«Sparübungen auf dem Buckel der Landwirtschaft»: St.Galler Bauernverband wehrt sich gegen Kürzungen
Im Zuge des Entlastungspakets 2026 plant die St.Galler Regierung eine Reduktion der Staatsbeiträge für Landwirtschaft von jährlich knapp einer Million Franken. Dies lehne der St.Galler Bauernverband klar ab, schreibt er in einer Medienmitteilung: «Zum wiederholten Mal möchte der Kanton Sparübungen auf dem Buckel der Landwirtschaft vornehmen.»
Das Sparvorhaben sieht eine Streichung von 500'000 Franken von Beiträgen für regionale Biodiversität und Landschaftsqualität (BrBL) vor. Damit entfallen der Landwirtschaft laut Medienmitteilung gleichzeitig kofinanzierte Beiträge vom Bund in der Höhe von 4,7 Millionen Franken. Für den Bauernverband sei das Vorgehen unverständlich. «Der Bund stellt finanzielle Mittel zur Verfügung, welche aber infolge Sparübungen des Kantons nicht abgeholt werden können.»
Da es sich um neue, freiwillige Massnahmen handelt, verliere vor allem die Biodiversität. Aber auch die Glaubwürdigkeit gehe verloren. «Es werden Massnahmen bestellt, aber nicht bezahlt.»
Sparpläne treffen Berglandwirtschaft doppelt
Weiter möchte die Regierung Beiträge für Strukturverbesserung kürzen. Dieses Geld fehle den Bauernfamilien für die Sicherung ihrer Existenzgrundlage. Es sei heute schon so, dass die Sanierung von Gebäuden im Hügel- und Berggebiet viele Bauernfamilien und Ortsgemeinden finanziell vor grosse Herausforderungen stellt.
Die gezielte finanzielle Unterstützung durch Bund und Kanton trage dazu bei, die Bewirtschaftung dieser Flächen langfristig zu sichern. Ein Abbau der Kantonsgelder in diesem Bereich führe zusätzlich zu einer Kürzung von Bundesmitteln. In der Verordnung zu den Strukturverbesserungen sei nämlich geregelt, dass die Gewährung von Finanzhilfen durch den Bund einen Kantonsbeitrag bedingt. Fehle dieser, können die Bundesgelder nicht ausgelöst werden. Gerade in diesem trockenen Sommer sei jedoch bewusst geworden, wie wichtig gut erschlossene Alpen sind, um Berggebiete im Notfall mit Trinkwasser aus dem Tal versorgen zu können.
Mit der geplanten Streichung der Beiträge an die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete sowie an die St.Galler Gemeindeviehschauen verkenne die Regierung zudem die Leistungen der Bergbauernfamilien und Viehhalter. «Gelebte Traditionen werden gerne zum Anlass genommen, um für den Kanton zu werben. Geht es jedoch um eine symbolische Unterstützung, zeigt sich die Regierung knausrig», schreibt der Bauernverband. (pd/hol)
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