 18. Oktober, um 18 Uhr.
  • Degustationshallen 4 und 5: Täglich 10:30 Uhr - 19 Uhr.
    Sonntag, 18. Oktober: 10:30 Uhr - 18 Uhr.
  • Herbstjahrmarkt: Waren- und Marktstände sind täglich von 10 Uhr bis 20 Uhr offen.
    Esswarenstände haben von 10 Uhr bis 22 Uhr geöffnet, Fr und Sa bis 22:30 Uhr.
    Für Schaustellerinnen und Schausteller gelten folgende Zeiten: Mo bis Do 11 Uhr bis 22 Uhr, Fr von 11 Uhr bis 22:30 Uhr, Sa 10 Uhr bis 22:30 Uhr und So 10 Uhr bis 22 Uhr.
    Spielzeiten mit Musik: So bis Do 13:30 bis 21:30 Uhr und Fr bis Sa 13:30 bis 21:45 Uhr.
    Der Jahrmarkt schliesst am Sonntag, 18. Oktober, um 19 Uhr.

Was kostet der Eintritt in die Messehallen?

Die Preise für die Tageskarten bleiben im Vergleich zum vergangenen Jahr unverändert. Alle Tageskarten berechtigen zum Eintritt an einem beliebigen Messetag.

Tageskarten
  • Erwachsene: 19 Franken
  • Lernende, Studenten, IV-Bezüger: 14 Franken
  • Kinder und Jugendliche (6 bis 15 Jahre): 11 Franken (Kinderbändel sind kostenlos an allen Kassen und Messeinformationsstellen erhältlich.)
  • Abendkarte, ab 17 Uhr: 13 Franken (einmaliger Eintritt)
  • Olma-Plaza-Kombiticket: 73 Franken (Plättli für zwei Personen inkl. zwei Getränke und zwei Olma-Tageskarten) - nur online erhältlich
  • Wer mit der ganzen Familie anreist (ein bis zwei Erwachsene und maximal vier Kinder unter 16 Jahren), zahlt 48 Franken.

Der Gastkanton und der Umzug durch die Innenstadt

Der Gastkanton Schwyz will unter dem Motto «Schwyz liefert» seine Kulturschätze, einheimische Produkte, Traditionen und Persönlichkeiten präsentieren. Auf die Besucherinnen und Besucher wartet eine Überraschung – wortwörtlich. 100 Kisten liefert Schwyz nach St.Gallen. Im Herzstück des Gastauftritts, der Sonderschau, werden die gelieferten Kisten erstmalig geöffnet. Hier sollen die Gäste dem echten Schwyz begegnen: den Menschen, die dort leben und arbeiten, den Produkten und Geschichten, die den Kanton einzigartig machen.

Rund 120 Tiere werden für die Olma nach St.Gallen gebracht: unter anderem Schwyzer Kühe, Ziegen und Schafe. In der Tierausstellung präsentieren die Schwyzer Bäuerinnen und Bauern ihre schönsten Tiere.

Als Höhepunkt gilt jeweils der Umzug des Gastkantons. Dieser findet am Samstag, 10. Oktober, statt. Der rund 90-minütige Umzug beginnt um 10 Uhr an der Kreuzung der Kornhausstrasse/Vadianstrasse und führt durch die Strassen von St.Gallen bis zum Olma-Gelände. 1300 Schwyzerinnen und Schwyzer nehmen daran teil. 35 Gruppen zeigen Tiere, Volkskultur, Fasnacht und Schwyzer Spezialitäten.

Säulirennen: Ein Publikumsrenner

Das traditionelle Säulirennen an der Olma 2025. (Bild: Lorena La Spada)

Das erste Olma-Säulirennen fand 1997 an der 55. Olma statt und war auf Anhieb ein Publikumsrenner. Seither locken die motivierten und bestens trainierten Rennschweine täglich ab 16 Uhr Tausende von Besucherinnen und Besuchern in die Arena. Die Gaudi ist jedes Mal gross, wenn die Säuli losrennen, um möglichst schnell beim Futtertrog zu sein und dabei spektakuläre Wettkampfszenen zeigen.

Die fünfzehn Tiere werden gut auf ihren grossen Auftritt vorbereitet: Zwei Monate vor dem Start der Messe beginnen sie mit dem Training. Ab diesem Jahr finden diese Trainings zum ersten Mal bei Dominik und Jessica Dörig aus Gossau statt. Fürs Rennen eignen sich übrigens nur Weibchen.

Sonderschauen

Täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr.

  • Olma – und Action: Bei dieser neuen Sonderschau in der Halle 9 treffen Spiel, Sport, Gaming, Bewegung und Begegnung aufeinander.
  • Schweizer Armee: Die Sonderschau in der Halle 9 dreht sich rund um die zentralen Aufgabenbereiche der Schweizer Armee – von Drohnen und Cyber bis zu Fahrzeugen, Logistik und Berufsmöglichkeiten.
  • «Schweiz liefert»: Der Erlebnisstand des Gastkantons in der Halle 9.1B lädt zum Entdecken, Probieren und Mitmachen ein.
  • Produkteschau «Alles Gurkä?!»: Auf dem Aussengelände F9 dreht sich alles um die Gurke. Besuchende entdecken Sorten und Neuheiten, degustieren direkt vor Ort und erfahren spielerisch, wie die Gurke vom Feld ins Glas kommt.
  • Bauernhoftiere hautnah: In der Halle 7 dreht sich alles um Tiere und den Bauernhof. Einerseits beantworten Botschafterinnen und Botschafter der Landwirtschaft sämtliche Fragen zum Thema. Andererseits dürfen Kinder zwischen 6 und 14 Jahren täglich um 9:30 Uhr und 13:30 Uhr Geissli füttern. Alle Informationen dazu finden Sie hier.
  • Olma-Alpkäse-Prämierung: Wer produziert den besten Alpkäse? Die Antwort gibt es am Freitag, 9. Oktober, in der Halle 9.2 von 11 bis 14 Uhr. Nach der Auszeichnung können die prämierten Spezialitäten direkt vor Ort degustiert werden.
  • Tag der Bäuerin: Der Tag der Bäuerin am Donnerstag, 16. Oktober, stellt die Resilienz in den Fokus. Ab 10:30 Uhr diskutieren Gäste über Fragen rund um das Thema und geben Bäuerinnen und Landfrauen praktische Tipps.
  • Battle of Taste Finale: Beim Battle of Taste kann man für seinen Favoriten aus Produktion und Gastronomie stimmen. Am Samstag, 17. Oktober, endet das Voting und die Gewinnerinnen und Gewinner werden live vor dem Säulirennen in der Arena gekürt.

Das ganze Programm mit allen Sonderschauen ist hier zu finden.

Das läuft in der Kantonalbank-Halle

Täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr.

  • «Erlebnis Nahrig»: Unter dem Motto «Klein gepflanzt, gross geliebt» dreht sich alles um die Kartoffel. Das Dorf der «Erlebnis Nahrig» zeigt ihren Weg vom Feld bis auf den Teller – mit Live-Kochstationen, Degustationen, Kartoffelkino für Kinder und feinen Spezialitäten.
  • Olma-Genussmarkt: Von hochwertigen Spezialitäten bis hin zu nachhaltigen Produkten – verschiedene Regionen der Schweiz bieten hier für alle etwas an.
  • Schaubäckerei: Lernende der gewerblichen Bäckerei-Confiserien erschaffen zusammen mit ihren Ausbildnerinnen und Ausbildnern feine Backwaren.
  • Kulinarische Käsevielfalt: Käsefans finden hier eine grosse Auswahl an Schweizer Käse, darunter Emmentaler, Gruyère und Schweizer Alpkäse.
  • «Ei-Dorado»: Wer sich ein Bild von der einheimischen Legehennen-Haltung machen oder einfach nur frisch zubereitete Eier und Eierlikör geniessen will, wird hier fündig.
  • «Brennwerk»: Besucherinnen und Besucher können hier Brände und Liköre von lokalen Destillerien und Manufakturen probieren.
  • Go:Mobilität: Mit Gas, Wasserstoff oder Strom – die Automobilbranche präsentiert ihre Fahrzeuginnovationen.
  • EPFL – Forschung im Ernährungsbereich: Die Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) bringt Forschung zu Landwirtschaft und Ernährung an die Olma und zeigt Projekte zu Pflanzen, Boden und Ernährungssystemen von morgen.
  • Brauchtum hautnah erleben: Mutige zeigen hier ihr Können beim Jodel-Crashkurs oder Volkstanz. Zudem zeigen Handwerkerinnen und Handwerker ihr Talent live.

Das ist auf dem Gelände verboten

Auf der Website des Veranstalters gibt es eine Übersicht dessen, was auf dem Gelände verboten ist:

  • Hunde: Vierbeiner sind weder in den Hallen noch auf dem restlichen Messegelände erlaubt.
  • Rauchen: In allen Hallen und Restaurants des Geländes gilt ein Rauchverbot. Dazu zählen auch E-Zigaretten.
  • Fahrbarer Untersatz: Skateboards, E-Trottinetts, Velos und Roller sind auf dem gesamten Messegelände nicht zugelassen.

Das Olma-Plakat 2026

Mit diesem Plakat wird für die 83. Olma geworben. (Bild: zvg)

Für das Plakat der 83. Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung haben sich die Verantwortlichen erstmals ein Sujet ausgedacht, dass von Beginn an auch für bewegte Formate konzipiert wurde. Im Mittelpunkt stehen zwei Kinder im Sprung vor grünem Hintergrund. Der Gastkanton Schwyz ist ebenfalls Teil des Motivs: Die beiden Kinder tragen originale Schwyzer Werktagstrachten, obwohl sie aus Bauernfamilien in St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden stammen. Der grüne Hintergrund verweist auf den Messeort St.Gallen. Entwickelt wurde es von der St.Galler Alltag Agentur und ging aus einem Designwettbewerb hervor.

Teil des kulinarischen Erbes der Schweiz – so entsteht die Olma-Bratwurst

Die erste Durchführung

Die Versorgungsengpässe während des Zweiten Weltkrieges verschafften den Anliegen der Landwirtschaft und der Landesversorgung brennende Aktualität. 1941 einigten sich Stadt, Kanton und die landwirtschaftlichen Organisationen zusammen mit dem Herbstjahrmarkt darauf, eine Landwirtschaftsausstellung durchzuführen. Die erste Olma fand 1943 statt. Ihr Konzept bestand darin, eine Symbiose aus «Schaustellung von Produkten, belehrender Aufklärung und dem Warenverkauf» zu formen.

Bereits in den ersten Jahren (hier 1944) sind die Degustationsstände beliebte Treffpunkte der Messebesucher. (Bild: Olma-Archiv)

Bereits zwei Jahre davor hatte im Rahmen der Anbauschlacht in der Stadt eine landwirtschaftliche Ausstellung stattgefunden (1942 im Schützengarten und 1943 in der Tonhalle). Bald danach erhielt die Messe grosse wirtschaftliche Bedeutung für die Region St.Gallen und darüber hinaus. Die «Ostschweizerische Land- und Milchwirtschaftliche Ausstellung» erhielt 1946 die bundesrätliche Anerkennung als nationale Messe.

Die Olma-Berichterstattung war 1943 noch deutlich kleiner als in der jüngeren Vergangenheit. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Brand der Halle 7

In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 2000 brannte die legendäre Halle 7 nieder.

(Bild: Michel Canonica)

Bis ins Jahr 2000 war die Halle 7 die Degustationshalle. Sie war besonders am Abend so gut besucht, dass man sich nur sehr langsam in der Menschenmenge fortbewegen konnte. Die Halle und die Verkaufsstände waren vollständig aus Holz gebaut. Daher bestand grosse Brandgefahr.

Die Fluchtwege waren eng und teilweise verwinkelt. Dazu wurde in der Halle viel geraucht, und auf Gasgrills wurden St.Galler Bratwürste zubereitet. Aus Sicherheitsgründen waren daher in der Halle permanent mehrere Feuerwehrleute anwesend und die Auflagen an die Standbetreiber wurden kontinuierlich verschärft sowie die Fluchtwege, wo möglich, verbreitert.

Dies alles konnte das Unglück jedoch nicht verhindern: In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 2000, wenige Stunden nach dem Abschluss der 58. Olma, wurde die Halle mitsamt Inventar ein Raub der Flammen. Trotz des schnellen Eingreifens der Feuerwehr – das Hauptquartier der Berufsfeuerwehr St.Gallen befindet sich keine 100 Meter entfernt – war nichts mehr zu retten.

Glücklicherweise konnte jedoch ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude verhindert werden, und Menschen und Tiere kamen keine zu Schaden. Die Brandursache konnte nie geklärt werden.

Die «Olma Plaza»

Seit 2024 steht an der Jägerstrasse – dort, wo anno dazumal die Halle 7 stand – die «Olma Plaza». Auf dem Freiraum zwischen Jahrmarkt und Messe-Haupteingang sind tagsüber ein Restaurant und Essensstände zu finden, abends dient der Platz als Partyareal mit DJs.

Öffnungszeiten
  • Restaurant: Mo bis Sa: 11:30 Uhr - 23 Uhr, So: 12 Uhr - 18 Uhr, (So, 18.10. bis 16 Uhr)
  • Club: Mo bis Do: 17 Uhr – 24 Uhr (Musikende 23 Uhr), Fr und Sa: 17 Uhr - 1 Uhr (Musikende 24 Uhr), So: geschlossen
    Eintritt: Mo bis Do: kostenlos, Fr und Sa: 12 Franken (ab 18 Jahren)
  • Essensstände: Mo bis Do: 10 Uhr - 22 Uhr, Fr und Sa: 10 Uhr - 22:30 Uhr, So: 10 Uhr - 20 Uhr

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/olma-stgallen-preise-oeffnungszeiten-und-saeulirennen-alle-informationen-art-761555

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