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Kieswerke und Baugeschäft von Toggenburger Familienunternehmen in neuen Händen

Die Grob Kies Gruppe mit Hauptsitz in Lichtensteig wird aufgeteilt. Im Sinne einer Nachfolgelösung übergibt die Eigentümerfamilie Grob die Geschäftsbereiche an Kibag und an die E. Weber AG.
Zum 150-Jahr-Jubiläum führte die Grob Kies AG im Kies- und Betonwerk Sägenbach in Bütschwil ein Baggerballet auf. (Bild: Peter Jenni (10. Juni 2017))
Die Kiesgrube am Standort Tal, Degersheim. (Bild: Hanspeter Schiess (August 2017))

Seit fast 160 Jahren ist die Grob Kies AG in Familienbesitz. Nun übergibt die Eigentümerfamilie Grob die Geschäftsbereiche an zwei andere Unternehmen. Dies geschieht im Rahmen einer langfristigen Nachfolgelösung für die Unternehmensgruppe, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Die Bereiche Baustoffe, Transport, Recycling und Entsorgung gehen per Juli 2026 an die Kibag Holding AG, der Bereich Bau (Hoch-, Tief- und Strassenbau) per August zum Toggenburger Unternehmen E. Weber AG.

Kibag stärkt ihre Präsenz in der Ostschweiz

Die Grob Kies AG wurde 1867 in Wattwil gegründet und entwickelte sich über Generationen hinweg zu einer festen Grösse in der Ostschweizer Baustoff- und Baubranche. Das Unternehmen wurde zuletzt in fünfter Generation von der Familie Grob geführt. Mit der nun getroffenen Lösung soll die erfolgreiche Entwicklung langfristig gesichert werden. Gleichzeitig bleiben die regionale Verankerung und die Arbeitsplätze in der Region erhalten.

Zum Unternehmen gehören unter anderem das Kies- und Betonwerk Nassen, das Betonwerk Nesslau, das Kies- und Betonwerk Degersheim und das Kies-und Betonwerk Bütschwil. Durch die Integration dieser Standorte stärkt die Kibag ihre Präsenz in der Ostschweiz. Alle der rund 50 Mitarbeitenden des Bereichs Baustoffe werden übernommen.

Die Kiesgrube am Standort Tal, Degersheim. (Bild: Hanspeter Schiess (August 2017))

Die Bauunternehmen Pozzi AG Wattwil und Slongo AG Herisau sowie die Anfang April in die Pozzi AG zusammengeführten Unternehmen Mock AG und Egloff AG – alle Teil der Grob Kies Gruppe – werden in die E. Weber AG integriert. Rund 120 Mitarbeitende wechseln in die Unternehmensgruppe. Die Slongo AG bleibt als eigenständige Tochtergesellschaft bestehen.

Begleitung während der Übergangsphase

«Für unsere Familie war es wichtig, Nachfolger zu finden, die unsere Werte teilen und die Unternehmen mit ihren Mitarbeitenden, Kunden und Standorten nachhaltig weiterentwickeln», sagt Franziska Sabljo-Grob, Verwaltungsrätin und CEO der Grob Kies Gruppe.

Sowohl die Kibag als auch die E. Weber AG sind gemäss Medienmitteilung traditionsreiche Schweizer Familienunternehmen mit langjähriger Erfahrung in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern. Die Eigentümerfamilie Grob sieht darin die ideale Voraussetzung für eine nachhaltige Weiterführung der Unternehmen und ihrer Dienstleistungen.

Für Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner soll sich durch die Übernahme wenig ändern. Die bestehenden Ansprechpartner bleiben erhalten, und auch die Dienstleistungen werden an den bisherigen Standorten weitergeführt. Franziska Sabljo-Grob und Damir Sabljo werden beide Nachfolgeunternehmen während einer Übergangsphase begleiten und ihre Erfahrung in die weitere Entwicklung einbringen.

Schwägalp, Chäserrugg und Sandskulpturen

Gegründet wurde die Firma vor 159 Jahren von Jakob Grob-Menzi. Er baute gegenüber dem Bahnhof Wattwil das nach seinem Namen benannte Hotel Jakobshof, war nebst seiner Tätigkeit als Wirt, Bauer und Zimmermann aber auch als Heu-, Holz- und Kieslieferant sowie Fuhrhalter aktiv.

Die Familie Grob setzte sich auch in der Politik ein. Walter Grob (zweite Generation) war Gemeinde- und Kantonsrat. Jacques Grob (vierte Generation) politisierte in den 90er-Jahren für die FDP im Kantonsrat.

Mit einer Arbeitsgemeinschaft war die Grob Kies AG am Bau des neuen Hotels auf der Schwägalp beteiligt. Und auch beim neuen Restaurant auf dem Chäserrugg führte sie einen Auftrag aus. 2021 rettete sie zudem das internationale Sandskulpturen-Festival in Rorschach vor dem Aus, indem sie Sand vom Kieswerk in Degersheim gratis zur Verfügung stellte, nachdem der frühere Lieferant ausfiel. (pd/lsf)

 
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