Norweger spendet der HSG 23,75 Millionen Franken für Fonds zur Spitzenförderung
Die HSG hat eine der grössten Einzelspenden in ihrer 128-jährigen Geschichte erhalten: Der norwegische Finanzunternehmer und HSG-Alumnus Christen Sveaas stiftet der HSG Foundation 23,75 Millionen Franken. Rektor Manuel Ammann gab dies am diesjährigen «Dies academicus» am Freitag bekannt.
Die Spende von Sveaas kommt der Universität St.Gallen auf zwei Arten zugute: Nach dem Vorbild privater US-amerikanischer Hochschulen werden 20 Millionen Franken als Ankerspende für den Aufbau eines sogenannten Endowments verwendet. Zusätzlich trägt ein Förderbeitrag von 3,75 Millionen Franken massgeblich dazu bei, dass das 2025 lancierte «HSG Best Talents Programme» in den kommenden Jahren weitergeführt werden kann, wie die HSG in ihrer Mitteilung schreibt.
Mitglied des Beirats und Ehrensenats der HSG
Christen Sveeas stiftet das Geld über seine AS Holding, die Muttergesellschaft von Kistefos AS, einer privaten Investmentgesellschaft. Die 1956 gegründete Gruppe mit Sitz in Oslo verwaltet ein breit gefächertes Portfolio mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen und konzentriert sich hauptsächlich auf Investitionen in Europa. Sveaas, der im Juni 70 wird, hat in den 1980ern an der HSG studiert und ist ihr seither verbunden geblieben, wie es in der Mitteilung heisst. Es sei ihm «ein grosses Anliegen, seiner Alma Mater etwas zurückzugeben, sowohl in finanzieller als auch in ideeller Hinsicht». So vergibt er seit Jahren Stipendien an junge Norwegerinnen und Norweger, die an der HSG studieren wollen. Seit 2018 ist Sveaas zudem Mitglied des HSG-Beirats und seit 2025 Mitglied des Ehrensenats.
Sveeas gilt als einer der bedeutendsten Kunstsammler und Mäzene Norwegens, bekannt geworden namentlich mit dem Industriemuseum und Skulpturenpark Kistefos, den er bei Jevnaker nördlich von Oslo auf dem Gelände der früheren Zellstofffabrik seiner Familie eingerichtet hat. Nebst dem Kunsthaus Zürich unterstützt er in der Schweiz auch die HSG mit Kunstbeiträgen: So spendete er die markante Skulptur «Ourea» von Tony Cragg vor dem Square auf dem HSG-Campus Rosenberg.
Aufbau eines Endowments an der HSG
20 Millionen der Spende von Christen Sveaas bilden nun den Grundstock für einen Zukunftsfonds der HSG, ein sogenanntes Endowment, das dank Kapitalerträgen und Zinsen aus langfristigen Anlagen «Generationen von Studierenden zugutekommen» soll. Sveaas selbst wolle laut der Mitteilung mit diesem Schritt «auch andere HSG-Verbundene dazu animieren, mitzuhelfen, ein ertragreiches Endowment aufzubauen.» Ein Investment Committee entscheidet über die Anlagestrategie des Endowments mit dem Ziel, eine möglichst hohe Rendite zu erreichen. Die Erträge werden der HSG helfen, die Exzellenz der Universität dauerhaft zu sichern und Investitionen in Initiativen ermöglichen, die über die staatliche Grundfinanzierung und den Leistungsauftrag hinausgehen.
«Wir sind Christen Sveaas zu grossem Dank verpflichtet», sagt Rektor Manuel Ammann. «Er hat als Vorreiter den Grundstein für das Endowment gelegt. Dank solcher privaten Engagements werden wir unsere hochgesteckten Ziele erreichen können.» Das primäre Ziel, die «beste Wirtschaftsuni Kontinentaleuropas» zu werden, hat jüngst kritische Fragen nach der Fokussierung der HSG aufgeworfen. Auf ihrer Stiftungs-Website (HSG Foundation) erklärt die HSG den Hintergrund des Endowments und weist unter den «häufig gestellten Fragen» die Befürchtung einer künftig spendenfinanzierten Privat-Uni zurück: «Es geht nicht um Privatisierung, sondern darum, langfristig mit internationalen Top-Universitäten konkurrenzfähig zu bleiben.» Die HSG werde dem mit dem Staatsbeitrag von 72 Millionen Franken vereinbarten öffentlichen Auftrag in Bildung, Forschung und Wissenstransfer im Dienst von Gesellschaft und Wirtschaft unverändert nachkommen, heisst es.
15 Best Talents für zehn Jahre gesichert
Zusätzlich fördert Christen Sveaas’ Kistefos AS mit einem Beitrag von 3,75 Millionen Franken das im vergangenen Jahr begonnene Exzellenz-Stipendienprogramm «HSG Best Talents». Das Programm soll es laut der HSG ermöglichen, jährlich bis zu 45 der motiviertesten Masterstudierenden aus der Schweiz und Europa nach St.Gallen zu holen, um sie gezielt zu fördern und zu fordern. Dank dem «Kistefos Best Talents Scholarship» seien in diesem Programm 15 Plätze für die nächsten zehn Jahre garantiert.
«Mein Studium in St.Gallen hat mir Türen geöffnet», lässt sich Christen Sveaas, der am diesjährigen «Dies» nicht anwesend war, zitieren. «Mit meiner Unterstützung des HSG Best Talents Programme gebe ich jungen Talenten die Chance, sich zu den verantwortungsvollen Führungspersönlichkeiten zu entwickeln, die wir in Zukunft brauchen werden.»
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