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Kirchberg und Neckertal-Degersheim sind auf Aufstiegskurs – doch es gibt einen Haken

Im letzten Sommer konnten der FC Neckertal-Degersheim und der FC Kirchberg den Sturz in die 4. Liga nicht verhindern. Fünf Monate später sieht die Welt wieder besser aus. Die Teams belegen in der Gruppe 8 die Plätze 1 und 2.
von Beat Lanzendorfer
Für Kirchberg-Trainer Dave Obrist und seinen Assistenten Andi Hollenstein, von links, endete die insgesamt erfolgreiche Vorrunde mit einer Enttäuschung. (Bild: Beat Lanzendorfer)
Cheftrainer Domenico Troccoli und Assistent Salvatore Tolino, von rechts, überwintern mit Neckertal-Degersheim in der 4. Liga auf Platz 1. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Entweder für Kirchberg oder für Neckertal-Degersheim wird die Saison mit einer Enttäuschung enden. Nachdem beide am Ende der letzten Spielzeit abgestiegen sind, belegen sie nun in der Gruppe 8 der 4. Liga nach Ablauf der Vorrunde mit respektablem Vorsprung auf die übrigen Konkurrenten die Plätze 1 und 2. Aufsteigen kann allerdings nur der Gruppensieger. Nun ziehen die beiden Trainer ein Halbzeit-Fazit und sagen, wie es nach der langen Winterpause weitergeht.

Spitze im letzten Spiel vergeben

Wenige Tage nach dem mässigen 2:2 bei Zuzwil 2 zeigt sich Kirchberg-Trainer Dave Obrist noch immer enttäuscht über die Leistung seines Teams. Er sagt: «Die zwei verschenkten Punkte tun immer noch weh.» Im ersten Moment habe er es nicht mehr so positiv gesehen, mittlerweile kehre aber das Gefühl zurück, dass sie trotz allem eine gute Vorrunde abgeliefert haben. Mit 22 Punkten nach neun Runden fehlt Kirchberg auf Platz 1 nur gerade ein Punkt.

Obrist sagt: «In dieser Gruppe darfst du gegen vermeintlich schwächere Teams keine Punkte liegen lassen.» Eines dieser Teams sei halt Zuzwil 2 gewesen, auch wenn die Spieler am vergangenen Freitag teilweise über sich hinausgewachsen sind. «Zum Glück ist Neckertal mit den Unentschieden gegen Bazenheid 2 und Frauenfeld 2b dasselbe passiert.»

Obrist verhehlt nicht, dass Neckertal und sie in einer eigenen Liga unterwegs seien, der Rest könne mit Ausnahme von Niederstetten und Uzwil 4 nicht mithalten. Deshalb sei es auch doppelt schade, wenn nach 18 Runden aufgrund des Reglements nur einer aufsteigen kann.

Vorrunde war ein Steigerungslauf

Wenn Obrist die Spiele noch einmal analysiert, dann spricht er von einem Steigerungslauf, der im letzten Spiel abrupt endete. «Zuvor konnten wir uns nach der Auftaktniederlage gegen Neckertal-Degersheim Woche für Woche steigern», sagt der Kirchberger Trainer. Starke Leistungen hätten seine Jungs vor allem gegen Flawil (2:0) und auf der Rehwiese in Niederstetten (6:0) abgeliefert. Gäbe es etwas zu bemängeln, wäre es die Startphase mehrerer Spiele, die oftmals etwas verschlafen wurde. «Wir müssen das Spiel selbst machen und dürfen uns nicht dem Gegner anpassen.»

Müsste Obrist einen Spieler nennen, der ihm in der Vorrunde speziell aufgefallen ist, möchte er sich nicht nur auf einen Namen festlegen. Er sagt: «An Captain Mario Kuhn komme ich sicher nicht vorbei. Unsere Lebensversicherung hat als Mittelfeldspieler 17 Skorerpunkte gesammelt.» Stark habe sich auch Aaron Schweizer präsentiert. «Er hat elf Tore geschossen und vier Vorlagen geliefert.» Zu den Top 3 zählt für Dave Obrist auch Patrice Müller. «Wir haben ihn zum Innenverteidiger umgeschult. Herausragend, wie er sich in kürzester Zeit zum Abwehrchef entwickelt hat.» Der Kirchberger Trainer hat aber auch Freude an den Jungen und deren Entwicklung. «Wenn sie die Leistung noch konstanter auf den Platz bringen, kommt es gut.»

Klar wäre es für Obrist eine Genugtuung, wenn der Aufstieg gleich bei erster Gelegenheit gelingen würde. «Zumal wir in der letzten Saison die meisten Punkte der neun Absteiger hatten.» Ihm ist aber auch bewusst, dass die Saison mit einer Enttäuschung enden könnte. Um dies zu verhindern, sollen die kommenden Monate intensiv genutzt werden. Dazu zählt auch ein Trainingslager irgendwo im Süden.

Schwieriges Jahr gut überstanden

Cheftrainer Domenico Troccoli und Assistent Salvatore Tolino, von rechts, überwintern mit Neckertal-Degersheim in der 4. Liga auf Platz 1. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Bei Neckertal-Degersheim zeigt sich Trainer Domenico Troccoli glücklich darüber, dass es nach dem schwierig verlaufenen Vorjahr, mit dem Abstieg als negativem Höhepunkt, in der neuen Umgebung auf Anhieb geklappt hat. Er sagt: «Das ist nicht selbstverständlich, zumal nach dem Hitzesommer unser Platz in Necker über einen längeren Zeitraum gesperrt war und wir bis Mitte September alle Spiele auswärts spielen mussten.»

Dass sie in der 4. Liga nebst Surses und Urnäsch zu jenen drei Teams gehören, die ungeschlagen blieben, mache ihn schon etwas stolz. Auf die Gründe angesprochen und wie gross der Anteil von Altmeister Stephen Bosshard ist, der Tore am Laufband produzierte, sagt Troccoli weiter: «Stephen hat eine starke Vorrunde hinter sich. Wichtig war aber in erster Linie, dass nach dem Abstieg praktisch die ganze Mannschaft zusammengeblieben ist.»

Logisch, möchte der FC Neckertal-Degersheim zurück in die 3. Liga. Vorerst gelte es, in der Winterpause frische Kräfte zu tanken und sich gut auf die Rückrunde vorzubereiten. Sie beginnt am 2. April mit dem Heimspiel gegen Frauenfeld 2b, bevor es zwei Wochen später zum wohl vorentscheidenden Aufstiegsduell Neckertal-Degersheim – Kirchberg kommt.

Artikel: http://www.vaterland.li/regional/ostschweiz/kirchberg-und-neckertal-degersheim-fuehren-gruppe-8-an-art-770171

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