Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil macht sich stark für den Hallenbad-Ausbau
Die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil positioniert sich für die Zukunft des Hallenbads Bütschwil. In einer Mitteilung spricht der Gemeinderat von einer «nachhaltigen Investition in die Lebensqualität und die Zukunft der Region» und unterstützt die Variante «Sanierung mit Erweiterung».
Das Hallenbad sei weit mehr als eine Sportanlage: ein Treffpunkt für Familien, Schulen, Vereine und die Bevölkerung des gesamten Toggenburgs, heisst es in einer Gemeindemitteilung. Bütschwil-Ganterschwil sieht in einem sanierten und ausgebauten Hallenbad «ein klares Bekenntnis zur regionalen Zusammenarbeit sowie zur hohen Lebensqualität im Toggenburg».
Gemeinde wirbt mit hoher Nachfrage und Schulschwimmen
Hintergrund ist die seit Jahren umstrittene Zukunft des 50-jährigen Hallenbads. Die Infrastruktur gilt technisch und energetisch als veraltet. Zur Diskussion stehen derzeit zwei Varianten: eine Sanierung oder eine Sanierung mit Ausbau der Wasserflächen und zusätzlichen Angeboten. Letztere würde mehr als 20 Millionen Franken kosten, die reine Sanierung 14 Millionen Franken.
Bütschwil-Ganterschwil argumentiert mit der steigenden Nachfrage nach Wasserflächen und verweist auf fehlende Angebote für Familien sowie zusätzliche Kurskapazitäten. Vorgesehen wären ein Kinderplanschbereich, moderne Kursräume sowie ein Wellness- und Gastrobereich.

Ein zentrales Argument betrifft den Schulschwimmunterricht. Geplant ist ein Becken mit variabler Wassertiefe. Dieses soll einen flexibleren Unterricht ermöglichen und die Sicherheit erhöhen. Ohne zusätzliche Wasserflächen werde das bestehende Angebot künftig kaum ausreichen, schreibt die Gemeinde. Gemeindepräsident Hans Städler spricht von einem «Generationenprojekt», das die Standortattraktivität der Region stärke.
Lütisburg bleibt skeptisch
Weniger überzeugt zeigt sich die Gemeinde Lütisburg. Sie hatte nach dem Informationsanlass im April deutlich gemacht, dass sie sowohl die Erweiterungsvariante als auch die reine Sanierung für finanziell untragbar hält. Der Gemeinderat fordert eine «massive Redimensionierung» des Projekts und brachte eine etappenweise Sanierung ins Spiel. Gleichzeitig weist die Gemeinde auf die zwingend notwendige Asbestsanierung hin.
Die Lütisburger Mitte-Partei kritisierte das frühe Nein des Gemeinderats. Der habe die Meinungsbildung ohne breitere Diskussion vorweggenommen, hiess es aus der Mitte.
So reagieren Toggenburger Parteipolitiker
Die Parteien in den Verbandsgemeinden kommentierten den Knatsch im April unterschiedlich. FDP-Kantonsrat Ruben Schuler sprach von überraschend hohen Kosten: «Bei der FDP herrscht darum keine überschwängliche Freude.» Angesichts der angespannten Finanzlage mehrerer Gemeinden brauche es nun eine mehrheitsfähige Lösung und einen kühlen Kopf.
Die IG «Pro Hallenbad Bütschwil» unterstützt die Erweiterung. IG-Präsident und Mitte-Kantonsrat Adrian Gmür betonte, im Toggenburg gebe es kein vergleichbares Hallenbad. Für die Schulen sei eine Modernisierung wichtig.
Auch die SP Alttoggenburg setzt sich für die Erweiterung ein. Sie will «diese wichtige Infrastruktur langfristig sichern», wie es auf der Webseite heisst.
Deutlich skeptischer äusserte sich SVP-Kantonsrat Christian Vogel aus Dietfurt. Er warnte davor, mit der Variante «Sanierung mit Erweiterung» einen politischen «Scherbenhaufen» zu riskieren.
Verwaltungsrat entscheidet über weiteres Vorgehen
Am Donnerstag, 28. Mai, wird sich der Verwaltungsrat des Hallenbads Bütschwil beraten, welche Variante dem Stimmvolk vorgelegt werden soll: die reine «Sanierung» oder die «Sanierung mit Erweiterung». Am Tag danach wird die Öffentlichkeit informiert.
Das letzte Wort hat das Stimmvolk. Am 29. November 2026 wird in den vier Verbandsgemeinden Bütschwil-Ganterschwil, Mosnang, Neckertal und Lütisburg über den Kredit abgestimmt. Damit das Projekt umgesetzt werden kann, müssen alle vier Gemeinden zustimmen.
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