Listerien-Käse aus der Ostschweiz: Rückruf jetzt auch in Zürich, Basel und Luzern
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat am Dienstag eine öffentliche Warnung herausgegeben. Betroffen sind die Minibries Marroni, Knoblauch, Steinpilz und Chili der Gossauer Eberle Spezialitäten AG. In den Produkten seien Listerien nachgewiesen worden, eine Gesundheitsgefährdung könne nicht ausgeschlossen werden. Das BLV empfiehlt, die Käse nicht zu konsumieren.
Bereits am Montagabend hatte die Migros Ostschweiz die Sorten Chili, Steinpilz und Knoblauch vorsorglich zurückgerufen. Am Dienstag kam der Minibrie Marroni dazu, der bei Coop verkauft wurde. Inzwischen hat die Migros den Rückruf auf neun Weichkäse ausgeweitet, und zwar unabhängig vom Verbrauchsdatum. Damit reicht er über die Ostschweiz hinaus: Einzelne Produkte wurden auch in Filialen der Migros Zürich, Basel, Luzern und Aare verkauft. Betroffen sind folgende Käse:
Diese Produkte werden zurückgerufen
Minibrie Knoblauch 150 g
Minibrie Steinpilz 150 g
Minibrie Chili 150 g
Brie Chili ½
Brie Trüffel ½
Bonaparte Rahmweichkäse
AdR Ostschweiz Brie
Mini Brie Chili 150 g
Mini Brie Trüffel 150 g
Mini Brie Schnittlauch 150 g
Minibrie Marroni, Charge 146434, Verbrauchsdatum 25.11.2026
Rahmweichkäse Nature, Chili und Grüner Pfeffer, Mindesthaltbarkeit 13.11. bis 4.12.2026
Sandwich Brie, Bonaparte Nature, Bonaparte Pfeffer, Bonaparte Chili
Auch Thurgauer Käserei betroffen
Ebenfalls am Dienstag hat die Strähl Käse AG aus Siegershausen einen Rückruf gestartet. Bei eigenen Kontrollen seien Hinweise auf Listerien festgestellt worden, schreibt das Unternehmen. Zurückgerufen werden der Sandwich-Brie sowie die Sorten Bonaparte Nature, Pfeffer und Chili. Andere Käsesorten seien nach aktuellem Kenntnisstand nicht betroffen, da sie einen anderen Produktionsprozess durchlaufen.
Ausgelöst wurde der Rückruf durch einen Laborbefund, den Strähl am Freitagabend erhalten hatte. Er betraf Minibries, die als Halbfabrikat an einen Kunden geliefert worden waren. Um welchen Kunden es sich handelt, schreibt das Unternehmen nicht. Daraufhin liess Strähl weitere Produkte untersuchen: In Mustern wurden Spuren von Listerien-DNA gefunden. Der definitive Laborbefund steht noch aus.
Ein Grossteil der Ware sei gar nicht in den Verkauf gelangt, schreibt Strähl. Das Unternehmen habe die Bestände gesperrt und einen Lieferstopp verfügt. «Unsere eigene Qualitätssicherung hat die Auffälligkeiten festgestellt. Wir haben daraufhin unverzüglich reagiert», wird Inhaber und Geschäftsführer Peter Strähl zitiert. Krankheitsfälle seien keine bekannt. Strähl steht im Austausch mit dem Kantonalen Laboratorium Thurgau und klärt ab, wie es zur Kontamination kommen konnte.
Gefahr für Schwangere und Ältere
Bei Personen mit intaktem Immunsystem verläuft eine Listerien-Infektion laut BLV meist mild oder sogar ohne Symptome. Gefährlich ist sie für Neugeborene, Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und immungeschwächte Personen: Bei ihnen können schwere, teils tödliche Verläufe auftreten. Bei Schwangeren kann eine Infektion zu einer Fehlgeburt führen. Wer eines der Produkte gegessen hat und unsicher ist, soll ärztlichen Rat einholen.
Die betroffenen Käse können in der Verkaufsstelle zurückgebracht werden, der Kaufpreis wird zurückerstattet. (pd/ame)
Copyright © 2026 by Vaduzer Medienhaus
Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung.

