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Obertoggenburger Feldschiessen: Sportliche Tradition und geselliges Treiben in Ehren gehalten

Bei traumhaftem Wetter erfolgte am Freitagabend der Start ins diesjährige Obertoggenburger Feldschiessen. Der Anlass war quasi der «Abschluss» des grössten Schützenfests der Welt.
von Christof Lampart
Urchiges Format, kompetitiver Kampf: Die zahlreichen Schützinnen und Schützen kämpften leidenschaftlich darum, ein möglichst gutes Resultat für sich selbst zu erzielen. (Bild: Christof Lampart)
Der Präsident der Schützengesellschaft Wilhelm Tell Krummenau und OK-Präsident des Obertoggenburger Feldschiessens, Rolf Habegger, hatte schon am Freitagabend gut lachen. (Bild: Christof Lampart)

Das Obertoggenburger Feldschiessen ist jedes Jahr das letzte im Rahmen des Eidgenössischen Feldschiessens. Es ist also quasi der Abschluss des Schützenfests. Denn während der Sportanlass überall im ganzen Land immer Ende Mai in unzähligen Schützenhäusern landauf, landab vonstattengeht, gilt im Obertoggenburg seit dem Jahr 1973 aus zweierlei Gründen eine andere Zeitrechnung. Zum einen wird – mit Rücksicht auf die vielen Landwirte im Obertoggenburg, welche Ende Mai Heuen –, hier das Eidgenössische Feldschiessen jeweils am dritten Augustwochenende geschossen. Und zum anderen wird eine weitere Tradition hochgehalten, die es ohne die Obertoggenburger Schützenvereine schon lange nicht mehr gäbe: nämlich das klassische Feldschiessen.

Trotz Schwierigkeiten gerne organisiert

Letzteres bedeutet für die in diesem Jahr mit der Organisation betraute Schützengesellschaft Wilhelm Tell Krummenau, dass sie in Fronarbeit zuerst einen kompletten Schiessstand samt Zeigerunterstand auf- und nach den drei Tagen wieder abbauen müssen. Der Tradition und der vielen Schützen zuliebe, die bereits am Freitagabend um die Wette eiferten, «machen wir das sehr gerne, auch wenn es immer schwieriger wird, Schützenmeister oder Zeiger zu finden. Aber so lange wir auf so einen Aufmarsch zählen können, wie wir ihn heute erleben dürfen, so machen wir das gerne», erklärt OK-Präsident Rolf Habegger. Bis zum Sonntagnachmittag zählte das Obertoggenburger Feldschiessen über 400 Schützinnen und Schützen. Davon griffen 441 zum Gewehr, 77 zur Pistole, 26 Gäste waren anwesend. Während über 300 Meter im Feldstand Rübach in Krummenau geschossen wurde, massen sich die besten Pistolenschützen im Schiessstand Sandloch in Alt St. Johann.

Erst das Gewehr, dann die Geselligkeit

Auch der gebürtige Rheintaler Ernst Zäch, der im Jahr 1966 als 17-Jähriger das erste Mal an einem Feldschiessen teilnahm, möchte das Obertoggenburger Feldschiessen nicht missen. «Es ist ein schöner Sport und eine Tradition, die mir viel bedeutet, und bei der ich jedes Mal aufs Neue gerne mitmache, auch wenn die Resultate im Alter nicht mehr besser werden», erklärt der sportliche Senior von der Schützengesellschaft Nesslau.

Und natürlich ist bei einem solchen Fest auch die gelebte Geselligkeit nach dem Griff zum Gewehr wichtig. Oder wie ein Herr nach dem Schiessen gut gelaunt für seine Kollegen festhielt: «Jetzt sind wir fertig mit dem Schiessen; jetzt geht’s ab ins Zelt.» Was ganz sicherlich auch im Sinne der Organisatoren ist, denn «der Aufwand, den wir betreiben ist schon gross, da hilft es, wenn nicht nur das Wetter stimmt, sondern auch die Leute gerne noch ein bisschen im Festzelt sitzen bleiben», weiss Rolf Habegger. Und schon setzt sich eine weitere Gruppe talabwärts, Richtung Festzelt, in Bewegung, während im Feldstand die nächsten Schützen ihre Plätze einnehmen. Nach dem Schuss ist nun einmal vor dem nächsten Schuss.

Der Präsident der Schützengesellschaft Wilhelm Tell Krummenau und OK-Präsident des Obertoggenburger Feldschiessens, Rolf Habegger, hatte schon am Freitagabend gut lachen. (Bild: Christof Lampart)

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/obertoggenburger-feldschiessen-startet-bei-traumwetter-art-751761

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