«Obergrenze bei Ticketkosten erreicht»: So läuft der Countdown fürs Open Air St.Gallen
Wie laufen die Vorbereitungen?
Nora Fuchs: Die Aufbauarbeiten haben bereits vor zwei Wochen begonnen. Wir kommen gut voran, bisher verläuft alles nach Plan. Das trockene Wetter spielt uns in die Karten. Auch bezüglich der Suche nach Helferinnen und Helfern sind wir wie letztes Jahr schon gut unterwegs.
Kings of Leon sagten 2025 kurzfristig ihren Auftritt ab. Holen sie die Live-Show dieses Jahr spontan nach? In Europa unterwegs wären sie während des OASG zumindest.
Nein, von einem Überraschungsauftritt wissen wir nichts. Und wenn, dann würden wir es nicht verraten.

Dürfen die Besucherinnen und Besucher mit sonstigen Überraschungen, wie es Lewis Capaldi letztes Jahr eine war, rechnen?
Eher in Bezug auf das Gelände. Wir haben ein paar neue Sachen ausgetüftelt. Die Sitterbühnen-Abdeckung wird dieses Jahr anders. Zudem gibt es bei der Sternenbühne eine neue Bar, die «Vega-Bar». Auch der VIP-Bereich wird aufgefrischt. Vorn gibt es eine Tribüne, von der aus man die Konzerte noch besser sehen kann, während man hinten in Ruhe Gesprächen frönt. Die «Casa Bacardi» wird ausserdem vom «Ice Club» ersetzt.
Es gibt eine neue Bühne, auf der Akustik-Songs im Vordergrund stehen. Geht ruhige Musik nicht unter im ganzen Trubel?
Bei der «Campo Stage» soll ein neuer Treffpunkt entstehen, wo sich die Menschen bei gemütlichen Klängen zurückziehen können. Mit dieser neuen Area bieten wir zusätzlich Schweizer Sängern und Songwriterinnen zehn Slots übers Festival verteilt. So entsteht mit den Auftritten der St.Galler Kantonalbank und Cuisine sans frontières eine neue Oase am Festival.
Das Angebot fürs Comfort Camping ist schon lange ausverkauft. Hatten Sie damit gerechnet, dass so viele am OASG auf Komfort setzen?
Das Angebot war nach nur einem Wochenende ausverkauft. Letztes Jahr dauerte es etwas länger. Die Zelte befinden sich halt an optimaler Lage und man spart sich so den Stress des Zeltaufbaus. Gleichzeitig handelt es sich um ein limitiertes Angebot, sodass genügend Platz für normale Zelte bleibt. Wir wollen, dass die Balance stimmt.
Rund vier Wochen vor Festivalbeginn sind noch Tickets in allen Kategorien verfügbar. Das war auch schon anders. Wie läuft der Ticketverkauf?
Wir sind sehr zufrieden, über die letzten Wochen hat die Dynamik nochmals stark angezogen. Vor rund zwei Wochen durften wir bekanntgeben, dass 80 Prozent der Viertagespässe weg sind. Das ist nach wie vor die beliebteste Kategorie. Das freut uns, denn wir wollen, dass die Leute vier Tage fernab des Alltags geniessen. Aber auch die VIP-Tickets werden bereits knapp. Beim Eintagespass haben wir im Vorverkauf den Hype um Zara Larsson, die am Sonntag auf der Sitterbühne spielt, stark gemerkt.
In der neuen Kategorie Youth Ticket, bei der Personen mit den Jahrgängen 2013-2010 den halben Preis bezahlen, wurden unsere Erwartungen übertroffen. Damit möchten wir ein jüngeres Publikum ansprechen. Wenn wir 15 Prozent Newcomer am Festival haben, sind wir zufrieden. Aber wir vergessen deshalb das ältere, treue Publikum nicht. Das OASG ist generationenübergreifend – das macht es aus.
Hat man denn überhaupt noch die Erwartung, ein ausverkauftes Festival zu verkünden?
Das ist immer noch das grosse Ziel. Es wäre falsch zu sagen, dass dies keine Rolle mehr spielt. Wir entwickeln das Festival stetig weiter – gerade die Experience hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Kosten steigen und auch das Sponsoring ist eine Herausforderung. Bei den Ticketkosten haben wir die Obergrenze erreicht, an der wir möglichst festhalten möchten. Deshalb ist der Ticketverkauf natürlich wichtig. Wir haben bereits in den letzten Jahren festgestellt, dass sich Leute bei gutem Wetter kurzfristig für einen Festivalbesuch entscheiden. Das wird vermutlich wieder so sein. Sobald in der Stadt die Fahnen aufgehängt sind, steigt die Vorfreude aufs Festival.
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