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Frau schiesst im Appenzellerland mit Gewehr auf Krähe – und trifft eine Fensterscheibe

Diese Krähenjagd ist gründlich missglückt: In Schachen bei Reute hat eine Bäurin mit einem Kleinkalibergewehr auf eine Krähe geschossen. Sie traf allerdings die Fensterscheibe eines Nachbarhauses. Nun hat sie eine Anzeige am Hals.
Die beschädigte Fensterscheibe. (Bild: Kapo AR)

Die 58-jährige Landwirtin schoss bereits am vergangenen Samstag auf ihrem Grundstück mit einem Flobert-Gewehr auf eine Krähe, wie die Ausserrhoder Kantonspolizei in ihrem Communiqué schreibt. Der Schaden wurde dann allerdings erst am Dienstag entdeckt.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wollte die Frau ihre Hühner beziehungsweise deren Eier vor dem Vogel schützen. Der Schuss verfehlte die Krähe dann allerdings: Das abgefeuerte Projektil flog weiter und durchschlug die Fensterscheibe des benachbarten Wohnhauses. Anschliessend prallte es in einem Zimmer gegen eine Wand.

Anzeige wegen Gefährdung des Lebens

Personen wurden beim Vorfall keine verletzt. Es entstand Sachschaden am betroffenen Wohnhaus, wie die Polizei schreibt. Sie klärt die Umstände des Vorfalls nun ab. Die Landwirtin wird wegen Gefährdung des Lebens angezeigt. Ebenfalls werden allfällige Verstösse gegen die Bestimmungen des Waffen-, Jagd- und Tierschutzrechts geprüft.

Das Erlegen von Krähen ist in der Schweiz nicht generell verboten, wie es im Communiqué weiter heisst. «Zwar zählen bestimmte Krähenarten zu den jagdbaren Vogelarten, jedoch dürfen sie nur unter Einhaltung der eidgenössischen und kantonalen Jagdvorschriften sowie durch entsprechend berechtigte Personen bejagt werden.» Ein eigenmächtiges Beschiessen von Krähen zum Schutz von Hühnern oder deren Eiern sei daher nicht ohne Weiteres zulässig und könne rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Toggenburger Gemeinderat ebenfalls wegen Krähenjagd angezeigt

Vergangene Woche hatte ein ähnlicher Vorfall im Toggenburg Schlagzeilen gemacht: Wenige Tage vor seiner Wahl in den Gemeinderat von Lütisburg hatte Thomas Rüegg einen Polizeieinsatz ausgelöst, weil er mit einem Flobertgewehr auf Krähen geschossen hatte.

Er habe sich über die Vögel aufgeregt, weil sie ihm ständig die Früchte von den Bäumen fressen würden, gab Rüegg später gegenüber dieser Zeitung zu Protokoll. «Ich bin zwischen drei Bauernhöfen aufgewachsen. In meiner Kindheit hat man noch auf Krähen geschossen, jetzt hat Thomas das halt auch gemacht», sagte er. Gleichzeitig bat er um Entschuldigung für den Vorfall, sein Verhalten sei unbedacht gewesen, so Rüegg, der neben dem Flobert auch ein Luft- sowie ein Sturmgewehr zu Hause habe. Auch er sieht sich nun mit einer Anzeige konfrontiert. (kapo/dwa)

 
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