«Möchte wieder mehr für das Volk da sein»: Bruno Schweizer ist neuer Gemeindepräsident von Neckertal
«Ich fühle mich sehr gut und bin erleichtert. Ich habe eine riesige Freude, aber natürlich auch Respekt vor dem Amt.» Das sagte der frischgebackene Neckertaler Gemeindepräsident Bruno Schweiner am Telefon. Um etwa 12.40 Uhr am Sonntag stand fest, dass sich der SVP-Kantonsrat gegenüber seinem Kontrahenten Michael Ledergerber (Die Mitte) durchgesetzt hat.
Bruno Schweizer holte sich 1538 Stimmen, bei Michael Ledergerber setzten 1180 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Kreuz. Das Interesse an der Ersatzwahl war ungemein hoch: Die Stimmbeteiligung lag bei 60,75 Prozent. Vergangene Wahlen für das Gemeindepräsidium erreichten jeweils eine Stimmbeteiligung von knapp 50 Prozent.
Schweizer hätte nicht mit einem solch klaren Ergebnis gerechnet: «Je näher der Wahltermin gekommen ist, desto mehr habe ich gezweifelt, ob es reicht.» Er habe sich Chancen ausgerechnet, sei aber keineswegs siegessicher gewesen.

«Bin nicht der, der die Gemeinde komplett umkrempeln will»
Während des Wahlkampfs befinde man sich immer etwas in einer Bubble, sagt Bruno Schweizer. Es seien ganz viele auf ihn zugekommen, die ihm Glück wünschten und ihre Stimme versprachen. «Aber man merkt auch, dass da noch ganz viele andere sind, die einem ja nicht direkt sagen, dass sie Michael wählen.» Auch aufgrund der eingegangenen Leserbriefe habe Schweizer das Stimmungsbild als ausgeglichen empfunden. Umso mehr sei er dankbar für alle, die ihn während des Wahlkampfs unterstützt und ihr Kreuz gesetzt haben.
Bruno Schweizer wird den amtierenden Gemeindepräsidenten Christian Gertsch am 1. Januar 2027 beerben – ein Wechsel von der SP hin zur SVP. Trotzdem sagt Schweizer: «Ich bin sicher nicht der, der im ersten Jahr kommt und die Gemeinde komplett umkrempeln will.»

Doch er habe während des Wahlkampfs von mehreren Leuten gehört, dass sie sich wieder mehr Unterstützung der Gemeinde für die Bevölkerung wünschten. «Ich möchte, dass der Gemeinderat und ich als Gemeindepräsident wieder mehr für die Neckertaler Bürgerinnen und Bürger da sind», sagt Schweizer. Wenn zum Beispiel das Bedürfnis eines runden Tisches da sei, dann werde es auch einen solchen geben, egal zu welchem Thema. Schweizer spielt auf das Flüchtlingszentrum Auboden an, bei dem sich die Anwohnenden mehr Kommunikation und Austausch seitens der Gemeinde wünschten.
Thema Gemeindepräsident nach zwei Versuchen abgehakt
Auch Michael Ledergerber nahm am Telefon Stellung zum Wahlergebnis. «In den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, auch wenn es knapp wird, dass es eigentlich reichen müsste», sagt Ledergerber. Umso mehr sei er enttäuscht. Er hätte erwartet, dass der Unterschied an Stimmen nicht so gross sein würde. Dennoch zeigten die 1180 Stimmen, die Ledergerber holte, dass ein wesentlicher Teil der Bevölkerung die Arbeit des Gemeinderats schätze und für gut befunden habe.

Ledergerber, der sich bereits 2022 zur Wahl für das Gemeindepräsidium stellte und seither im Neckertaler Gemeinderat tätig ist, habe bereits mit Bruno Schweizer telefoniert und ihm zum Wahlsieg gratuliert. «Ich habe ihm viel Erfolg und Zufriedenheit in seiner Arbeit und der verantwortungsvollen Aufgabe gewünscht, die auf ihn wartet», sagt Ledergerber.
Zudem habe er Schweizer zugesichert, dass er sicher bis zum Ende der Amtsdauer Ende 2028 dem Gemeinderat erhalten bleibe und seine Fähigkeiten zur Verfügung stelle. Ledergerber sagt: «Das Amt macht mir nach wie vor Spass und ich bin geeignet für diese Tätigkeit.»
Ob das Thema Gemeindepräsidium nach zwei erfolglosen Wahlen für ihn nun abgehakt sei? «Auf diese Frage habe ich gewartet», sagt Ledergerber und lacht. Schon am Samstag an einem Anlass in Mogelsberg sei ihm diese Frage gestellt worden. «Nach zwei Nichtwahlen sollte man merken, dass man nicht gewünscht ist. Ich denke, zu diesem Zeitpunkt ist das Kapitel abgeschlossen für mich.»
Michael Ledergerber und Bruno Schweizer treffen sich mit ihrem Anhang und der Bevölkerung um 16 Uhr zu einem Apéro in Brunnadern. Anschliessend zieht der neue Neckertaler Gemeindepräsident für eine separate Wahlfeier weiter ins Restaurant Frohwies im Bächli Hemberg.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben








Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.