Nachtzug via Buchs soll bleiben: SVP-Kantonsräte lehnen Petition der Grünen ab
Seit Juni und noch bis Mitte Oktober fahren die Nachtzüge aus Zürich nach Wien und Zagreb nicht über Sargans und Buchs, sondern über Winterthur und St.Gallen. Die baustellenbedingte Umleitung entspreche einem Bedürfnis und stärke die ganze Ostschweiz, meinen die Grünen der Städte St.Gallen und Winterthur. Sie haben vergangene Woche eine Petition an die SBB und das Bundesparlament lanciert, um die beiden Nachtzüge dauerhaft auf dieser Strecke zu führen.
Allein schon wegen des gut zehnfach höheren Fahrgastpotenzials in den grösseren Agglomerationen dürfte die Petition weit über grüne Kreise hinaus Anklang finden. Umso besorgter sind drei SVP-Kantonsräte aus dem Werdenberg, die mit einer Interpellation von der St.Galler Regierung Gegensteuer erwarten: «Hände weg vom Nachtzug in Buchs.»
Bundesrat bestätige Buchs, ÖBB bauten aus
Mit der Forderung der Grünen würden Sargans und Buchs ihre heutigen Direktverbindungen verlieren. «Dagegen wehren wir uns», erklären SVP-Fraktionschef Sascha Schmid und seine Ratskollegen Peter Gabathuler und Mirco Rossi. «Buchs und das Werdenberg dürfen bei der internationalen Bahnanbindung nicht aufs Abstellgleis geraten.»
Die Führung über St.Gallen sei nur eine temporäre Baustellenlösung und die Faktenlage klar, halten die Interpellanten fest. Der Bundesrat habe die Frage einer dauerhaften Verlagerung bereits 2022 in seiner Antwort auf die Interpellation von Franziska Ryser (Grüne) im Nationalrat beurteilt. Er habe festgestellt, dass die internationalen Züge «seit jeher über Sargans und Buchs» geführt werden und die Trassierung mit Österreich abgestimmt und im Netznutzungsplan gesichert worden sei.
Gleichzeitig investierten die ÖBB umfassend in die Strecke Feldkirch–Buchs und bezeichneten sie als Schlüsselachse für den internationalen Personenfern-, Nah- und Güterverkehr zwischen Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Auch die SBB planen gemäss ihren bisherigen Aussagen keine dauerhafte Änderung der Route, schreiben die SVP-Kantonsräte in einer Medienmitteilung. Zudem weisen sie auf die verlängerte Reisezeit hin, wenn die Züge über St.Gallen und Winterthur geführt werden.
Regionen nicht gegeneinander ausspielen
Buchs sei der internationale Bahnknoten einer ganzen Grenzregion, betonen die Interpellanten. Das Werdenberg, das Sarganserland und der Wirtschaftsraum mit Liechtenstein seien auf diese Verbindung angewiesen. «Besonders irritierend» ist aus Sicht der SVP-Kantonsräte, «dass ausgerechnet von grüner Seite» eine bestehende ÖV-Verbindung einer anderen Region infrage gestellt werde. «Wer beim Strassenverkehr regelmässig gegen einen weiteren Ausbau argumentiert und die Verlagerung auf die Schiene fordert, sollte nicht gleichzeitig versuchen, einer anderen Region eine bewährte internationale Bahnverbindung wegzunehmen.» Es dürfe beim ÖV nicht darum gehen, dass sich die Regionen gegenseitig Verbindungen wegnehmen.
Zwar sei eine bessere internationale Anbindung von St. Gallen zu begrüssen, meinen die Interpellanten. Doch dürfe diese nicht auf Kosten der bestehenden Verbindung über Sargans und Buchs erfolgen. Sie fordern deshalb die St.Galler Regierung auf, sich bei Bund, SBB und den internationalen Partnern für den Erhalt der Nachtzugverbindungen über Sargans–Buchs–Feldkirch einzusetzen.
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