Zwei Jugendliche fahren mit dem Tandem von Oberhelfenschwil an den Gardasee
Der Gardasee – der grösste See Italiens – ist für Schweizerinnen und Schweizer ein Sehnsuchtsort. Wenn man den Weg über die Autobahn nimmt, ist man in wenigen Stunden dort. Auch Nick Ammann möchte seine Ferien dort verbringen, allerdings wählt er eine etwas unkonventionellere Art zu reisen.
Gemeinsam mit seinem Freund Emanuel Itten fährt der 17-Jährige mit dem Tandem von Oberhelfenschwil bis zum Gardasee. Die Idee dazu kam ihm ganz spontan, als er bei der Arbeit gerade am Znüniessen war und über sein nächstes Ferienziel nachdachte. Ammann fährt gern Velo. «Deshalb bin ich auf die Idee mit dem Tandem gekommen. Ich dachte, es wäre bestimmt lustig, damit einmal eine längere Tour zu unternehmen.» Glücklicherweise hatte Itten spontan Lust, ihn zu begleiten.

Spontan statt minutiös geplant
Da Ammann noch keinerlei Erfahrung mit Tandems gesammelt hatte, machte er mit seiner Schwester eine Testfahrt am Bodensee. Ansonsten steckte er nicht viel Vorbereitung in die Tour – so spontan, wie es zu dem Vorhaben kam, so spontan planen die Reisenden. Am Sonntag, 19. Juli, startete das Experiment schliesslich. Voll gepackt und voller Vorfreude begaben sich die beiden Freunde auf die Reise.
Mit einem Zelt im Gepäck übernachteten sie dort, wo es ihnen gerade passte. Mal waren sie um einen Unterstand froh, mal schliefen sie in Schlafsäcken unter freiem Himmel. Ähnlich ging es auch bei der Wahl der Route zu: Zwar legten sie sich eine grobe Route im Kopf zurecht, sie wichen aber auch hier ab, vertrauten auf Google Maps oder orientierten sich an den Wegweisern.
Trotz Pedalpanne auf Kurs
Bereits am ersten Tag, kurz nach Walenstadt, kam es zu einem kleinen Malheur. «Das hintere Pedal beim Tandem ist abgefallen», sagt Ammann. Kurz kam der Gedanke auf: Müssen wir jetzt umkehren? «Wir entschieden uns weiterzufahren.» Es sollte die richtige Entscheidung bleiben: Etwa fünf Kilometer später konnten sie das Pedal bei einem Bauernhof wieder anbringen.
Auch über zwei Bergpässe radelten Ammann und Itten: über den Flüelapass und den Ofenpass. Letzterer ist bisher die Lieblingsstelle von Ammann. Sowohl den Auf- als auch den Abstieg empfand er als schön. «Mit ein paar Pausen ist es gut gegangen, wir mussten nie schieben», sagt Ammann.
Als diese Zeitung mit Ammann sprach, fuhren die zwei gerade durch Terenten in Italien, über dem Pustertal. Damit sind sie noch 85 Kilometer von ihrem Ziel entfernt. Viel Zeit dürfte die letzte Etappe nicht mehr beanspruchen – wenn das Wetter weiterhin mitmacht.
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