Die neue Säntisbahn fährt bereits – im Massstab 1:25
Bereits vor der Inbetriebnahme der neuen Säntisbahn können Besucherinnen und Besucher auf der Schwägalp einen ersten Blick auf sie werfen, und zwar im Massstab 1:25. Eine detailgetreue Modell-Seilbahn der Firma Stokys Metallbaukästen zeigt die neue Säntisbahn mit Tal- und Bergstation, Zwischenstütze und Kabinen. Das Modell misst rund fünf Meter in der Länge, 2,5 Meter in der Höhe und 90 Zentimeter in der Breite.
Den Anstoss für das Projekt gab ein Mitarbeiter von Stokys, der gleichzeitig Aktionär der Säntis-Schwebebahn AG ist und an der Generalversammlung 2025 über den bevorstehenden Neubau der Säntisbahn informiert wurde. Stokys hatte bereits Modellprojekte mit der Stanserhorn-Cabriobahn sowie den Pilatusbahnen umgesetzt. Deshalb entstand die Idee, auch die neue Säntisbahn als Modell nachzubauen.
«Die Begeisterung für die Idee war gross», heisst es in einem Beitrag auf der Website der Säntis Schwebebahn AG. Ziel war es, das Projekt bereits vorab den Gästen auf der Schwägalp präsentieren zu können. Die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher seien durchweg positiv. Viele verfolgen die fahrenden Kabinen fasziniert und erinnern sich dabei an ihre eigenen Erfahrungen mit den Stokys-Baukästen.

Von den Originaldaten zum Modell
Für Stokys stand dabei nicht nur die Bahn selbst im Mittelpunkt, wie es im Beitrag weiter heisst. Das Projekt sollte auch zeigen, welche Möglichkeiten moderne Modellbau-Techniken heute bieten. Die Kombination von klassischen Stokys-Bauelementen, 3D-Druck und Elektronik demonstriert, wie kreative Ideen umgesetzt werden können. Gleichzeitig soll die funktionierende Modell-Seilbahn Kinder, Jugendliche und Erwachsene dazu inspirieren, selbst zu konstruieren, zu tüfteln und eigene Projekte zu realisieren.
Damit die Modellbahn möglichst exakt nachgebildet werden konnte, arbeitete Stokys eng mit dem Seilbahnunternehmen Garaventa zusammen. Bei einem Besuch in Arth-Goldau wurden die ersten Grundlagen besprochen und bestehende Modellprojekte vorgestellt. Für die Kabinen, die Zwischenstütze und die Seilschuhe stellte Garaventa originale 3D-Daten zur Verfügung. Die Tal- und Bergstation mussten hingegen anhand von Skizzen modelliert werden, da die endgültigen Pläne zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig vorlagen.
Anschliessend begann die digitale Konstruktion. Mit der Software Autodesk Inventor wurden die einzelnen Bauteile entwickelt und laufend mit dem Team abgestimmt. Gleichzeitig wurden die technischen Funktionen der Modellbahn definiert. Schliesslich sollte die Bahn nicht nur optisch überzeugen, sondern auch fahren.
Besonderes Augenmerk galt der Kabine. Diese wurde im 3D-Druckverfahren hergestellt und verfügt über funktionierende Schiebetüren, die sich automatisch öffnen und schliessen. Auch die Zwischenstütze wurde mit grosser Detailtreue nachgebildet, inklusive beweglichem Klapppodest für den alpinen Zwischenausstieg.

Eine weitere Besonderheit ist die Steuerung der Bahn. Stromversorgung und Datenkommunikation erfolgen über die Tragseile – ähnlich wie bei der Seilbahnanlage. Insgesamt sorgen vier Mikroprozessoren dafür, dass sämtliche Funktionen zuverlässig gesteuert werden können.
Herausforderungen während des Baus
Wie bei einem echten Bauprojekt verlief auch der Modellbau nicht ohne Anpassungen. Eine der grössten Herausforderungen war die Seilführung. Im ursprünglichen Massstab hätte die Stütze deutlich breiter ausfallen müssen. Aufgrund der verkürzten Distanz zwischen Tal- und Bergstation verliefen die Tragseile jedoch nicht ausreichend parallel und sprangen aus den Führungen. Die Lösung bestand darin, die Stützenbreite anzupassen. Dadurch wurde das Modell zwar leicht vom ursprünglichen Massstab abweichend, funktionierte dafür technisch einwandfrei.

Komplex war auch die Entwicklung der Stromversorgung für die Kabinen. Da Strom und Daten über die Tragseile übertragen werden, musste ein spezielles Laufwerk mit Schleifbürsten entwickelt werden. Zudem wurden das Gehänge und verschiedene Komponenten mehrfach überarbeitet, um Elektronik und Verkabelung optimal integrieren zu können.
Insgesamt steckte das Team rund 1200 Stunden und viel Know-how in das Modell aus Stokys und 3D-Druck. Für die Säntis-Schwebebahn AG und die Gäste ist er eine perfekte Ergänzung zur Baustellen-Führung. (pd)
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