Für diese Vermicelles-Torte braucht es keinen Backofen
Ich liebe Vermicelles. Die braunen Spaghetti fand ich schon als Kind lustig. Auf das Marronidessert mit Rahm und Meringues freue ich mich jedes Jahr. Es gibt für mich kaum ein anderes Gericht – erst recht kein Dessert –, das so nach Herbst schmeckt.
Vermicelles sind ein typisches Schweizer Dessert. Ob im Mürbeteig, mit Meringues oder als Coupe Nesselrode, einer Kombination aus Vanilleglace, Vermicelles und Rahm. Wobei sich die Bezeichnung vom italienischen Wort vermicelli ableitet und mit «kleinen Würmern» übersetzt werden kann. Unter Vermicelli versteht man aber auch eine Nudelsorte: ähnlich wie Spaghetti, nur dünner.
Höchste Zeit, das beliebte Schweizer Herbstdessert einmal neu zu interpretieren. Auch wenn in dieser Torte nicht mehr viel von den «kleinen Würmern» zu sehen ist.
Weniger mit Vermicelles hat dieser saftige Marronikuchen zu tun, den wir Ihnen bereits einmal vorgestellt haben. An süssem Marronigeschmack fehlt es ihm dennoch nicht:
Vermicelles-Cheesecake
Auch in diesem Rezept zum Vermicelle-Cheesecake dient das Marronipüree als Hauptzutat. Frischkäse oder Mascarpone sorgen im Cheesecake für Frische. Dadurch unterscheidet er sich vom saftigen Marronikuchen.

Es gibt verschiedene Cheesecake-Varianten. Während manche gebacken werden, kommt dieses Rezept ganz ohne Ofen aus. Diese Variante ist allerdings nicht vegetarisch. Wer lieber auf Gelatine verzichtet, kann ausweichen und zum Rahm vor dem Steifschlagen ein Päckchen Rahmhalter geben.
Cheesecake-Fans streiten sich oft schon über die Wahl der Butterguetzli, die sie für den Tortenboden verwenden. Ich mag simple Petit Beurres. Auch Biscoff sind mit ihrem Karamellgeschmack eine gute Wahl. Cookies aus Hafer eignen sich ebenfalls bestens. Andere verwenden eine Mischung aus mehreren Gebäcken oder mischen Cornflakes darunter.
Zutaten für den Vermicelles-Cheesecake

- 120 g Butter, flüssig
- 180 g Petit Beurre
- 1 Prise Salz
Die Guetzli zerkleinern. Das klappt mit dem Cutter in der Küchenmaschine oder indem man die Guetzli in einen Tiefkühlbeutel gibt und sie mit dem Wallholz zerdrückt. Danach die flüssige Butter dazugeben, alles vermengen und in eine runde Backform geben. Die Butter-Guetzli-Masse fest andrücken und die Form in den Kühlschrank stellen.
Wer den Boden extra knusprig möchte, kann ihn auch für ca. 10 Minuten bei 180 Grad Heissluft backen und danach abkühlen lassen.
Crème- 200 Doppelrahm-Frischkäse oder 250 g Mascarpone
- 50 g Zucker
- 250 bis 300 g Marronipüree (im Kühl-, oder Tiefkühlregal)
- 1 Prise Salz
- 1 Vanillestange, ausgekratztes Mark
- 2,5 dl Vollrahm
- 6 Blätter Gelatine
Alle Zutaten bis zum Vollrahm zu einer Crème mixen. Den Rahm separat steif schlagen. Die Gelatine fünf Minuten in kaltem Wasser einweichen. Dann gut ausdrücken und bei leichter Hitze in einer Pfanne flüssig werden lassen. Nun zwei bis drei Esslöffel der Crème dazugeben und mischen. Die Gelatine zur restlichen Crème geben und gut daruntermischen.
Nun die Crème gleichmässig auf den Tortenboden verteilen. Anschliessend muss der Cheesecake für mindestens zwei bis drei Stunden in den Kühlschrank.
Für die Dekoration: Meringues und Marronipüree eignen sich gut. Die Meringues ganz auf den Kuchen legen oder zerkleinern und an den Kuchenrand drücken. Das Marronipüree mit der Vermicelles-Presse oder dem Spritzbeutel dekorieren. Jetzt schmeckt der Cheesecake nicht nur nach Herbst – er sieht auch danach aus.

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